Dieses Blog durchsuchen
Posts mit dem Label Gary Flanell werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gary Flanell werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 21. Mai 2026
Schön, wenn das Krokodil patrouilliert Pt. K.-IV.X
SEVEN SIOUX - ALLIGATOR PATROL
DIE ÄRZTE - waren meine erste Lieblingsband und doch habe ich es nie hingekriegt, sie mal live zu sehen. Schon schräg sowas. Ähnlich verhielt es sich lange Zeit mit SEVEN SIOUX, vielleicht Österreichs Emo-Core-Veteranen No.1.
Auch von den Linzer/Wienern stehen hier etliche Platten rum. Alle, die ganz alten und die neueren, finde ich auf ihre Art toll und doch musste es erst 2025 werden, damit ich sie mal live erleben konnte.
Dabei war der Kontakt zu Sänger Rainer Krispel schon vorher da. Ich glaube, es gab da sogar mal ein Renfield-Interview. Was es sicher gab, war eine vermasselte Lesung von Rainer vor zig Jahren an einem Sonntag in meinem Lieblingskeller mit genau 1 Gast. Später haben wir dann in meiner WG noch recht betrunken den Blues auf der Akustikgitarre gespielt. Wurde wohl auch aufgenommen. Außerdem: Immer wenn ich in Wien bin und sich's ausgeht - und dass es sich ausgeht, daran wird nach Kräften gearbeitet - muss ein Kaffee mit Rainer in einem Beisl sein.
Aber SEVEN SIOUX, die waren sehr lange in den 80ern/90ern gut sichtbarer Teil einer europäsichen Hardcore-Szene, die weniger Tough guy/Youth Crew-artig als vom DIY.Spirit à la Fugazi/Dischord geprägt war. Die Linzer Vorgängerband TARGET OF DEMAND gehörte auch schon dazu und beide Namen fielen schnell, wenn es um Punkbands aus Österreich ging. Die Platten wurden gerne mal rezensiert und waren mindestens vom Namen her bekannt. Es war immer gut gemachter, intelligenter Hardcore-Punk, mit hörbarem DC-Einfluss. Das gefiel mir an SEVEN SIOUX immer sehr gut, diese etwas nachdenklichere Art von Hardcore.
Wie's bei vielen Bands dieser Zeit so lief, haben auch die Sioux eine längere Pause eingelegt, die ging bis 2006, 2007. Seitdem gibt es immer wieder neue Alben, mein Favorit dieser Phase ist immer noch die "We are not the scared people"-Platte mit dem gleichnamigen Überhit. Ein großartiges Fanal der Solidarität, was öfter gesungen werden sollte, auf Demos, auf Kundgebungen, in jedem ostdeutschen Flächenbundesland, auf jedem Schützenfest vorm Bierzelt, angesichts eines immer spürbarer werdenden Rechtsrucks in Europa.
Nun also eine neue Platte. Der Titel: Seltsam, was könnte eine Alligatorenpatrouille sein? Irgendein seltsamer Code? Ich habe auch ewig gebraucht, bis ich gerafft habe, was GORILLA BISCUITS sind, vielleicht ist auch dies hier ein Insider-Witz alternder HC-Helden. Aufklärung gibt es durch die Lyrics auf dem Innensleeve der LP. Für eine Punkband ist das eine schön im Song erzählte, und reichlich abgedrehte Story. I like.
Die Musik: Hier ist eine Kontinuität zu erkennen, und zwar in der Reihe der Alben, die SEVEN SIOUX seit 2006 veröffentlicht haben. Die Besetzung steht seitdem stabil, der Sound hat sich nicht groß verändert und das hört man auch den neuen Tracks an.
Was jetzt nicht mit boring stuff interpretiert werden soll, aber die Band weiß halt, was sie tut, wie sie klingen will und welche Songstrukturen sie nutzen und ausbauen kann. Man muss allerdings auf recht rockigen, mittelschnellen HC-Punk in der Art von SCREAM, VERBAL ABUSE oder DAG NASTY stehen, um diese Platte richtig schätzen zu können.
Wunderbar sind dabei die kleinen Details, wie die Esperanto-Radioansage auf Seite 1. Alle Songs haben diese hübschen melodischen Refrains, Rainer trägt viele der Stücke mit seiner Stimme, die immer noch guten Mischung aus Verzweiflung und Trost spendend changiert. Trostsuchend und gleichzeitig tröstend, kämpferisch und verzweifelt, das muss man auch erstmal hinkriegen. Teilweise sind die Tracks wirklich rockradiotauglich, aber wer wäre ich, der dieser Band das übel nehmen würde?
Einen Song wie "C'mon baby" beispielsweise, sollten viel mehr Menschen der Generationen X bis Z hören, bestenfalls auf dem Weg zur Arbeit. Und wenn 7 SIOUX einen punky Reggaetrack wie "Left" einstreuen, textlich mit allerlei Bandreferenzen von Freund*innen aus lang vergangenen Zeiten gespickt, dann kommt da eine angenehme Art von Pathos auf, in die ich mich mittlerweile gerne hineinfallen lasse.
Einen Hit wie "We are not the scared people" haben sie zwar diesmal nicht hinbekommen, aber das ist ja auch ein Jahrhundertzuckerl und ich bin mit dem, was sie mit Alligator Patrouille abgeliefert haben, mehr als glücklich.
Das erste Konzert von SEVEN SIOUX, das ich nun also gesehen habe, fand übrigens im gleichen Keller statt, in dem sich die desaströs besuchte Krispel-Lesung vor über einem Jahrzehnt abgespielt hat. Diesmal war der Keller allerdings voll, es war eins der schönsten Konzerte seit langem und ganz am Ende, da haben sie dann wirklich noch "We are not the scared people" gespielt. Danach war ich sehr glücklich und konnte gut ins Bett gehen.
Gary Flanell
Alligator Patrol von SEVEN SIOUX ist im Herbst 2025 erschienen, wurde von der Band selber veröffentlicht.
Donnerstag, 22. Januar 2026
Schön, wenn die Seele noch für Rock'n'Roll verkauft wird, Pt. VI VI VI
Marquis de Coco Nut - I Sold my Soul for Rock'N'Roll
Der Jahreswechsel - jaja, gefühlt schon wieder Monate, aber faktisch noch gar nicht so lange - hat zwei interessante Seiten, die beide mit den Begriffen Neu und Alt zu tun haben: Erstens beginnt ein neues Jahr, andererseits ist ein Jahresende und -neubeginn gar nichts neues, also Jahreswechsel an sich ein ziemlich ALTer Hut. Das kennt man hierzulande, schon seit... nunja, knapp 2026 Jahren??!
Ähnliche Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich vom neuen Album von Marquis de Coco Nut hörte. Auch hier gibt es Altes, was irgendwie auch neu ist.
Marquis de Coco Nut a.k.a. Coco Neubauer an sich fällt schon in diese Kategorie, denn er war in den 80ern und frühen 90ern Gründungsmitglied der LOLITAS, dieser tollen Kreuzberger Garage-Pop/Punk-Band, deren Platten ich immer ins Herzerl geschlossen habe und aus deren Asche dann später STEREO TOTAL entstanden. Lässiger alter Kreuzberger Punk-Adel erhebt also wieder das umwölkte und vielleicht auch grau gewordene Haupt.
Neubauer war lange Zeit von der Bildfläche verschwunden, lebte in New Orleans, New York, Baltimore, und landete irgendwann auf Guadeloupe. Dabei, schaut man sich die überaus fette Discographie aus Bandcamp an, hat er eigentlich immer Musik und Kunst gemacht. Musikalisch oft mit Banjo und Gitarre bewaffnet, wurden immer einzelne Songs veröffentlicht, die charmant zwischen Rock'n'Roll, Cajun und ein bißchen Calypso launig hin und herwackeln. Dort finden sich dabei einige hübsche Perlen. Wer sich schon immer frug, wie der 70er-Jahre-Hardrock-Stomper "Black Betty" in der Swamp-Rock-Banjo-Interpretation klingt, sollte hier einmal nachschauen.
Nach vielen einzelnen Tracks, allesamt mit wundervollem Artwork vom Marquie selber versehen, nun gibt es nun ein komplettes Album von Coco N. - digital, wie man es derzeit so macht und auch auf CD. Auch bei "I sold my Soul for Rock'n'Roll" passt die Alt/Neu-Dichotomie:
Denn Coco N. hat hier eine Menge ALTer und teilweise sehr bekannter Rock'nRoll-Hits NEU eingespielt: "Summertime blues", "See you later Alligator", "Hey good looking" - das sind nur ein paar der hier vertretenen Hits. Und ja, das ist so old school, das wird sicher keine jungen Menschen ansprechen, für die die R'n'R-Frühphase zeitlich ähnlich nachvollziehbar ist wie der Bau der Pyramiden. Ich hörte übrigens dereinst, dass Nofretete zeitlich näher an den ersten Elvis-Presley-Platten lebte als am Bau der Gizeh-Pyramiden - es ist also mittlerweile alles Historie.
Zurück zur neuen Platte vom Marquis de Coco Nut: 15 Songs hat er eingespielt, und recht logisch hat er einige Gäste dafür angeheuert. Das Tolle daran: Dazu wurde teilweise das alte Kreuzberger Punknetzwerk reaktiviert. Da sitzt dann Jacques Palminger beizwei Songs am Schlagzeug und Yvonne Ducksworth (Yeah, JINGO DE LUNCH und TREEDEON!), ist Gastsängerin von "Jump Jack Jive" zu hören - das ist spannend, weil dieser Old school Rock'n'Roll nicht gerade das ist, was man von ihr erwarten würde - fetzt aber wider der Erwartungshaltung.
Soundmäßig und vom Arrangement bleibt der Marquis bei allen Songs den Vorlagen treu. Das Album klingt zwar nicht wie original aus den 50ern hergebeamt, das wäre doch etwas zuviel des guten Retrogeschmacks, aber wie eine schöne simple 80er-Jahre-Rockabilly-Version davon. Ganz sanft bekomme ich dann doch beim Hören LOLITAS-Assoziationen. Insgesamt also: Schönes Ding, das angenehm kribbelnd den Nostalgie-Nerv kitzelt.
Gary Flanell
Das Album "I Sold my Soul for Rock'N'Roll" von Marquis de Coco Nut gibt's digital hier auf seiner Bandcamp-Seite.
Donnerstag, 27. November 2025
Schön, wenn bunt und grau zusammen Pt.I
MAHLER / FONDERMANN - Neu, gebraucht, geliehen & verraucht
Mahler. Fondermann. Slime. Torpedo Moskau. Antikörper. Um die Dimension klarzumachen, wer hier eigentlich gemeinsam Musik macht, würde die Aufzählung der Bands, in denen die beiden involviert waren, eigentlich reichen.
Stellt sich die Frage nach der Erwartung: Klingt das gemeinsame Werk dieser beiden Hamburger Musiker komplett nach den anfangs genannten Bands? Natürlich nicht, dann wär's ja langweilig. Es kann auch gar nicht genau danach klingen (also nach klassischem HH-Deutschpunk samt inkludierter St.Pauli-Hafenstraße-Folklore), denn Stephan Mahler und Ritchy Fondermann sind ja während ihres musikalischen Schaffens noch in einigen anderen Projekten aktiv gewesen. Die teilweise nicht immer so bekannt geworden sind, aber darum geht's ja nicht. Dass diese Platte also recht vielfältig ausgefallen ist, wundert vor diesem Hintergrund nicht.
Ich muss zugeben, dass "Neu, gebraucht, geliehen & verraucht" mich beim ersten Hören nicht sofort gekriegt hat. Das kann daran liegen, dass ich nicht besonders konzentriert zugehört habe. Es ist aber auch nicht so, dass sie sofort ins Regal gewandert ist. Die Platte blieb erstmal auf dem Abspielgerät liegen und dann habe ich sie ein zweites Mal gehört. Und ein drittes Mal. Und ein viertes und ein fünftes Mal. Ihr seht, wohin das geht. Diese Platte ist ein sogenannter Grower. Eine Platte, die umso mächtiger und toller wird, je öfter man sie hört. Denn es sind viele Dinge zu entdecken, manchmal waren es auch spannende, weil unerwartete Assoziationen, die mich packten. Beim Opener "Schattenvogel" dachte ich nach den ersten 4 Takten: "Sex Pistols?", und nein, es wird dann kein typischer Rotzpunk, sondern ein wunderschönes dunkel-herbstliches Post-Punk-Stück. Video übrigens auch total toll, wurde wohl teilweise in Lappland gedreht. Sagt zumindest Ritchie.
Es gibt hier recht viele Dinge, die bei dieser Platte zusammenkommen. Manches klingt nach den WIPERS ("Trauertränen"), anderes nach TOCOTRONIC oder KETTCAR, sogar ELEMENT OF CRIME und natürlich die alte Hamburger Punkschule schimmern hier durch die nachdenkliche Atmosphäre des gesamten Albums durch. Reflexion und Melancholie zieht sich fast durch alle Songs. Gerade bei den ruhigeren, in denen Akustikgitarre und Klavier zum Tragen kommen, ist sie schon sehr wohltuend ("Neubeginn" beispielsweise).
Was bei dieser Platte noch wichtig ist: Die Jahreszeit. Ich finde, dass der Herbst als Zeitpunkt der Veröffentlichung total nachvollziehbar ist. Wenn das Ding im Sommer erschienen wäre, hätte es nicht die gleiche Wirkung gehabt.
Neulich waren Abel und ich in Hamburg im Studio von Ritchie Fondermann, um Dinge aufzunehmen. Da war auch schon Herbst. Als ich mich beim Hören dieser Platte später daran erinnerte, wie wir durch Ottensen gelaufen sind, fiel mir auf, dass hier alles passt: das MAHLER/FONDERMANN-Album, die Jahreszeit, die Stadt. Warum das so ist? Weil Mahler/Fondermann immer wieder Szenerien, die an Herbst und eher dunkle Tage erinnern (zB. in "Sturm" oder eben jenem Video zu "Schattenvogel"). Ich kann nciht genau sagen, warum, aber die B-Seite gefällt mir insgesamt ein bißchen besser. Vielleicht kommt hier die Tatsache, dass es diese Platte eben ein Grower ist, auf Mikroebene nochmal mehr zum tragen. Ich werde darüber nachdenken. Genug dunkle Tage, heißen Tee und gute Musik gibt es ja jetzt.
Beste Tracks (auch das rein subjektiv) einer insgesamt sehr tollen Platte:
EINE WOCHE (weil erst schön seltsames Noise-Gelöt, dass sich dann in einen wunderbaren Noise-Pop-Song verwandelt. Und weil Liebe.). SCHATTENVOGEL (weil spröder, aber sehr stimmungsvoller Opener). DIE KRONE (weil schöne Twang-Gitarre auf hübsch verträumte Lyrics trifft. Bekomme irgendwann seltsame U2-Gedanken. Trotzdem super). LICHT (weil top Text). ALLES HAT SINN (weil's ja stimmt. Und der Song top ist.).
Ganz vergessen: Das Cover, dieses wunderschöne bunte Cover, das dafür sorgen wird, dass du diese Platte in deinem Regal immer wiederfinden wirst und das angenehm alle befürchteten Punk-Cover-Artwork-Klischees souverän umschifft, ist übrigens von Daniel Richter. Genau, dem Künstler Daniel Richter. Kennst du nicht? Dann schau mal bei Wikipedia nach, du Baunase.
Gary Flanell
Neu, gebraucht, geliehen & verraucht von MAHLER / FONDERMANN ist erschienen auf Sterbt Alle Records.
Donnerstag, 20. November 2025
Schön wenn kurz Pt. IIIXXI
Hier mal einige Shorties von kleinen Platten, die in letzter Zeit (dehnbarer Begriff, ich weiß) oder in naher Zukunft erschienen sind oder erscheinen werden. Aber scheiß auf Tagesaktualität, das hier ist Zine und da ist sowas egal. Also los.
TAG OHNE SCHATTEN / TRUST ISSUES - Split 7inch
Manche Dinge gehen einfach gut zusammen - Rewe neben Aldi zum Beispiel. Wölfe und Bären bei der Jagd ebenso. Gleiches gilt auch für die beiden Bands auf dieser Split-7inch mit dem sehr schönen Comic-ein-bissl-wie-früher-bei-Frank-Koziks-Man's-Ruin-Cover, und dann noch rotes Vinyl, ein Traum. T/O/S bringen zweimal richtig guten deutschsprachigen Punk, schön abwechslungsreich, gut gespielt und eine angenehme Dosis an Melancholie mit Wut vermischt. Ein bissl muss ich an RAZZIA und ein bissl an PETROGRAD denken. Top!
TRUST ISSUES sind old rabbits im Punkbusiness, wie ich es Abends im Schaukelstuhl auf der Veranda meines brandenburgischen Anwesens zu nennen pflege, während ich mir nach hartem Tagwerk einen Zug aus der Meerschaumpfeife gönne und auf die gut bestellten Ländereien schaue. Ok, ich schweife ab...
JEDENFALLS: Ihre letzte LP habe ich schon sehr gefeiert und auch die beiden Songs auf ihrer Seite der 7inch sind kleine Wunderwerke. Wieder ist es SCREAM-artiger old school HC/Punk mit leicht neurotischen Noise-Rock-Tendenzen. Alles, was in den späten 80ern bis in die frühen 90er an HC-Punk geil war, dürft ihr jetzt als Referenz nehmen... naja, bis auf dieses ewig nach der gleichen Papp-Schablone klingende Melodic-Hardcore-Zeug. Wie gesagt, manche Dinge gehen gut zusammen, hier sowieso beide Bands, das Gesamtpaket ist sehr gelungen und auf dem Label mit dem tollen Namen STERBT ALLE Records erschienen.
Gary Flanell
DIE BENJAMINS „In 10 Jahren / Pas De Deux“ (Tomatenplatten)
Die Benjamins sind wieder da. Die All-Star-Band um die ehemalige Hans-A-Plast-Sängerin Annette Benjamin legt nach ihrem Debütalbum nun eine Single mit zwei nagelneuen Songs nach. Aufgenommen und produziert von Moses Schneider, live eingespielt und roh und unverputzt eingefangen. So kommt derCharme der Band gleich richtig zur Geltung. Ihr Post-Punk knarzt und kracht, direkt und unverbraucht. Und über allem natürlich Annettes unverwechselbare Stimme. In „Wer liebt dich in 10 Jahren“ besiegt sie die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft vor allem auch in der Szene und führt dem Hörer damit unverhohlen die eigene Endlichkeit vor Augen. Noch drastischer wird es bei „Pas de deux“, wo Gewalt und Dominanz in der Beziehung thematisiert werden. Da Die Benjamins ja eher als Projekt denn als Band zu sehen sind, machen sie sich leider auf Konzertbühnen eher rar, so dass dieses schöne Kleinod von einer Vinyl-Single ein prima Methadon-Präparat darstellt. Dazu schön verpackt, Platten-Junkie, was willst Du mehr?
Abel Gebhardt
CHOIR DIVISION „Open Hearts, Empty Spaces“ (Last Exit Music)
Das Format ist das gleiche, die Marschrichtung aber eine gänzlich andere. Bei der Debüt-EP „Open Hearts, Empty Spaces“ von Choir Division handelt es sich um vier Stücke klassischer Chormusik. Nur dass es sich dabe eben nicht um klassische Lieder handelt, sondern um Neuinterpretationen großer Hits von Joy Division und ihrer Nachfolgeband New Order handelt. Die düsteren, melancholischen Songs der Kultband aus Manchester eignen sich hierfür so hervorragend, dass man fast geneigt ist sich zu fragen, warum bislang noch nie jemand auf diese Idee kam. Mit „Transmission“, „Day Of The Lord“, „Isolation“ und „Bizarre Love Triangle“ gibt es auf dieser 7“ gleich vier Klassiker der New-Wave-Epoche in neuem Gewand zu hören. Das ist einerseits sehr spannend, zu hören, wie man sich diesen Kompositionen als reine Acapella-Versionen nähern kann, anderseits machen die Stücke einfach Spaß.
Abel Gebhardt
TAG OHNE SCHATTEN / TRUST ISSUES - Split 7inch
Manche Dinge gehen einfach gut zusammen - Rewe neben Aldi zum Beispiel. Wölfe und Bären bei der Jagd ebenso. Gleiches gilt auch für die beiden Bands auf dieser Split-7inch mit dem sehr schönen Comic-ein-bissl-wie-früher-bei-Frank-Koziks-Man's-Ruin-Cover, und dann noch rotes Vinyl, ein Traum. T/O/S bringen zweimal richtig guten deutschsprachigen Punk, schön abwechslungsreich, gut gespielt und eine angenehme Dosis an Melancholie mit Wut vermischt. Ein bissl muss ich an RAZZIA und ein bissl an PETROGRAD denken. Top!
TRUST ISSUES sind old rabbits im Punkbusiness, wie ich es Abends im Schaukelstuhl auf der Veranda meines brandenburgischen Anwesens zu nennen pflege, während ich mir nach hartem Tagwerk einen Zug aus der Meerschaumpfeife gönne und auf die gut bestellten Ländereien schaue. Ok, ich schweife ab...
JEDENFALLS: Ihre letzte LP habe ich schon sehr gefeiert und auch die beiden Songs auf ihrer Seite der 7inch sind kleine Wunderwerke. Wieder ist es SCREAM-artiger old school HC/Punk mit leicht neurotischen Noise-Rock-Tendenzen. Alles, was in den späten 80ern bis in die frühen 90er an HC-Punk geil war, dürft ihr jetzt als Referenz nehmen... naja, bis auf dieses ewig nach der gleichen Papp-Schablone klingende Melodic-Hardcore-Zeug. Wie gesagt, manche Dinge gehen gut zusammen, hier sowieso beide Bands, das Gesamtpaket ist sehr gelungen und auf dem Label mit dem tollen Namen STERBT ALLE Records erschienen.
Gary Flanell
DIE BENJAMINS „In 10 Jahren / Pas De Deux“ (Tomatenplatten)
Die Benjamins sind wieder da. Die All-Star-Band um die ehemalige Hans-A-Plast-Sängerin Annette Benjamin legt nach ihrem Debütalbum nun eine Single mit zwei nagelneuen Songs nach. Aufgenommen und produziert von Moses Schneider, live eingespielt und roh und unverputzt eingefangen. So kommt derCharme der Band gleich richtig zur Geltung. Ihr Post-Punk knarzt und kracht, direkt und unverbraucht. Und über allem natürlich Annettes unverwechselbare Stimme. In „Wer liebt dich in 10 Jahren“ besiegt sie die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft vor allem auch in der Szene und führt dem Hörer damit unverhohlen die eigene Endlichkeit vor Augen. Noch drastischer wird es bei „Pas de deux“, wo Gewalt und Dominanz in der Beziehung thematisiert werden. Da Die Benjamins ja eher als Projekt denn als Band zu sehen sind, machen sie sich leider auf Konzertbühnen eher rar, so dass dieses schöne Kleinod von einer Vinyl-Single ein prima Methadon-Präparat darstellt. Dazu schön verpackt, Platten-Junkie, was willst Du mehr?
Abel Gebhardt
CHOIR DIVISION „Open Hearts, Empty Spaces“ (Last Exit Music)
Das Format ist das gleiche, die Marschrichtung aber eine gänzlich andere. Bei der Debüt-EP „Open Hearts, Empty Spaces“ von Choir Division handelt es sich um vier Stücke klassischer Chormusik. Nur dass es sich dabe eben nicht um klassische Lieder handelt, sondern um Neuinterpretationen großer Hits von Joy Division und ihrer Nachfolgeband New Order handelt. Die düsteren, melancholischen Songs der Kultband aus Manchester eignen sich hierfür so hervorragend, dass man fast geneigt ist sich zu fragen, warum bislang noch nie jemand auf diese Idee kam. Mit „Transmission“, „Day Of The Lord“, „Isolation“ und „Bizarre Love Triangle“ gibt es auf dieser 7“ gleich vier Klassiker der New-Wave-Epoche in neuem Gewand zu hören. Das ist einerseits sehr spannend, zu hören, wie man sich diesen Kompositionen als reine Acapella-Versionen nähern kann, anderseits machen die Stücke einfach Spaß.
Abel Gebhardt
Labels:
Abel Gebhardt,
Choir Division,
Die Benjamins,
Gary Flanell,
Last Exit Music,
Review,
Sterbt Alle Records,
Tag Ohne Schatten,
Tomatenplatten,
trust issues
Donnerstag, 28. August 2025
Schön, wenn Egg bene dict Pt. OxO
DIE LIGA DER GEWÖHNLICHEN GENTLEMEN - EGG BENEDICT
Das 2025-Album der unterhaltsamsten Swinging-60ies-Indie-Soul-Pop-Retro-Vintage-Ska-all-das-und-mehr-Band des Landes. Schon der Titel klingt spitze. Ich habe keine Idee, was das sein soll, das könnte ich natürlich googlen, aber das wäre ja... schnöde.
Meine Überlegungen gehen in Richtung eines seltsamen Mixgetränks.
Ich hatte mal ein Buch mit Punschrezepten, darin gab es eine Anleitung für Kaiserpunsch, der mit rohem Ei zubreitet wurde. Puh. Ähnlich seltsam stelle ich mir Egg Benedict vor. Habe nun doch gegoogelt. Eigentlich Ei auf Brötchen mit was dazu. Sieht entgegen meiner Erwartungen recht appetitlich aus. Also, ich nehm's. Gibt's Maggi dazu?
Was ich auch gerne zu mir nehme, seit Monaten schon und über die Gehörgänge, ist das gleichnamige Album der LIGA DER GEWÖHNLICHEN GENTLEMEN. Läuft hier schon seit geraumer Zeit sehr oft und sehr oft komplett durch, oft als Soundtrack zu ischiasbedingter Morgengymnastik. Ich kenne sie mittlerweile sehr gut, die Songs auf der Platte.
Perfekt für ein paar Dehnungsübungen im Stehen geht es flott los: Zunächst der knackige Opener und Sofort-Mitschwing-Befehl aus dem Liga-Hauptquartier "Es ist immer Sommer irgendwo", gefolgt vom großartigen Disco-Smasher "Song für die ALU" - einer der wenigen aktuellen Pro-Gewerkschafts-Songs. Denke gerade daran, dass es ja in den 70er- und 80ern sehr viele Songs über die Relevanz der Gewerkschaften gibt. Mit Solidarität und so. Sowas macht eigentlich keiner mehr, oder? Wo ist denn das alles hin? Wird in Gewerkschaften nicht mehr gesungen? Ich befürchte, falls ja, dann nur der alte Traditions-Schmonzes. Aber weiter...
"Picknick auf Schloß Mühlenhof" ist nicht ganz mein Favorit, beschreibt halt eine lustige Landparty mit Frühschoppencharakter. Das ist mir ein bißchen zu sehr Alt-Herren-Art, aber textlich durchaus gewitzt. Dem folgt "Es ist Frühling" - ein leicht sehnsüchtig-nachdenklicher Indie-Pop-Schieber. Schön, und mit gewisser Melancholie. Kann ich gut mitgehen. Mache dazu eine seltsame Dehnübung mit abgeknicktem Unterschenkel.
Zur anschließenden Streckung der Muskeln im Schneidersitz dann "Sonniges Süd Schwabing" - luftiges Instrumental mit ordentlich Pfiff und Filmsamples von Werner Enke, vermute ich mal. Für dieses "Zur Sache Schätzchen"-60ies-München hatte die Liga eh immer schon ein Faible.
Dann der Hit des Albums, nein eigentlich der Opener zu einer ganzen Strecke von Hits des Albums - "Wenn du ein Problem hast". Geht erstmal los mit einer guten Geschichte und bietet dann: die finale Lösung all deiner Probleme! Verrate sie hier natürlich nicht, hör's dir einfach an. So muss man's einfach machen. Schön, wenn Songs zu Alltagshelfern werden.
Weiter im Eier-Album. Nächster Song, nächster Hit ist "Ich geh lieber allein" - diese ganze "You'll never walk alone"-Fußball-wir-stehen-alle-Zusammen-Atmo wird hier amüsant auseinandergenommen. Perspektivwechsel im deutschen Indie-Pop kann so gut sein und wird hier zum Hohelied des individuellen Voranschreitens. Macht zuweilen Sinn. Davon ausgehend ist die Wahlmöglichkeit zu haben, alleine ODER mit der Gruppe zu gehen, dann vielleicht das höchste Privileg. Sage ich als angehender Spaziergangswissenschaftler.
Befinde mich auf der Zielgerade der morgendliche Übungen - zum Abschuß eine Plank, eine Minute schaffe ich sicher. Dazu brauche ich einen entspannten Soundtrack, also passt "Ist Gunther da?" als schunkeliger Slow-Ska-Grower genau richtig. Inhaltlich ein wunderbare Mini-Alltagsszene (Ich schließ das Fahrrad an und hab einen Song im Kopf), jamaikanisch beinflusst vertont. Soche Daily-life-Miniaturen konnte die LIGA schon immer gut. So auch hier. I like.
Jetzt abschließend ins Ruhebad: "Paare vorm Kino" ist einer von diese charmanten LIGA-Pop-Songs, die auf Alltagsbeobachtungen beruhen und daraus eine hübsche romantische Geschichte entspinnen. Das ist chanson-, fast schon schlager-artig schön. Ganz ohne leichte Grauwolke geht es aber auch hier nicht ab, denn nach dem Kino muss man fix nach Haus, weil es morgen um 5 wieder wieder zur Schicht geht. Somit auch hier wieder die Referenz zur Working class, die sich auch immer wieder in den Lyrics von DLGDGG findet, war ja auch schon bei SUPERPUNK so. Diese Anspielungen auf das unprivilegierte Leben der arbeitenden Schicht ist gut, weil sie dir eben nicht zu sehr ins Gesicht gespuckt werden. Leider etwas unrealistisch, denn wer morgens um fuckin' 5 Uhr auf Arbeit sein muss, wird am Abend vorher sicher nicht ins Kino gehen. Aber ansonsten sehr schön.
Vorletzter Song und damit fast der krönende Abschluß (auch weil hier Andreas Dorau als Gastsänger am Start ist) wäre dann "Hedy Lamarrs siebter Mann". Auch das ein Hit, der live ebenso gut ankommen wird, wie die drei vorherigen Songs der Platte. Hedy wer? Leider etwas vergessen, die Frau Lamarr, aber sicher bin ich nicht der einzige, der nach diesem Tribute mal ihren Wikipedia-Eintrag gelesen hat. Interessante Lebensgeschichte. Wäre davon ab auch ein guter Name für ein Beiserl: Café Lamarr, oh I like!
Von dort könnte man gleich für einen Absacker rüber ins "Chez Delmonico" gehen, zufällig auch der Titel des Instrumentals, mit dem "Egg Benedict" schließt. Auch wieder subtile Ska-Rhythmik, dazu angenehme CARDIGANS-artige Easy-Listening-Sounds. Genau richtig, um die Gymnastik zu beenden.
Gary Flanell
P.S.: Memo für mich selbst: Mit der LIGA ein Interview machen. Nur übers Wetter reden. Kommt in den Lyrics ja oft vor. Also warum?
"EGG BENEDICT" von DIE LIGA DER GEWÖHNLICHEN GENTLEMEN ist 2025 auf Tapete Records erschienen.
Donnerstag, 5. Juni 2025
Schön, wenn's Dubai pisst. Pt. 1
PISSE - DUBAI
PISSE find ich schon länger gut. Haben ja mal auf einer Releaseparty zu einer Renfield-Ausgabe gespielt. Ich fand sie damals so gut, dass ich mit ihnen ein Interview machen wollte. Das hat nicht geklappt, denn die Menschen in dieser Band waren so nett, mir den dezenten Hinweis zu geben, dass sie in Interviews nicht so gut wären. Dann hab ich das gelassen. Ich habe eigentlich auch keine Fragen gehabt, die ein Interview wert gewesen wären.
Wie ein PISSE-Interview mit totaler Verweigerungshaltung komplett in die Hose gehen kann, hat Linus Volkmann mal berichtet. Als er für ein Musikmagazin ein konventionelles Interview mit der Band machen wollte, ist die Sache total kollabiert und ein wunderbares Nicht-Gespräch entstand. Weil PISSE keinen Bock auf den Medienquatsch hatten und besser als die SEX PISTOLS das Spielchen sabotiert haben. Könnt ihr irgendwo nachlesen. Hier zum Beispiel.
Nun also neue PISSE-Album. Titel schon sehr gut, soviele Assoziationen schießen mir durch den Kopf. Die bescheuert-überteuerte Hype-Schokolade? Das Scheichtum, das Menschenrechte mit Füßen tritt und Menschen komplett ausbeutet. Bräsige Influencer, die denken, wenn man da hinzieht, schmelzen alle Probleme, die man so hat, einfach in der Wüste dahin. Sowas. Fest steht, dass der Begriff Dubai mittlerweile ziemlich negativ belegt ist. Also springt sofort die punk-kritische Assoziationsmaschine an. Gut, um allein damit schon Aufmerksamkeit zu generieren.
Das zeigt immerhin, dass PISSE immer noch einen guten Riecher dafür haben, was Aufsehen erregen kann. Das funktionierte schon mit den frühen Releases. Die halbe Welt hat den Fahrradsattel-Song zwar nicht so echt verstanden, aber trotzdem geliebt, geteilt und geliket, und bei "Work-Life-Balance" haben alle gleichzeitig höhnisch gelacht und gekotzt (ih auch!), weil soviel Wahres in dem treffend kurzen Text stand. Sowas konnten PISSE immer gut. Assoziationen wecken, indem man groteske Bilder über schnelle rumpelige Punksongs schreit. Konnte sich jeder sein Stück Hass auf das Leben im 21. Jahhundert abholen. Ich auch.
So richtig hatte ich noch nicht mitbekommen, wie die neue Platte klingen würde. Also aufgelegt. Komisch, denke ich erstmal. PISSE klingen jetzt wie eine sehr ruhige, lahme Post-Rock-Indie-Kapelle? Ist das diese Weiterentwicklung einer Band, vor der alle gewarnt haben? Falscher Alarm, das Album läuft auf 45 statt 33. Also nochmal. Jetzt klingt es schon eher nach... Punk. Ein wenig nach PISSE, eh klar, aber anders als bisher. Ist alles nicht so wirr, kurz und wütend, wie auf "Hornhaut ist der beste Handschuh", beispielsweise. So rumpelig ist das auch gar nicht mehr, simpel auch nicht. Das war ja mal ein Vorwurf: Dass die Band so tut, als könnten sie nix außer rudimentärem Deutschpunk, obwohl sie ziemlich passable Musiker sind. Mir war das egal. Die Songs waren knackig und kurz und haben dem ganzen Punk-Stuss mal etwas neues Leben eingehaucht.
Die Songs auf DUBAI erscheinen, das fällt erstmal auf, etwas langsamer. Nicht Mid-Tempo (auf 33 Umdrehungen allerdings schon), aber doch schon etwas gemächlicher, dazu auch länger. Man ballert also nicht mehr durch, lässt sich Zeit, lässt Sounds mal stehen und wagt gern mal ausgefalleneres, wenn man jetzt simplen durchgepeitschten Deutschpunk als Referenz nimmt. Aber das Schlagzeug, das achtelt immer noch so fiebrig-fickerig, wie früher. Schon schön so. Sorry, Freunde des hektischen good old PISSE-Sounds, da müsst ihr jetzt durch: Eure Lieblingsband entwickelt sich.
Eine Orgel schleicht sich durch einige Songs, und passt da auch gut hin. Aber auch kein ganz neues Phänomen, die hätte so auch auf einem FEELING B-Album drauf sein können. Mittendrin gbt's sogar ein barock anmutendes Orgelstück, damit können sie in der Kirche in Görlitz sicher die Messe füllen. Es werden also Dinge ausprobiert. Frage mich, ob da alle Fans mitgehen. Glaube aber schon.
Ich bin mir nicht sicher: Wenn mir jemand die Platte mit verbundenen Augen vorgespielt hätte, also ich mit verbundenen Augen, nicht der Vorspieler, ob ich sie als das neue PISSE-Album identifiziert hätte. Hätte mir trotzdem gefallen, ich wäre sicher neugierig gewesen. Es changiert alles zwischen frühem Punk der 80er, egal ob Ost oder West, an der Schwelle zu NDW. Meist dazu mit einem etwas melancholischen, desparaten Touch. Seltsamerweise fühle ich mich das eine oder andere Mal beim Gesang an die erste Platte von ZSD erinnert, dann auch mal an den Minimalismus von CHAOS Z oder an die Meckerigkeit von ELEGANT. Ich würde beim Blind Date auch nicht mal sagen können, ob das eine Band wäre, die aus dem Osten, Westen, Norden oder Süden kommt. Die Verortung läuft so nicht mehr und das finde ich wirklich mal schön, dass diese Einteilung in "typische" Ost-Punkband hier eben nicht funktioniert.
Alles andere auf diesem Album - wenn eine Platte und eine Band sich überhaupt daran messen lassen sollte, ob sie funktioniert - dagegen schon.
Gary Flanell
DUBAI von PISSE ist wie immer auf Phantom Records erschienen, kann man sich auch hier anhören.
Donnerstag, 20. März 2025
Schön, wenn Garagepunk komisch spricht Pt. BEESVVAXXXX
NUNOFYOURBEESWAX - HABLO RARO
Fast!
Hätte ich NUNOFYOURBEESWAX letztes Jahr live gesehen! Und das nicht mal in Berlin.
Verrücktes Leben: Da gibt es wirklich Bands, die Leute manchmal fast live miterlebt hätten. Das Dasein auf dieser Welt hät doch immer neue Überraschungen bereit.
Letztes Jahr habe ich zu Regenerationszwecken einige Tage in San Sebastian verbracht. Wunderbare Stadt, vor allem wegen der malerischen Buchten, Strände, Berge. Alles toll, also. Ich ging spazieren, lag im Sand und las ein Buch. In einem gut sortierten Plattenladen kaufte ich ein T-Shirt, in einem anderen, weniger gut sortierten Laden eine Live-Platte von SO MUCH HATE. Da wurde mir nochmal klar, wie Punk die Globalisierung schon früh drauf hatte: Das Live-Album ist nämlich in der Your Choice-Live Series erschienen. Your Choice war ein Label aus NRW, glaube ich. Die Livemitschnitte allesamt Sahne. Also, ein Label aus Deutschland veröffentlicht eine live aufgenommene Platte einer norwegischen Band und die wird mir 36 Jahre später in einem Plattenladen im Baskenland in die Finger gespült. Es wäre nachzuforschen, wie sie dort hingekommen ist. Eigentlich eine subkulturelle Flaschenpost.
Mein subkulturelles Erleben beschränkte sich ansonsten auf den Besuch eines Mini-Festivals mit MUDHONEY und drei baskischen/spanischen Bands, deren Namen ich leider vergessen habe - bis auf eine. MELENAS, eine reine Frauenband, die mir vor allem deshalb sofort sympathisch war, weil sie ihren Gig zunächst ohne Gitarren eröffnet haben. Nur Synthie, Bass, Schlagzeug und Gesang, es war wunderbar, denn die beiden Bands davor, deren Namen ich nun wirklich nicht mehr im Kopf habe, waren halt so typische Alternative-Rock-Indie-Emobands.
Die eine noch ganz jung und offensichtlich noch gar nicht so ausgereift (beendeten ihren Gig aber mit einem recht guten PINK-Cover), aber genau deshalb auch grundsympathisch. Die zweite, puh, das war anstrengend, denn das war so eine reine Männertruppe mittleren Alters, die so ganz wütenden brachalen Noiserock drauf hatten, dazu zwei Schlagzeuger, die orginal komplett dasselbe gespielt haben. Warum? Keiner weiß es. Dann noch ebenjene MELENAS, so viel Wave-artiger und spannender, auch wegen der fetzigen Coverversion von GRAUZONEs Eisbär. Auf spanisch: OSA POLAR.
Über MUDHONEY weiß ich nicht viel besonderes zu berichten, denn sie waren routiniert und souverän. So routiniert, dass ich mich gefragt habe, ob sie überhaupt wissen, in welcher Stadt sie gerade sind, oder ob das komplett egal ist. Was auch wiederum egal ist. Das war also mein einiges Konzerterlebnis im Urlaub in San Sebastian 2024. File this segment under holiday memories.
Es hätte noch ein Konzert dazukommen können, denn in den Zeitraum meines Urlaubs begab es sich, dass auch NUNFYOURBEESWAX in Spanien unterwegs waren und in San Sebastian Halt gemacht haben - gemeinsam mit THE GORIES.
Ja, ich weiß. Sowas sollte sich niemand niemals nicht entgehen lassen. Allerdings: Es war der Abend vor meiner Abreise Richtung Barcelona, die am nächsten Morgen sehr früh vonstatten ging. Und da ich mittlerweile zu ausgedehnten Ruhephasen im Vorfeld von An- und Abreisen neige... bin ich mit der Taschenbuchausgabe der gesammelten Briefkorrespondenz von Hunter P. Thompson auf dem Gesicht in meinem Herbergszimmer eingepennt. In der Youtube-Playlist das "Memphis Underground"-Album von Herbie Mann in Dauerschleife.
Aber von nun an war der Kontakt zu NUNOFYOURBEESAX da, und jetzt liegt ihr drittes Album hier auf dem Plattenspieler und dem Schreibtisch (wechselweise mit einer Platte von DEAD MOON und "Frenching the Bullies" von THE GITS). So ganz unbekannt war mir die Band vorher nicht, schließlich kann man sie immer wieder mal live in irgendwelchen Berliner Kellern sehen. Nun also neue Platte und alles, was irgendwie den Ruch von Garagerock/Punk hat, finde ich immer noch spannend und deshalb dieser Text.
Also gleich mal die Katze aus dem Sack: "Hablo raro" ist ein sehr erfrischendes Stück Garagepunk geworden. Das, was mal in den 60ern in dieser Art gespielt wurde, auf Nuggets- und Pebbles- und Backfromthegrave-Samplern zusammenkompiliert wurde, findet sich hier in modernisierter Art wieder. Dazu sicher das prägnante Erbe einiger südamerikanischer Garagebands wie LOS SAICOS. Diese mit den BUZZCOCKS, COATHANGERS, CRAMPS, LOLITAS und WHITE STRIPES in einen Mixer geworfen - fertig ist die stürmische-fiebrige, dich unmittelbar treffende Garagerock/Pop-Punk-Chose. Flott, tanzbar und sehr gute Laune verbreitend.
Was mir an den Songs auf "Hablo raro" so richtig gefällt, ist der Fakt, dass es eine Punkplatte ist, der dieser typische, RAMONES-artige Punksound fehlt. Die Gitarre ist kaum verzerrt, auch dieser harte Downstroke-Anschlag ist nicht da und das macht alle neun Songs zu einer angenehm luftigen und rhythmisch sehr tanzbaren Angelegenheit. Manche werden das Lo-Fi nennen, und vielleicht ist es das auch, aber die Tatsache, das die Band sich für diese Art von Sound entschieden hat, hat wenig mit mangelndem Technik- oder Equipment-Ressourcen oder Know-How zu tun, sondern war sicher eine bewusste Entscheidung und das finde ich wiederum äußerst charmant.
Schon das Intro, in dem das Stimmen der Gitarrensaiten die Zuhörer*innen darauf vorbereitet, dass NUNOFYOURBEESWAX sich gerade darauf vorbereiten, den Soundtrack für eine Party, für deine Party also, abzuspielen: Ich bin der Meinung:"...das ist Spitze!" (Hans Rosenthal, 1982)
Und dann noch Don Fury! Ich hab's kaum geglaubt, gerade den in den "Hablo Raro"-Credits zu finden! Erstens wusste ich gar nicht, dass Fury noch als Produzent o.ä. aktiv ist, und zweitens hätte ich ihn sicher nicht als Mastering-Mensch für eine Garage-Punkband erwartet. Aber nun, der Name steht da auf dem Backcover und es wär schon schräg, wenn es ein komplett anderer Don Fury wäre, als die Hardcore-Produzentenlegende aus New York.
Wo gerade von Back- und Frontcover die Rede ist... Auch das Coverartwork von Johan Schreier ist wunderbar: Bunt wie ein 80er-Jahre-Teenage-Bubblegum-Comic, bissl an frühe Punkscheiben wie von THE MODERNETTES erinnernd und somit in sich auch sehr passend zur Musik.
Festzustellen bleibt: NUNFYOURBEESWAX haben hier eigentlich nur Hits ins Vinyl gepresst und wer nur ein bißchen was mit der Art von Rockmusik anfangen kann, die die Silbe Garage in sich trägt, sollte sich HABLO RARO geben - egal ob auf Spotify, Bandcamp oder im Plattenladen eures Vertrauens.
Gary Garage Flanell
HABLO RARO ist über die Bandcampseite von NUNOFYOURBEESWAX erhältlich.
P.S.: Beste Songs? "All I Know" - so ein richtiger Hüftschwinger mit geilem Gitarrenthema, das mich an einen südamerikanischen Garagerock-Kracher erinert, dessen Name mir aber partout nicht einfällt. Und zweitens: "Never will" - ein unglaublich süßes Stück Pop-Punk, es gibt nichts schöneres, um die B-Seite dieses Album zu beenden.
Labels:
Berlin,
Garage Punk,
Garage Rock,
Gary Flanell,
Hablo raro,
Herbie Mann,
Hunter S. Thompson,
Nunofyourbeeswax,
Punk Global,
Review,
San Sebastiaon
Donnerstag, 27. Februar 2025
Schön, wenn ich zu Musik tanze Pt. I
FOTOKILLER - Eerie Nostalgia
Ich tanze. Oh Universum, wie ich tanze! Es zuckt überall, jede Faser des Körpes will sich bewegen. Naja, fast. Aber ich tanze. Von der Küche ins Wohnzimmer ins Schlafzimmer. In die Küche. Mit links einen Schluck Kaffee aus der Tasse gesippt. Ich tanze immer noch. Der wievielte Song? Egal. Ich tanze.
Ich tanze, wie ich früher getanzt habe. Etwas ungelenk, die Arme ausgebreitet, etwas nach vorne gebeugt, zwei Schritte vor, zwei zurück (vgl. RobertA Blanca "Tanze Dark Wave mit mir"). Ich tanze wie früher.
Als uns der kleine orangefarbene Polo meiner Mutter (der mit dem Putzlappen im Tankloch, weil der Deckel irgendwie weg war) mich und einige Freund*innen ins Silmarillion nach Werne brachte. Silmarillion war so eine kleine, aber irgendwie alternativ gestaltete Kneipe in der nächstgelegenen westfälischen Kleinstadt. Die Besitzer offensichtlich Tolkienfans. Da war einmal in der Woche Wave-Abend. Und da wurde getanzt zu allerlei: JOY DIVISION, PINK TURNS BLUE, NEW MODEL ARMY, SISTERS OF MERCY. Sowas halt.
An diese Wave-Abende im Simarillion denke ich, als hier in meinem Ostberliner Plattenbau die FOTOKILLER-Platte läuft. Mich befällt dabei die Erinnerung an etwas unbeschwertere Zeiten. Ich nenne es Nostalgie. Nostalgie finde ich immer ein bißchen unheimlich und mag sie wegen der darin enthalteten Abkehr vor der Lebensrealität nicht. Man flüchtet ja in Nostalgie. So wird es gesagt. Flucht davor, sich aktuellen Problemlagen zu stellen, find ich nicht so geil. Das ist mir unheimlich, schaurig, finde ich mindestens doof. So gesehen hat diese Berliner Band mit dem Titel ihres neuen Albums zumindest bei mir den richtigen Nerv getroffen.
Dabei kann man schon sagen, dass FOTOKILLER mit ihrer Musik schon Sounds nutzen, die eine gewisse Nostalgie fördern. Erinnerungen an eine Zeit, in der die gesellschaftliche Lage eher trist und langweilig war und man gut auf einer mit Kunstnebel bedeckten Tanzfläche verträumt davon schweben konnte.
Es ist also anzunehmen, dass FOTOKILLER recht genau wissen, dass vieles an ihrem Sound sehr an die subjektiv selig wahrgenommenen Goldenen Tage des New bis Dark Wave anknüpft, diese eventuell auch miterlebt haben und diese Nostalgie - weil "eerie" im Album Titel - zuweilen auch als beunruhigend erleben. Davon ab gesehen, haben sie auf "Eerie Nostaglia" einige Hits für die nie endende Discotheque mélancholique. "Stop the world" ist so toll, da möchte man in den Armen eines Seelenpartners sterben
Nun schauen wir wissend drein und können einordnen: Dieses Post-Punk-Wave-Neblige auf "Eerie Nostalgia" passt sehr gut in jede Indie/Wave-Disco. Auf Berlin bezogen, wohl sehr gut in den Duncker. Das klingt jetzt so, als wäre diese Musik hoffnungslos in den 80ern klebengeblieben. So ist es aber nicht. Eher so, als hätten FOTOKILLER die Einflüße der 80er in die 2020er hinüber geholt. Es gibt hier einige Referenzen zu so called Indie-Ikonen. THE CURE, die frühen, fallen mir da als erstes ein, JOY DIVISION auch. Dann THE CHAMELEONS oder auch seltsamerweise EA80, so manche einfache Gitarrenfigur (Control) hätte auch von denen sein können. Der Bass, so dünn und schlicht wie eine zweite Gitarre, treibt alles sehr klar nach vorn, die Rhythmen mit dieser hektischen Hihats haben auch so einen fiebrigen 80er-Post-Punk-Sound.
Darüber mändert dann geisterhaft die Stimmme der Sängerin/Gitarristin Sofy, oft verträumt, fast schon abwesend. Also schon wie im Kunstnebel verschwindend. Solche Sounds kommen mir nicht allzuoft unter, vielleicht gefällt mir dieser gespentische Widerhall an Zeiten, in denen das spannend war, ganz gut.
Andererseits gibt es genug aktuelle Bands, die ich mir gemeinsam mit FOTOKILLER auf einem Gig oder in einer Playlist vorstellen kann. Manche wie z.B. LEBANON HANOVER reisen damit ziemlich gut durch die Welt. Oder PLOHO aus Sibirien, die vor gar nicht langer Zeit die Neue Zukunft vollgemacht haben. Wobei FOTOKILLER im direkten Vergleich etwas gitarrenlastiger sind, die Synthies nicht ganz so präsent, somit einen fast schon Garage-artigen Touch haben. Garage-Wave? Gibt's das eigentlich? Dann wohl jetzt. Am ehesten fallen mir BELGRADO aus Spanien als direkte Nebelnachbarn ein, wobei die etwas mehr zum Experiment neigen.
Soviel zu Referenzen und Soundverwandtschaften, ihr wisst, wie dieses Album einzuordnen ist. Das kann man retro nennen und einen verschmitzten Retro-Hang würden FOTOKILLER auf Anfrage wohl nicht verleugnen. Das erkennt man auch gut an dem kleinen "Stereo"-Zeichen auf dem Frontcover der Platte. Den Hinweis braucht heute kein Mensch mehr, ist aber charmant. Als wäre die Platte nur auf Omas Phonoschrank optimal abspielbar, großartig. Jetzt müsste man noch eine Oma haben, die noch einen Phonoschrank hat und nicht nur einen seelenlosen Spotify-Premium-Account.
Überraschend ist "Eerie Nostalgia" nicht, dafür wohltuend wiedererkennbar und in seiner Entrücktheit tröstend. Aber das ist ja die Haupteigenschaft von Nostalgie und in diesem Kontext gefällt sie mir gut. Gäbe es eine Silmarillion-Revival-Party, ich würde hinfahren, und hoffen, dass der/die DJ* was von FOTOKILLER spielt. Und tanzen.
Gary Flanell
"Eerie Nostalgia" von FOTOKILLER ist auf It's Eleven Records erschienen.
Noch was zum Cover: Das sieht hübsch abstrakt aus, und ich freue mich, dass dabei alle DarkWave-Grafik-Klischees gekonnt vermieden wurden. Verrät nicht zviel über den Sound oder das Genre und ist allein deshalb schon super. Was dort genau zu sehen ist - ich habe keine Ahnung.
Und noch was: Ich habe versucht, mir vorzustellen, was ein Fotokiller ist. Habe keine zufriedenstellende Erklärung gefunden. Wer die schönste und fantasievollste Erklärung für den Namen hat, schicke sie ausreichend frankiert per E-Mail an renfield-fanzine@hotmail.de.
Vielleicht gibt es einen Preis.
Wer weiß...
Freitag, 27. Oktober 2023
Konzert+++ Konzert+++Konzert+++
Jawollo Apollo!!
Endlich mal wieder schöne Musik!
Irgendwo im Osten, aber nicht allzu tief im Osten. Kurz hinter der Ringbahn, wo die hoffnungsvollen Wohnungssuchenden jetzt auch mal hinschauen, von Friedrichshain aus. Auf einer der gemütlichsten Bühnen, die diese gentrifizierte Zombie-Stadt noch zu bieten hat.
Genauer gesagt, in einem Hinterhof, in dem nun Gras wächst und früher mal alles mit Betonplatte ausgelegt war. Einem Hinterhof, in dessen dazugehörigen Hauptgebäude einst Spione spionierten, und jetzt Menschen gemeinschaftlich zusammenleben. In einem Schuppen, einem kleinen Mehrzweckgebäude im Hinterhof auf dem ehemaligen Gelände des DDR-Geheimdienstes, der sogenannten REMISE.
Also: Kommt rum und seht es euch an. Kommt vorbei und hört zu. Kommt vorbei, nehmt einen Drink und jubelt zu nettem Anti-Folk und Singer/Songwriter Zeug. Wird gemütlich.
KONZERT IN DER REMISE
Wann? 04.11., ab 20 Uhr.
Wo? Remise im Hinterhof, Magdalenenstraße 19, Haus 4, 10365 Berlin.
Wer?
DRUNK AT YOUR WEDDING (Electric folk, Berlin)
LUTZ NEUSTADT (Singer/Songwriter, Berlin)
GARY FLANELL (Silver Slacker Sounds, Berlin)
***ENGLISH VERSION***
Hell ya!
DRUNK AT YOUR WEDDING, Lutz Neustadt of LUTZILLA and Gary Flanell are playing live- somewhere on one of the coziest stages this gentrified zombie city has to offer.
Where spies once did, ehm, spy, there is a shed, a remise, a small multi-purpose building in the backyard on the former area of east german secret police HQ, there will be now music.
If you do not believe, come around and see. Come around and listen. Come around and cheer to some nice anti-folk and singer/songwriter stuff.
CONCERT @ THE REMISE
Date: 04.11., ab 20 Uhr
Location: Remise im Hinterhof, Magdalenenstraße 19, Haus 4, 10365 Berlin
Artists:
DRUNK AT YOUR WEDDING (Electric folk, Berlin)
LUTZ NEUSTADT (Singer/Songwriter, Berlin)
GARY FLANELL (Silver Slacker Sounds, Berlin)
Sonntag, 13. November 2022
THANK YOU GARY MUCH - Gary Flanells erstes Solo-Tape
Aufgemerkt, liebe Freunde der rhythmischen Tanzmusik:
Nächste Woche Freitag wird das erste Solo-Tape vom Herrn Flanell veröffentlicht.
"THANK YOU GARY MUCH" heißt es, komplett weiß ist es, 11 Songs enthält es, auf 50 Exemplare limitiert ist es. Soweit die Fakten.
Nach Jahrzehnten des Fanzine Machens und in diversen musikalischen Projekten Involviert Seins (früher: ESEL, MERCEDES Z, SCEPTIC JAZZ, ELLA & GARY, heute: ATOMVULKAN BRITZ, KUNSTKACKE SOUNDSYSTEM), nun also erstmalig eine Auswahl dessen, was ich in den letzten Jahren aufgenommen habe.
Die 11 Tracks tragen allesamt eine große Portion Punk- und DIY-Spirit in sich, auch wenn es in musikalischer Hinsicht nicht alles Schrammelgitarre ist, sondern zuweilen etwas elektronisch daherkommt. Das meiste wurde in den eigenen vier Wänden eines Ost-Berliner Plattenbaus konzipiert, aufgenommen, arrangiert. Es gibt noch diverse Songs mit englische Lyrics, auf diesem Tape sind alle Texte allerdings komplett auf deutsch.
Bei der Realisierung dieses Tapes gab es Support von wirklich lieben Menschen, ohne die es nie so hübsch geworden wäre, wie es ist:
Baba Jaga hat wunderbare Vocals auf dem Track "Europa" eingesungen, Atomvulkan-Brudi Sun Ra Bullock seine subtilen Kaos-Pad-Echo-Skills auf "Die Ideen gehen aus" beigesteuert und Bernard Fruithagel, der großartige grafic artist, hat das hübsche stilvolle Coverdesign samit Banderole und Gary-Score A perfekt umgesetzt.
Und dann will ich noch Alissa Wyrdguth erwähnen, die mit klugem und wichtigem Feedback geholfen hat, manch peinliche Untiefe zu umschiffen.
Anhören und runterladen kann man sich alle Tracks des Tapes ab dem 18.11.2022 über die Bandcamp-Seite von JOHN STEAM RECORDS. Dort kann auch das Tape bestellt werden.
Einen Vorgeschmack gibt es jetzt schon, denn der Track "Michel Piccoli" wurde bereits am 11.11. veröffentlicht und ist hier hörbar.
In den nächsten Tagen werde ich den Renfield-Blog nutzen, um zu jedem Track auf "THANK YOU GARY MUCH" ein paar Liner-Notes zu hinterlassen.
Diese Texte werden nach einer Free writing-Methode verfasst.
Das bedeutet: Ich werde jedes Mal 10 Minuten ununterbrochen schreiben. Alles, was mir zum jeweiligen Song in den Sinn kommt. Wichtig ist es, nicht aufzuhören mit dem Schreiben. 10 Minuten lang. Dann ist Schluß. Jeder Text wird dann noch sanft orthografisch korrigiert, aber inhaltlich wird nichts verändert.
Los geht es mit "Badewanne Selbstmitleid morgens".
Hier schon einmal die Tracklist aller Songs des "THANK YOU GARY MUCH TAPES":
1. Badewanne Selbstmitleid morgens
2. Mann mit der Torpedohaut
3. 2 Jahre oder weniger
4. AMHIG
5. Trauriger Hund
6. Selten mach ich Spaß
7. Michel Piccoli
8. Die Ideen gehen aus
9. Europa
10. Woher ich komme
11. Badewanne Selbstmitleid abends
THANK YOU GARY MUCH von Gary Flanell erscheint am 18.11.2022 uf John Steam Records in einer limitierten Auflage vn 50 Tapes und als digitaler Download über die Bandcamp-Seite von JOHN STEAM RECORDS.
Am 18.11. ab 21 Uhr wird das Tape bei der JSR DOUBLE RELEASE PARTY im Trxteria Nova in Kreuzberg vorgestellt - gemeinsam mit der Veröffentlichung des Tapes "First We Tape Manhattan" von LUTZILLA (Indierock/Post-Punk, Berlin) und ATOMVULKAN BRITZ (Regressive Rock), DJ-Set by Untanzbare Zustände (Indie-Rock).
Nächste Woche Freitag wird das erste Solo-Tape vom Herrn Flanell veröffentlicht.
"THANK YOU GARY MUCH" heißt es, komplett weiß ist es, 11 Songs enthält es, auf 50 Exemplare limitiert ist es. Soweit die Fakten.
Nach Jahrzehnten des Fanzine Machens und in diversen musikalischen Projekten Involviert Seins (früher: ESEL, MERCEDES Z, SCEPTIC JAZZ, ELLA & GARY, heute: ATOMVULKAN BRITZ, KUNSTKACKE SOUNDSYSTEM), nun also erstmalig eine Auswahl dessen, was ich in den letzten Jahren aufgenommen habe.
Die 11 Tracks tragen allesamt eine große Portion Punk- und DIY-Spirit in sich, auch wenn es in musikalischer Hinsicht nicht alles Schrammelgitarre ist, sondern zuweilen etwas elektronisch daherkommt. Das meiste wurde in den eigenen vier Wänden eines Ost-Berliner Plattenbaus konzipiert, aufgenommen, arrangiert. Es gibt noch diverse Songs mit englische Lyrics, auf diesem Tape sind alle Texte allerdings komplett auf deutsch.
Bei der Realisierung dieses Tapes gab es Support von wirklich lieben Menschen, ohne die es nie so hübsch geworden wäre, wie es ist:
Baba Jaga hat wunderbare Vocals auf dem Track "Europa" eingesungen, Atomvulkan-Brudi Sun Ra Bullock seine subtilen Kaos-Pad-Echo-Skills auf "Die Ideen gehen aus" beigesteuert und Bernard Fruithagel, der großartige grafic artist, hat das hübsche stilvolle Coverdesign samit Banderole und Gary-Score A perfekt umgesetzt.
Und dann will ich noch Alissa Wyrdguth erwähnen, die mit klugem und wichtigem Feedback geholfen hat, manch peinliche Untiefe zu umschiffen.
Anhören und runterladen kann man sich alle Tracks des Tapes ab dem 18.11.2022 über die Bandcamp-Seite von JOHN STEAM RECORDS. Dort kann auch das Tape bestellt werden.
Einen Vorgeschmack gibt es jetzt schon, denn der Track "Michel Piccoli" wurde bereits am 11.11. veröffentlicht und ist hier hörbar.
In den nächsten Tagen werde ich den Renfield-Blog nutzen, um zu jedem Track auf "THANK YOU GARY MUCH" ein paar Liner-Notes zu hinterlassen.
Diese Texte werden nach einer Free writing-Methode verfasst.
Das bedeutet: Ich werde jedes Mal 10 Minuten ununterbrochen schreiben. Alles, was mir zum jeweiligen Song in den Sinn kommt. Wichtig ist es, nicht aufzuhören mit dem Schreiben. 10 Minuten lang. Dann ist Schluß. Jeder Text wird dann noch sanft orthografisch korrigiert, aber inhaltlich wird nichts verändert.
Los geht es mit "Badewanne Selbstmitleid morgens".
Hier schon einmal die Tracklist aller Songs des "THANK YOU GARY MUCH TAPES":
1. Badewanne Selbstmitleid morgens
2. Mann mit der Torpedohaut
3. 2 Jahre oder weniger
4. AMHIG
5. Trauriger Hund
6. Selten mach ich Spaß
7. Michel Piccoli
8. Die Ideen gehen aus
9. Europa
10. Woher ich komme
11. Badewanne Selbstmitleid abends
THANK YOU GARY MUCH von Gary Flanell erscheint am 18.11.2022 uf John Steam Records in einer limitierten Auflage vn 50 Tapes und als digitaler Download über die Bandcamp-Seite von JOHN STEAM RECORDS.
Am 18.11. ab 21 Uhr wird das Tape bei der JSR DOUBLE RELEASE PARTY im Trxteria Nova in Kreuzberg vorgestellt - gemeinsam mit der Veröffentlichung des Tapes "First We Tape Manhattan" von LUTZILLA (Indierock/Post-Punk, Berlin) und ATOMVULKAN BRITZ (Regressive Rock), DJ-Set by Untanzbare Zustände (Indie-Rock).
Sonntag, 23. Oktober 2022
Doppelt hält: Neues von JOHN STEAM RECORDS
Es ist kein großes Geheimnis, dass ich in meiner unendlich verfügbaren Zeit nicht nur irgendwelche Hefte rausbringe oder Blogs unregelmäßig bestücke, sondern seit einiger Zeit auch ein kleines Label betreibe. Aus Gründen, die nichts mit wirtschaftlichen Handlungsweisen zu tun haben. Sondern... weil's Spaß macht. Sinnhaftes Tun galore steckt dahinter, sozusagen.
Jetzt stehen wieder zwei Veröffentlichungen auf JOHN STEAM RECORDS (Das Label mit dem "Got beer?"-Hut) an und die werden an einem Freitagabend im November vorgestellt.
1. LUTZILLA - FIRST WE TAPE MANHATTAN
Mehr Post als Punk. Rarer Un-Sinn. Eifrig. Subversiv. Go with the flow und ab dagegen!
Januar 2021: In einem Kreuzberger Proberaum funkt es gewaltig zwischen den langjährigen Band-Musikanten Carola, Uli und Lutz – kurz darauf erblickt “Lutzilla” das Licht der Band-Welt +++ Große Liebe: LIVE +++ Dezember 2021: Song "Pflaster aus Beton" auf dem Benefiz-Sampler "Don't piss here, piss there" von John Steam Records (Berlin) +++ 30.01.22: Song “Zucken unterm Augenlid” auf Radio T in der Sendung “Soundsplash” +++ Im November 2022 erscheint die erste EP “First we tape Manhattan” mit 8 Songs als Tape und online bei John Steam Records. Eingespielt im Probekeller; aufgenommen und abgemischt von Uli Albers; Mastering: Nils Rech. Release-Konzerte im Trixxtr (18.11.) und Schokoladen (7.12.) in Berlin.
VÖ-Datum: 18.11.2022
Limitierte Tape-Edition in hemdsärmelig-grün (50 Stück)
Digital erhältlich über Lutzillas Bandcamp-Imperium.
2. GARY FLANELL - THANK YOU GARY MUCH
Das erste Solo-Tape von Mr. Flanell. 10 Songs, 10 süße musikalische Kätzchen, alle sorgfältig gepflegt mit einer gesunden Mischung aus Punk-Spirit, Lo-Fi-Aufnahmen und ein wenig Melancholie. Das wird uns alle gut durch den Winter bringen.
VÖ-Datum: 18.11.2022
Limitierte Tape-Edition in Kernseifenweiß (50 Stück),
digital erhältlich über John Steams Tonträger-Imperium
JOHN STEAM DOUBLE RELEASE-PARTY
18.11.2022, ab 21 Uhr
Live:
LUTZILLA
+
GARY & THE FLANELETTES
+
special guest: ATOMVULKAN BRITZ
+
DJ-Set by UNTANZBARER ZUSTAND (Indie)
@ TRIXTEROVA NOVA, Berlin, Europa, Planet Erde.
Jetzt stehen wieder zwei Veröffentlichungen auf JOHN STEAM RECORDS (Das Label mit dem "Got beer?"-Hut) an und die werden an einem Freitagabend im November vorgestellt.
1. LUTZILLA - FIRST WE TAPE MANHATTAN
Mehr Post als Punk. Rarer Un-Sinn. Eifrig. Subversiv. Go with the flow und ab dagegen!
Januar 2021: In einem Kreuzberger Proberaum funkt es gewaltig zwischen den langjährigen Band-Musikanten Carola, Uli und Lutz – kurz darauf erblickt “Lutzilla” das Licht der Band-Welt +++ Große Liebe: LIVE +++ Dezember 2021: Song "Pflaster aus Beton" auf dem Benefiz-Sampler "Don't piss here, piss there" von John Steam Records (Berlin) +++ 30.01.22: Song “Zucken unterm Augenlid” auf Radio T in der Sendung “Soundsplash” +++ Im November 2022 erscheint die erste EP “First we tape Manhattan” mit 8 Songs als Tape und online bei John Steam Records. Eingespielt im Probekeller; aufgenommen und abgemischt von Uli Albers; Mastering: Nils Rech. Release-Konzerte im Trixxtr (18.11.) und Schokoladen (7.12.) in Berlin.
VÖ-Datum: 18.11.2022
Limitierte Tape-Edition in hemdsärmelig-grün (50 Stück)
Digital erhältlich über Lutzillas Bandcamp-Imperium.
2. GARY FLANELL - THANK YOU GARY MUCH
Das erste Solo-Tape von Mr. Flanell. 10 Songs, 10 süße musikalische Kätzchen, alle sorgfältig gepflegt mit einer gesunden Mischung aus Punk-Spirit, Lo-Fi-Aufnahmen und ein wenig Melancholie. Das wird uns alle gut durch den Winter bringen.
VÖ-Datum: 18.11.2022
Limitierte Tape-Edition in Kernseifenweiß (50 Stück),
digital erhältlich über John Steams Tonträger-Imperium
JOHN STEAM DOUBLE RELEASE-PARTY
18.11.2022, ab 21 Uhr
Live:
LUTZILLA
+
GARY & THE FLANELETTES
+
special guest: ATOMVULKAN BRITZ
+
DJ-Set by UNTANZBARER ZUSTAND (Indie)
@ TRIXTEROVA NOVA, Berlin, Europa, Planet Erde.
Sonntag, 21. Juni 2020
Lil' Naitsebas Rebok / Gary Flanell Split Tape RELEASE STREAM
YES, WE DID IT!
Es hat etwas gedauert, bis alles zusammen passte, aber nun ist es soweit:
Die erste Veröffentlichung auf JOHN STEAM RECORDS seit langer Zeit!
Das (goldene) Split-Tape von Little Naitsebas Rebok und Gary Flanell. 60 Minuten, je 30 Minuten von jedem Künstler. Pure handmade noise experiments, instrumentals, lo-fi sketches and soundscapes.
Limitierte Auflage von 50 Stück, 5 Euro/Stück. Alle Tracks sind bald auch digital über johnsteam.bandcamp.com zu hören und zu erwerben.
Präsentiert wird das goldene Tape am 23.06.2020 von 20-22 Uhr im Livestream auf roach.fm.
Es hat etwas gedauert, bis alles zusammen passte, aber nun ist es soweit:
Die erste Veröffentlichung auf JOHN STEAM RECORDS seit langer Zeit!
Das (goldene) Split-Tape von Little Naitsebas Rebok und Gary Flanell. 60 Minuten, je 30 Minuten von jedem Künstler. Pure handmade noise experiments, instrumentals, lo-fi sketches and soundscapes.
Limitierte Auflage von 50 Stück, 5 Euro/Stück. Alle Tracks sind bald auch digital über johnsteam.bandcamp.com zu hören und zu erwerben.
Präsentiert wird das goldene Tape am 23.06.2020 von 20-22 Uhr im Livestream auf roach.fm.
Freitag, 19. Juli 2019
Gary Flanell Interview
Zum Zeitvertreib während dieses wechselhaften Sommers hier der Link zum Interview mit Gary Flanell über sein Buch "Angst vor blauem Himmel" auf der Seite des Periplaneta-Verlags.
Die zentrale Frage darin:
Wer darf in Gary Flanells Bart überwintern?
Foto: Gabriele Summen (www.gabriele-summen.de)
https://www.periplaneta.com/wer-darf-in-gary-flanells-bart-ueberwintern/#more-12483
Die zentrale Frage darin:
Wer darf in Gary Flanells Bart überwintern?
Foto: Gabriele Summen (www.gabriele-summen.de)
https://www.periplaneta.com/wer-darf-in-gary-flanells-bart-ueberwintern/#more-12483
Sonntag, 24. März 2019
Angst vor blauem Himmel - Termine 2019 so far
Hier die Termine, an denen man Gary Flanell bis Mitte des Jahres live bei Lesungen aus seinem neuen Kurzgeschichtenband "Angst vor blauem Himmel" erleben kann.
29.03.2019 Lesen zwei Männer in einer Bar Soulcat, Pannierstraße 53, 12047 Berlin, 20 Uhr, mit HC Roth (Graz)
06.04.2019 Mokkabär, Frankfurter Straße 266, 38122 Braunschweig, 20 Uhr, m. Abel Gebhardt
23.04.2019 Lies los! - Lesebühne des Studierendenwerks Berlin, Skyline Mensa der TU Berlin, Ernst-Reuter-Platz 7, 10587 Berlin
16.05.2019 Lesereise NRW: Wohnzimmer, Cow Club Vereinsheim, Düsseldorfer Straße 87, 42697 Solingen, 20 Uhr, m. Philip Nussbaum
17.05.2019 Lesereise NRW: Brause - Vereinsheim des Metzgerei Schnitzel Kunstverein e.V., Bilker Straße 233, 40215 Düsseldorf, m. Philip Nussbaum und Alex Gräbeldinger
05.06.2019 Schanzenzelt-Festival, Schanzenpark, Hamburg, m. Abel Gebhardt
18.06.2019 Lies los! - Lesebühne des Studierendenwerks Berlin, Skyline Mensa der TU Berlin, Ernst-Reuter-Platz 7, 10587 Berlin
29.03.2019 Lesen zwei Männer in einer Bar Soulcat, Pannierstraße 53, 12047 Berlin, 20 Uhr, mit HC Roth (Graz)
06.04.2019 Mokkabär, Frankfurter Straße 266, 38122 Braunschweig, 20 Uhr, m. Abel Gebhardt
23.04.2019 Lies los! - Lesebühne des Studierendenwerks Berlin, Skyline Mensa der TU Berlin, Ernst-Reuter-Platz 7, 10587 Berlin
16.05.2019 Lesereise NRW: Wohnzimmer, Cow Club Vereinsheim, Düsseldorfer Straße 87, 42697 Solingen, 20 Uhr, m. Philip Nussbaum
17.05.2019 Lesereise NRW: Brause - Vereinsheim des Metzgerei Schnitzel Kunstverein e.V., Bilker Straße 233, 40215 Düsseldorf, m. Philip Nussbaum und Alex Gräbeldinger
05.06.2019 Schanzenzelt-Festival, Schanzenpark, Hamburg, m. Abel Gebhardt
18.06.2019 Lies los! - Lesebühne des Studierendenwerks Berlin, Skyline Mensa der TU Berlin, Ernst-Reuter-Platz 7, 10587 Berlin
Donnerstag, 29. November 2018
Gary Flanell liest und musiziert - die kommenden Termine
Hier also mal die Dates, zu denen man Gary Flanell mit dem Kurzgeschichtenband "Angst vor blauem Himmel" und in guter Begleitung live sehen und hören kann:
07.02. Berlin-Kreuzberg, TR*CKXSDRAS*YL, m. Kent Parson (Ox-Magazin)
21.12. Berlin-Prenzlauer Berg, Lange Nacht der Subkulturen, Periplaneta, Bornholmer Straße 81 a
05.02. Berlin-Mitte, Studentenwerk Berlin
11.02. Berlin-Lichtenberg, Ping Pong Tresen, Magdalenenstraße 19, "Sich prügeln"-Lesung von Houssam Hamade
29.03. Berlin tba.
15.03. Bad Bevensen, tba. m. Abel Gebhardt (Ox-Mag, Stay Wild-Zine)
06.04. Braunschweig. tba. m. Abel Gebhardt
LESEN? VOR PUBLIKUM?
Mache ich immer gern. Nicht nur in Berlin, sondern überall. Wenn ihr Texte aus dem "Stuntman unter Wasser" oder der "Angst vor blauem Himmel" in eurer Stadt hören wollt, dann nehmt Kontakt auf unter renfield-fanzine@hotmail.de. Alles weitere klären wir dann.
(Foto: Gabriele Summen)
Dienstag, 20. November 2018
Autogramme, Autogramme, Autogramme!
Wow - nur noch ein Tag bis morgen! Die Zeit rennt, man glaubt es kaum. Und nur noch vier Tage bis zur BUCH BERLIN 2018, der Berliner Buchmesse.
Auch der Periplaneta-Verlag ist am kommenden Wochenende dort mit einem Stand (No. 97 by the way) vertreten und - welcher Zufall - auch Gary Flanell himself wird da sein.
Am 24.11. wird er an Stand 97 von 16 bis 17 Uhr alles signieren, was er in die Finger bekommt. Am liebsten natürlich eure Exemplare seines neuen Erzählbands „Angst vor blauem Himmel“ - oder auch das Debutwerk „Stuntman unter Wasser“.
Also: Rememember the Spirit of (Stand) 97 und kommt vorbei. Wir freuen uns auf euch!
Noch mal zum Rememberieren:
Die Buch Berlin findet am 24. und 25. November im Mercure Hotel MOA statt.
Alles weitere gibt's hier:
Buch Berlin
Auch der Periplaneta-Verlag ist am kommenden Wochenende dort mit einem Stand (No. 97 by the way) vertreten und - welcher Zufall - auch Gary Flanell himself wird da sein.
Am 24.11. wird er an Stand 97 von 16 bis 17 Uhr alles signieren, was er in die Finger bekommt. Am liebsten natürlich eure Exemplare seines neuen Erzählbands „Angst vor blauem Himmel“ - oder auch das Debutwerk „Stuntman unter Wasser“.
Also: Rememember the Spirit of (Stand) 97 und kommt vorbei. Wir freuen uns auf euch!
Noch mal zum Rememberieren:
Die Buch Berlin findet am 24. und 25. November im Mercure Hotel MOA statt.
Alles weitere gibt's hier:
Buch Berlin
Samstag, 10. November 2018
Angst vor blauem Himmel - das zweite Buch des Herrn Flanell
Seit Mitte Oktober ist er raus: Der zweite Band mit Erzählungen von Gary Flanell. "Angst vor blauem Himmel" heißt das Prachtstück, wieder erschienen in der Edition Subkultur des Periplaneta-Verlags. Zu entdecken gibt es einiges in den 35 Texten (zum Beispiel auch die Tatsache, dass bald Weihnachten ist. Nur so als Tipp, falls ihr noch ein Geschenk sucht.): Von pubertierenden Punks über freischaffende Journalisten auf Abwegen, desillusionierte Autoren auf Lesereise, Menschen, die an Batterien lecken, bis hin zu explodierenden Seelen, Darstellungen des Verbeverhaltens von Tieren und den obligatorischen Abenteuern der kleinen Spinne Pup. Vorgestellt wird das Werk in den nächsten Monaten auf Lesungen in Berlin und anderswo. Die Termine werden bald hier bekanntegegeben,
Gary Flanell - Angst vor blauem Himmel
208 S., 12,50 Euro
Edition Subkultur
print ISBN: 978-3-943412-38-3
epub ISBN: 978-3-943412-39-0
Interessierte können das Buch auch direkt beim Autor erwerben. Kurze Mail an renfield-fanzine@hotmail.de und wir regeln alles weitere.
Anfrage für Lesungen und Veranstaltugnen bitte an das Flanell'sche Management unter tim.kegler@yahoo.de
Gary Flanell - Angst vor blauem Himmel
208 S., 12,50 Euro
Edition Subkultur
print ISBN: 978-3-943412-38-3
epub ISBN: 978-3-943412-39-0
Interessierte können das Buch auch direkt beim Autor erwerben. Kurze Mail an renfield-fanzine@hotmail.de und wir regeln alles weitere.
Anfrage für Lesungen und Veranstaltugnen bitte an das Flanell'sche Management unter tim.kegler@yahoo.de
Donnerstag, 13. September 2018
One flew over the cat flap...
...aber drei andere cool cats lesen alles.
Alles, was sie an unterhaltsamen, witzigen und nachdenklichen Texten geschrieben haben.
VIER LESEN heißt der Spaß, aber wie das Leben so spielt, sind wir diesmal nur zu dritt. Kann passieren. Mr. Roth kann man auch einen Abend vorher, am 21.09., bei der LANGEN NACHT DER SUBKULTUREN erleben. Viola Nordsieck und Gary Flanell auch.
Hier mal die Fakten für die beiden Leseveranstatlungen am 21. und 22.09. in Berlin.
21.09.2018 LANGE NACHT DER SUBKULTUREN bei PERIPLANETA ab 20 Uhr
mit: Viola Nordsieck, HC Roth und Sascha Plach. Musikalischer Support: Gary Flanell
Wo? PERIPLANETA LITERATUR CAFÉ, Bornholmer Straße 81a, 10439 Berlin
(Ringbahn/U2 Schönhauser Allee u. 10 Min. Fußweg o. Tram M13, Station Schönfließer Straße)
20.09.2018 VIER LESEN. ab 20 Uhr
mit: Viola Nordsieck, Mascha Tobe und Gary Flanell (diesmal lesend)
Wo? GARAGE PANKOW, Hadlichstr.3, 13187 Berlin
(U2 Pankow)
Alles, was sie an unterhaltsamen, witzigen und nachdenklichen Texten geschrieben haben.
VIER LESEN heißt der Spaß, aber wie das Leben so spielt, sind wir diesmal nur zu dritt. Kann passieren. Mr. Roth kann man auch einen Abend vorher, am 21.09., bei der LANGEN NACHT DER SUBKULTUREN erleben. Viola Nordsieck und Gary Flanell auch.
Hier mal die Fakten für die beiden Leseveranstatlungen am 21. und 22.09. in Berlin.
21.09.2018 LANGE NACHT DER SUBKULTUREN bei PERIPLANETA ab 20 Uhr
mit: Viola Nordsieck, HC Roth und Sascha Plach. Musikalischer Support: Gary Flanell
Wo? PERIPLANETA LITERATUR CAFÉ, Bornholmer Straße 81a, 10439 Berlin
(Ringbahn/U2 Schönhauser Allee u. 10 Min. Fußweg o. Tram M13, Station Schönfließer Straße)
20.09.2018 VIER LESEN. ab 20 Uhr
mit: Viola Nordsieck, Mascha Tobe und Gary Flanell (diesmal lesend)
Wo? GARAGE PANKOW, Hadlichstr.3, 13187 Berlin
(U2 Pankow)
Sonntag, 15. Oktober 2017
Kurze Veranstaltungstipps
Bus- und Zugtickets sind gecheckt, es kann losgehen. Nächste Woche fährt Gary in den Norden, um mit Abel Gebhardt zweimal zu lesen.
Die Woche drauf kommt Abel nach Berlin, um was?
Genau. Um mit Gary in Kreuzberg zu lesen. Viel Literatur also in der nächsten Zeit. Aber das ist ja im Herbst genau das richtige...
Und weil das mit der Auflösung von dem Flyer hier gerade nicht so funzt, nochmal alle drei Termine hier:
20.10. Lüneburg, Gasthausbrauerei Nolte, 20 Uhr
21.10. Hamburg, Shebeen-Bar, 19 Uhr
27.10. Berlin, Wiener Blut, 20 Uhr
Die Woche drauf kommt Abel nach Berlin, um was?
Genau. Um mit Gary in Kreuzberg zu lesen. Viel Literatur also in der nächsten Zeit. Aber das ist ja im Herbst genau das richtige...
Und weil das mit der Auflösung von dem Flyer hier gerade nicht so funzt, nochmal alle drei Termine hier:
20.10. Lüneburg, Gasthausbrauerei Nolte, 20 Uhr
21.10. Hamburg, Shebeen-Bar, 19 Uhr
27.10. Berlin, Wiener Blut, 20 Uhr
Montag, 1. August 2016
Das gute Leben. Weitersuchen Pt.II
So viele tolle Projekte
„Aber du hast doch so viele tolle Projekte“, raunen mir meine Freunde immer wieder zu. Stimmt. Oft kann ich die aber nicht so wertschätzen, wie ich es gern möchte. Und warum? Weil mir der Scheißgedanke im Nacken sitzt, wie ich über den nächsten Monat kommen soll. Das vergällt mir oft die Freude an den schönen Projekten. Weil das, was ich gern tue, monetär nicht zum Leben reicht. Also beziehe ich Hartz4.
Alle sechs bis zwölf Monate das EKS-Fomular auszufüllen, in Vorausschau, was man denn verdienen werde, ist schon desparat genug. Noch desparater wird es, wenn man vom Jobcenter ein Schreiben bekommt, dessen Mißtrauen gegenüber meinen Angaben nur so aus der Druckertinte quillt. Wer mit „dem Amt“ zu tun hat, kommt relativ schnell in die Situation, sich irgendwie schuldig zu fühlen. Schuldig, sich nicht genug um einen bezahlten Job zu bemühen. Schuldig, die Unterlagen nicht rechtzeitig eingereicht zu haben. Schuldig, sein gesamtes Arbeitsleben vermasselt zu haben. Denn wenn's nicht klappt mit deiner hübschen Kreativ-Freiberuflerexistenz, dann bist du alleine schuld, weil du lebst, wie du lebst. Mit diversen Tätigkeiten jonglieren, ständig Leistung bringen und nicht mal die Miete davon zahlen können. Ach, die Miete. Auch so ein Thema, das den prekär lebenden Menschen zur scheinbar alternativlosen Depression bringt. Aber eben nur scheinbar.
Gängig wird ja so gewohnt: Du zahlst einem Vermieter relativ viel Geld dafür, dass er dir einen oder mehrere Wohnräume zur Verfügung stellt. Dieser Vermieter ist im Gegenzug meist nicht greifbar und wenn überhaupt, manifestiert er sich in Form einer eher mißtrauisch zu betrachtenden Hausverwaltung. Andere Wohnmodelle werden von den meisten nicht in Betracht gezogen. Von mir selber lange auch nicht. Bis ich umgezogen bin. Raus aus meiner WG im kuscheligen Kreuzberg, rein in ein Hausprojekt in Lichtenberg. Lichtenberg?
Vor zwei Jahren wäre das ein Berliner Äquivalent zur Verbannung in den Ural gewesen. Doch die Wohnungssuche in Kreuzberg oder Neukölln ändert das rasch, wenn du mit 30 anderen Interessierten eine Wohnung anschaust und merkst: Ich habe hier keine Chance. Keine Chance gegen die Kinder reicher Eltern, die ihre Ellbogen im Wohnungskampf mit gut bestückten Bürgschaften ausgepolstert haben, keine Chance mit meinen beschissenen Kontoauszügen gegen die Regelmäßigverdiener. Um nochmal in einer WG neu anzufangen, fehlte mir nach 16 Jahren einfach die Energie. Ich brauchte vier eigene Wände und ein eigenes Klo. Aber wie? Und wo? Lichtenberg?
Dort tat sich eine Möglichkeit auf, die ich so nicht auf dem Schirm hatte. Denn zum ersten Mal überhaupt wohne ich jetzt in einem Hausprojekt.
Meine Wohnung befindet sich in einem sechsstöckigen Plattenbau, in dem früher die Stasi hauste. Jetzt leben dort 60 Menschen fast aller Altersstufen. Man kennt sich vom Sehen, grüßt sich, quatscht miteinander, ist sich eher bekannt als fremd. Das hier ist quasi „Mein Block“, um mal Sido zu zitieren. Es ist ein wenig wie das Prinzip WG, nur auf eine andere Ebene gehoben. Statt sich eine Wohnung zu teilen, teilen wir uns ein Haus.
Jede/r hat seine/ihre Rückzugsräume, kennt aber die Menschen, die nebenan, unten drunter oder oben drüber wohnen. Natürlich zahle ich hier auch Miete, aber eine günstige. Und die dient dem Haus, nicht der Rendite der Eigentümerfirmen.
Hausprojekte kennt man eher von besetzten Häusern, die nach harten Kämpfen einen legalen Status bekommen. In der Stasiplatte war das anders. Das Projekt hat sich ganz legal gegründet und das Geld für den Kauf über Kredite zusammenbekommen. Das geht mit Hilfe des Mietshäuser-Syndikats. Gekauft wurde gemeinsam: als GmbH. Die Mitglieder dieses Projekts haben dann dieses Stasi-Bürohaus von Hand so saniert, dass es WG- und einzelwohntauglich geworden ist. Und den ständigen Mieterhöhungen von Immobilienfirmen entzogen.
Darum ist dieses Haus auch mehr geworden als ein Ort zum Schöner Wohnen. So wird den Geflüchteten, die im Stasikomplex nebenan untergebracht wurden, 1-2 mal in der Woche ein Internetcafé bereit gestellt. Ein antifaschistischer Verein hat bei uns günstige Büroräume. Und natürlich werden Lesungen und Konzerte organisiert.
Diese Idee, im Kollektiv was zu schaffen, wird oft mit Anti-Individualismus und Mitmach-Zwang assoziiert, mit denen, die diese Platte erst dort hingestellt haben. Dieses Kollektiv aber besteht aus Individualisten, die gemerkt haben, dass das gesellschaftlich immer wieder geforderte Einzelkämpfertum nichts bringt außer permanenter Erschöpfung. Klar, ein Haus für 60 Leute ist ein großes Unterfangen, will man alle 60 Menschen erreichen und motivieren, sich einzubringen. Sowas geht nicht schnell, sondern braucht viel Zeit und viele Gespräche. Aber das ist ein Projekt, das wir wertschätzen können: diese Idee – gemeinsam, aber ohne Zwang - wieder stärker in die Köpfe zu bringen. Swimmie lässt grüßen.
Gary Flanell
„Aber du hast doch so viele tolle Projekte“, raunen mir meine Freunde immer wieder zu. Stimmt. Oft kann ich die aber nicht so wertschätzen, wie ich es gern möchte. Und warum? Weil mir der Scheißgedanke im Nacken sitzt, wie ich über den nächsten Monat kommen soll. Das vergällt mir oft die Freude an den schönen Projekten. Weil das, was ich gern tue, monetär nicht zum Leben reicht. Also beziehe ich Hartz4.
Alle sechs bis zwölf Monate das EKS-Fomular auszufüllen, in Vorausschau, was man denn verdienen werde, ist schon desparat genug. Noch desparater wird es, wenn man vom Jobcenter ein Schreiben bekommt, dessen Mißtrauen gegenüber meinen Angaben nur so aus der Druckertinte quillt. Wer mit „dem Amt“ zu tun hat, kommt relativ schnell in die Situation, sich irgendwie schuldig zu fühlen. Schuldig, sich nicht genug um einen bezahlten Job zu bemühen. Schuldig, die Unterlagen nicht rechtzeitig eingereicht zu haben. Schuldig, sein gesamtes Arbeitsleben vermasselt zu haben. Denn wenn's nicht klappt mit deiner hübschen Kreativ-Freiberuflerexistenz, dann bist du alleine schuld, weil du lebst, wie du lebst. Mit diversen Tätigkeiten jonglieren, ständig Leistung bringen und nicht mal die Miete davon zahlen können. Ach, die Miete. Auch so ein Thema, das den prekär lebenden Menschen zur scheinbar alternativlosen Depression bringt. Aber eben nur scheinbar.
Gängig wird ja so gewohnt: Du zahlst einem Vermieter relativ viel Geld dafür, dass er dir einen oder mehrere Wohnräume zur Verfügung stellt. Dieser Vermieter ist im Gegenzug meist nicht greifbar und wenn überhaupt, manifestiert er sich in Form einer eher mißtrauisch zu betrachtenden Hausverwaltung. Andere Wohnmodelle werden von den meisten nicht in Betracht gezogen. Von mir selber lange auch nicht. Bis ich umgezogen bin. Raus aus meiner WG im kuscheligen Kreuzberg, rein in ein Hausprojekt in Lichtenberg. Lichtenberg?
Vor zwei Jahren wäre das ein Berliner Äquivalent zur Verbannung in den Ural gewesen. Doch die Wohnungssuche in Kreuzberg oder Neukölln ändert das rasch, wenn du mit 30 anderen Interessierten eine Wohnung anschaust und merkst: Ich habe hier keine Chance. Keine Chance gegen die Kinder reicher Eltern, die ihre Ellbogen im Wohnungskampf mit gut bestückten Bürgschaften ausgepolstert haben, keine Chance mit meinen beschissenen Kontoauszügen gegen die Regelmäßigverdiener. Um nochmal in einer WG neu anzufangen, fehlte mir nach 16 Jahren einfach die Energie. Ich brauchte vier eigene Wände und ein eigenes Klo. Aber wie? Und wo? Lichtenberg?
Dort tat sich eine Möglichkeit auf, die ich so nicht auf dem Schirm hatte. Denn zum ersten Mal überhaupt wohne ich jetzt in einem Hausprojekt.
Meine Wohnung befindet sich in einem sechsstöckigen Plattenbau, in dem früher die Stasi hauste. Jetzt leben dort 60 Menschen fast aller Altersstufen. Man kennt sich vom Sehen, grüßt sich, quatscht miteinander, ist sich eher bekannt als fremd. Das hier ist quasi „Mein Block“, um mal Sido zu zitieren. Es ist ein wenig wie das Prinzip WG, nur auf eine andere Ebene gehoben. Statt sich eine Wohnung zu teilen, teilen wir uns ein Haus.
Jede/r hat seine/ihre Rückzugsräume, kennt aber die Menschen, die nebenan, unten drunter oder oben drüber wohnen. Natürlich zahle ich hier auch Miete, aber eine günstige. Und die dient dem Haus, nicht der Rendite der Eigentümerfirmen.
Hausprojekte kennt man eher von besetzten Häusern, die nach harten Kämpfen einen legalen Status bekommen. In der Stasiplatte war das anders. Das Projekt hat sich ganz legal gegründet und das Geld für den Kauf über Kredite zusammenbekommen. Das geht mit Hilfe des Mietshäuser-Syndikats. Gekauft wurde gemeinsam: als GmbH. Die Mitglieder dieses Projekts haben dann dieses Stasi-Bürohaus von Hand so saniert, dass es WG- und einzelwohntauglich geworden ist. Und den ständigen Mieterhöhungen von Immobilienfirmen entzogen.
Darum ist dieses Haus auch mehr geworden als ein Ort zum Schöner Wohnen. So wird den Geflüchteten, die im Stasikomplex nebenan untergebracht wurden, 1-2 mal in der Woche ein Internetcafé bereit gestellt. Ein antifaschistischer Verein hat bei uns günstige Büroräume. Und natürlich werden Lesungen und Konzerte organisiert.
Diese Idee, im Kollektiv was zu schaffen, wird oft mit Anti-Individualismus und Mitmach-Zwang assoziiert, mit denen, die diese Platte erst dort hingestellt haben. Dieses Kollektiv aber besteht aus Individualisten, die gemerkt haben, dass das gesellschaftlich immer wieder geforderte Einzelkämpfertum nichts bringt außer permanenter Erschöpfung. Klar, ein Haus für 60 Leute ist ein großes Unterfangen, will man alle 60 Menschen erreichen und motivieren, sich einzubringen. Sowas geht nicht schnell, sondern braucht viel Zeit und viele Gespräche. Aber das ist ein Projekt, das wir wertschätzen können: diese Idee – gemeinsam, aber ohne Zwang - wieder stärker in die Köpfe zu bringen. Swimmie lässt grüßen.
Gary Flanell
Abonnieren
Posts (Atom)






















