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Donnerstag, 15. Oktober 2026

Schön, wenn die dritte Runde alles wegspült Pt. XVIVXI


MY UGLY CLEMENTINE - Apply autonomy

„Zehn Minuten", sagt Gary. „Stell dir am besten die Uhr. Und wenn der Alarm bimmelt…" Puh, entweder schrillt das chronograhische Stop diesmal viel, viel zu früh und ich bin noch nicht zu Potte gekommen, oder viel, viel zu spät, wenn ich längst ganz woanders und mit völlig Verschiedenem zugange bin. Man weiß es genau jetzt noch nicht.

Und man weiß mit all diesem Österreich nix anzufangen. Da kommen My Ugly Clementine – weshalb will ich zum jetzt schon x-ten Mal Valentine schreiben? – angeblich her. Aus Wien, wie fein. Und sich irgendwie zusammensetzend aus Frauen, die da ansonsten auch bereits musikalisch rührig waren und so eine Art von bekannt geworden sind. Aha, wie möglich. Alles kannste und musste ja auch nich auffem Schirm haben, schon gar nicht, wenn es aus der unendlichen Welt des, na, wie heißts noch -
Ja, genau, Achtung und Volldeckung - „Indie-Rock“ kommt.

Nur mal am Rande – in den allermeisten Fällen ist der Fall dann doch der, dass das Zeug weder unabhängig ist noch rockt. Als beschreibender Aufkleber dennoch sehr beliebt, alldieweil Verzweiflungstaten eben beliebt sind, spätestens die, wenn der pickelige Azubist bei Saturn, Müller oder Kaufland ihm ohnehin fremde physische Träger wie CDs oder gar Platten irgendwie aus dem Weg wegsortieren muss.


Nun, ich bin irgendwie nah bei ihm. Die Rezi muss weg wie die Ware, und es ist nicht einfach, denn es ist diesmal so ohne etwas, was einen verharren, horchen, wippen und am Ende mit wedelnden Armen klausesk Tanzakrobatik vollführen lässt. Ein Durchgang – nix. Zweiter Durchgang – ja, doch, schon schön, und die Texte haben die eine oder andere Finte. Dritter Durchgang – hm, dauert aber schon, so ne Runde, ich spül derweil mal die Reste weg.

„Apply Autonomy“ hat durchaus seinen Charme, und vielleicht liegts nur an diesem Haushalt, aber es ist die Art von Mucke, die irgendwie erläutert werden muss und die Hinweise auf Hintergrund, Zusammenhang und Bedeutung benötigt. Prädestiniert somit sicherlich für irgendwelche Auszeichnungen und dann Artikel in überteuerten Fachzeitschriften. Tatsächlich aber schwachbrüstig und austauschbar, wie schade.

Immerhin erinnere ich mich dabei an irgendeinen schulischen Musikunterricht, in welchem sich der Lehrer aus der Mobbingfalle freisprengte, indem er das Singen von „Manic Monday“ auf die Agenda setzte. Vorpubertäre, überzählige Mädchen: „Yeah!“. Vorpubertäre, unterzählige Jungen: „Mist.“.

Aber nach dem begleitenden Bravo-Studium fand sich auch da für jeden ein Bandmitglied zum Verknallen, und die Coverversion wurde letztlich ein Erfolg. Komischer Zugang zu Musik damals. Ich meine, ich hätte tatsächlich auch nur so getan, als sänge ich mit.

Was soll die Anekdote? Keine Ahnung.

Ich surfe unmotiviert durch rezibegleitendes YouTube, nehme den Vorschlag, ein assoziiertes Courtney Love-Video zu gucken und ende.

Philipp Nussbaum

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