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Dienstag, 14. Mai 2019

Schön, wenn junge Menschen Musik machen Pt. XX

Heute: Nord - Dahinter eine Festung (Kidnap, 2016, nordpunk.de)

Musste erstmal schauen, von wann die Platte ist, solange steht sie schon in der Renfield-Rezikiste. Die jetzt mal renoviert wurde. Vielleicht bringt mich das ja dazu, da öfter mal reinzuschauen. Auf alle Fälle wurde sortiert und das erste Exemplar, das mich in „Mensch-die-musst-du-dir-jetzt-mal-genauer-anschauen“-Schuldgefühle stürzt, ist die LP von Nord. Ob's die noch gibt? Könnte ich recherchieren, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust. Die Chancen, dass es die Band noch gibt, stehen nicht so schlecht, immerhin ist das Album vom Herbst 2016, auf Kidnap raus gekommen, da ist man doch motiviert, länger dran zu bleiben. Wäre ich zumindest, wenn ich eine Band hätte und solche Voraussetzungen bestehen würden. Aber wer weiß; es gab oft genug Bands, die eine Platte gemacht haben, hoffnungsvoll waren und dann ging aus gründen die niemand versteht, nichts mehr. Aber das kann mir ja auch egal sein. Ich nehme diese Platte, der Infozettel ist schon lang den Weg des Altpapiers gegangen. Soweit ich weiß kommen nord aus Münster und Dortmund. Dortmund Nord, oder auch vom Nordpol, welch ein Witz. Da möchte ich nicht wohnen, wenn das alles stimmt, was man sich so sagt. Abgeranzt und voller Nazis. Nord sind glücklicherweise keine von diesen bierbräsigen Streetpunkbands, die es im Ruhrgebiet viel zu oft gibt. Sie sind eher so die Melo-Ollis. So eine homöopathische Dosis Turbostaat lässt sich wohl nicht vermeiden. Das finde ich ja prinzipiell gut, aber irgendwie werde ich mit Nord nicht warm. Klingt zu gewollt, nach zuviel Probe, zu viel Ernst von jungen Männern, die mit Mitte 20 ihre trübsinnigen Gedanken schon so gut in Metaphern und Metaebenen formulieren können, dass es mir Angst wird. Vielleicht bin ich auch nur neidisch, dass ich das mit Mitte 20 nicht so konnte.
Hamburg (vielleicht kommt daher die Nord-Referenz im Namen?). 3000 Yen ohne Gruselfaktor. Oder Bärbel. Dieses Hake-Zeug. Mit leichtem Faible für pathosgeladenen Gesang. Und mit Texten. Ja wirklich, Gesang mit Texten, na sowas. Auch ein bißchen langweilig, Gesang mit Texten. Da habe ich in dieser beschreibenden Art schon sowas von den Kanal voll, dass ich eigentlich ausschalten möchte. Finster und ernst wollen die schon sein, das klappt so mäßig. Aber nunja, hör ich mir das halt mal komplett an. Ernst sein gefällt mir ja ganz gut. Es wird nicht wirklich besser. Ja ja, das Tempo stimmt und alles Formale ist total super, aber mich kriegt der Norden, egal ob Dortmund, Münster oder Hamburg-Nord-Süd leider nicht. Dieses Filmsample mit den Himmelsrichtungen ist super, woher kenne ich das eigentlich? Insgesamt fehlt mir da was, denn von allem wird geklaut, DackelBlumen am Arsch von Oma Pascow, das hört man alles raus. Eine Orgel wie bei den Doors wünsche ich mir ab dem zweiten Song. So läuft alles in ein haariges Ohr rein und aus dem anderen raus. Halt so eine Jungscombo, die in NRW Punk macht. Schulterzucken. "Jetzt geht's nicht mehr weiter." singt man. Wenn der Sänger wüüsste, wi Recht er hat. Das mag besser sein als irgendwas total Bierseliges, das über das Rodeofeld called Ruhrpott hoppelt, bringt mich aber nicht zum Zucken. Infozettel ist doch noch da, hatte sich im Inlay versteckt. Gucke aber jetzt nicht drauf, die 10 Minuten sind eh um. Merke jetzt erstmal, wie müde ich bin. Danke Nord. Geht bitte woanders spielen, ich habe leider keine Zeit mehr für euch.
(m, ein kleines müdes m für diese ernsten jungen selbstzweifelnden Männer aus NRW.)
Mary Flanell

Diese Rezension wurde im FreeWriting-Verfahren nach Ken Macrorie und Peter Elbow innerhalb von 10 Minuten verfasst. Bis auf Rechtschreibfehler wurde nichts verbessert oder redigiert.

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