Dieses Blog durchsuchen
Posts mit dem Label Und & so weiter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Und & so weiter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 2. April 2026
D*F*R vs. D*G*G Pt. II
WORTSPIELE IN PLATTENTITELN
Wir einnern uns: Vor einiger Zeit wurde die neue, unglaublich kreative Kolumne D*F*R vs. D*G*G hier auf dem Blog vorgestellt.
Es ist das gute alte Pro&Contra-Spielchen. In der ersten Episode haben sich Dirk Bernemann und HC Roth dem an Relevanz nicht zu überbioetenden Thema "Skifliegen im Dunkeln" gewidmet.
Nun steht der nächste Disput an und dazu hat ING FERNO ein Fanal für die Vorteile von Wortspielen in Plattentiteln gewidmet. Was dagegen spricht? Erfahrt ihr bald an dieser Stelle.
Es gibt übrigens eine tolle Liste von Themen, die darauf warten, durch den Diskurs-Wolf gereht zu werden. Die finden sich HIER.
Nun aber alle Aufmerksamkeit für ING FERNO zum Thema...
„Wortwitze in Plattentiteln“
Bei der Frage „genial-kreative Wortspiele oder langweilige 08/15-Floskeln als Albumname“ stehe ich unverrückbar auf der Seite der ersteren.
Werfen wir einen Blick auf die unsäglichen wortwitzlosen Plattentitel, die uns Punk-, Pop- und Rock-Artists zu unserem Leidwesen kredenzt haben und wir werden schnell der schwersten Sünden gewahr, die man Musikinteressierten antun kann.
Sünde 1: Zahlen als Plattentitel.
Wie einfallslos muss man sein, seinem neuesten Werk eine Zahl als Namen zu geben? Der kreative Prozess beschränkt sich dabei zumeist auf die Darstellung der Zahl, dabei kann man zwischen römischen (sehr beliebt) und arabischen Zahlen, einer Strichliste oder dem ausgeschriebenen Zahlwort wählen. Wow! Zumeist gibt die Zahl an, um das wievielte Album der Band es sich handelt, was die Hörer sicher fesselt. „Oha, ich werde jetzt Songs aus dem 3. Album der Künstler anhören, bei dem kreativen Titel werden die Lieder mit Sicherheit auch nur vor Ideen strotzen“, ist eine sehr unwahrscheinliche Äußerung, trotzdem haben u.a. Billy Talent, Dritte Wahl, Adele und Ben Racken sich für eine solche Benamsung entschieden.
Sünde 2: Farben als Plattentitel.
Die Beatles haben es getan, Weezer hat es getan, Hammerhead haben es getan, viele andere auch. White Album, Blue Album, Green Album, Black, Red, Yellow, Purple Album… Nicht besonders begeisternd, wenn ihr mich fragt. Die einzigen Ausnahmen, die ich tolerieren kann, sind entweder hässliche Spartenfarben wie z.B. ein Ocker Album - das würde ich mir unvoreingenommen anhören - und wenn der Albumtitel konterkariert wird, wie es bei Das Rote Album von Ernte77 der Fall ist, das komplett in grün erstrahlt.
Sünde 3: s/t.
Schreibt doch gleich „Uns ist kein Titel eingefallen“. Außer einem Gähnen wird bei solch einem Albumtitel bei mir nichts stimuliert. „Wir sind Platzhalter und spielen den Song Platzhalter vom Album Platzhalter. Super, dass ihr auf der Platzhalter-Tour dabei seid.“ Geht’s noch uninspirierter? Sowieso ist es kritisch zu betrachten, wenn ein Liedtitel auch als Albumname dient. Die Erwartungen an den Song werden immens, mitunter unerfüllbar, was die gefühlte Qualität des Langspielers mindert. Man stelle sich vor, das titelgebende Lied Leben verboten von Toxoplasma wäre kein Superhit, ein Schatten läge über dem gesamten Tonträger.
Wie es besser geht, zeigen uns einige wohlklingende Musterbeispiele, allen voran das Album Eigenuran der Kölner Formation CHEFDENKER.
Ein Wortspiel, das mich nach Jahren noch erfreut und ein Schmunzeln auf mein Gesicht zaubert. Ein so getauftes Album kann nur gut sein und tatsächlich ist es ihr bestes Werk, da kann es wirklich keine zwei Meinungen geben. Noch besser wäre es nur, wenn zusätzlich das Cover ästhetisch ansprechend gestaltet wäre, wie es beim Release Rhabarbershop von Ing Ferno (also mir selber) in Perfektion gelungen ist.
Selbst, wenn man das Wortspiel unlustig oder blöd findet oder es einfach nicht versteht, kalt lässt es einen nicht, es weckt Emotionen, man lacht darüber, man bekommt Aggressionen, man fremdschämt sich oder verliebt sich in den Urheber. Alles Gefühle, die eine Zahl, eine Farbe oder ein Lied- als Albumtitel niemals erzeugen wird.
Ein weiteres, glänzendes Exempel aus der jüngeren Vergangenheit ist die Platte Die Kernseife der Medaille der Hamburger Combo DAS PACK.
Der Rezipient merkt sofort, dass da ein kreativer Geist am Werk war, der Konventionen bricht, mit Erwartungen spielt und mit Sprache umgehen kann. Es ist davon auszugehen, dass auch musikalisch keine Langeweile aufkommen wird. Ein Extralob gibt es von mir, wenn der Titel nicht nur eine nette, aber oberflächliche Wortspielerei ist, sondern Interpretationsspielräume öffnet und Ambiguitäten erzeugt, wie es dem ohnehin als Wortakrobat bekannten Alligatoah mit dem Albumtitel Triebwerke in Vollendung gelingt.
Wie meine Ausführungen belegen, ist ein Wortspiel als Plattentitel jedem anderen Plattentitel vorzuziehen. Gerade in der heutigen, deprimierenden Zeit setzen sie ein Zeichen für Optimismus und gegen die Trostlosigkeit sowie Langeweile der Gegenwart.
Ing Ferno
Donnerstag, 29. Januar 2026
A Call for Opinion: DaDafür vs. DaDaGeGen
"Diese Liste ist so schön, die musst du eigentlich so auf den Blog setzen!"
schrieb Philipp, nachdem ich eine Mail über den Verteiler der Renfield-Crew geschickt hatte.
Der Anlass war simpel:
Abel und ich habe fürs Anfang Februar erscheinende Ox die Pro & Contra-Rubrik gefüllt. Ist eh klar, wie das funktioniert: 1 Thema, je eine Person argumentiert dafür, eine andere dagegen. Diesmal ging es, ich glaube, das kann ich verraten, um das Für und Wider von Coverversionen. Wer da welche Position vertritt, könnt ihr bald selber nachlesen. Im Ox.
Kurz nachdem ich meinen Text Richtung Solingen geschickt hatte, dachte ich: Das war ja eigentlich ganz witzig. Könnte ich demnächst nochmal machen. Wiederum kurz darauf dachte ich: Das wäre doch auch mal was für den Renfield-Blog.
Warum nicht mal was anderes als hier und da eine Platte vorstellen? Nicht, dass es schlecht wäre, weiterhin der Blog der stilbewussten Geschmackslotsen in einer unüberschaubaren Welt voller schlechter Musik zu sein, aber etwas Abwechslung in den Postings wäre ja nicht schlecht.
Was nun noch fehlte, waren ein paar Themen, für die es sich trefflich im Sinne der einen oder anderen Seite argumentieren lässt. Nun sind mir zwischen den Jahren ein paar Feier- und ein paar freie Tage über den Weg gelaufen. Tage, die zum Fläzen auf der Couch genutzt wurden. Und zum Nachdenken. Und da sind mir dann doch glatt ein paar Topics eingefallen, die geradezu nach der Darstellung gegensätzlicher Meinungen SCHREIEN.
Kaum war die Liste verschickt, kam auch schon der Vorschlag von Herrn N. aus MG., diese Vorschlagsliste doch öffentlich zu machen.
Und wer bin ich, dass ich einen guten Tipp aus der Reihe der Renfield-Autor*innen nicht berücksichtigen würde?
Deshalb nun hier die Liste der Dinge, die demnächst in der Kolume "DF & DGG" (oder so, genauer Titel kommt noch. Keine Ahnung was. Mal sehen. Vielleicht irgendwas mit Tieren. Oder Getreidesorten, wasweißich. Roggen, Gerste, Seepferdchen. Vielleicht ist es das schon.) behandelt werden.
UND NUN DER CLOU!
Ihr da draußen, die sich regelmäßig die Postings auf dem Renfield-Blog ziehen, könnt mitmachen!!!
Ihr seid herzlich eingeladen, euch zu einem der hier aufgeführten Themen zu äußern, gerne Pro oder Contra, sucht's euch aus. Es darf gern polemisch, absurd, skurril oder überzogen werden. Aber lieb sein.
Bei Interesse einfach eine Mail an renfield-fanzine@hotmail.de schicken und dann geht's rund im Meinungskäfigkampf des 21. Jahrhunderts.
Nach dieser Einleitung, nun aber die Liste aus dem Renfield-Df&Dg-Univerusm (Dafür&Dagegen):
- Nutztiere im Publikum bei Livekonzerten
- Wohnzimmermöbel beim Crowdsurfing
- Illegale Raves in gescheiterten Staaten
- In Bands spielen mit Leuten, die klüger, schöner, cooler sind als du
- Adenauerzitate in Ansagen beim Konzert einbauen
- Rockbands und -konzerte nur für Kinder
- Dubmusik ohne Kiffen
- Feine Sahne Fischfilet uneingeschränkt gut finden
- Konzerte Barfuß oder in Socken spielen
- Fußballreferenzen in Songs
- Konzert pünktlich anfangen
- Konzert pünktlich beenden
- An der Selbstzahlerkasse im Supermarkt bescheissen
- Wortwitze in Plattentiteln
- Aktuelle Serien nur gucken, um mitreden zu können
- Eltern zum eigenen Konzert einladen
- Eigene Kinder zum eigenen Konzert mitnehmen
- Konzerte außerhalb des eigenen Stadtteils spielen
Und zu guter Letzt, ein Thema, das uns alle seit geraumer Zeit beschäftigt:
- Skispringen im Dunkeln (da scheiden sich sowas von die Geister!)
und
- Minigolf auf Ketamin.
Schaut hin und sucht euch was aus, es ist alles frei. Wie gesagt, bei Interesse kurze Mail an renfield-fanzine@hotmail.de schicken.
Abonnieren
Posts (Atom)


