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Sonntag, 18. November 2018

Voll-, teil- und komplettrasiert: Neue Musik für Arbeit

Dass ich das noch erleben darf! Die Diskussion, wie das alles mit Hartz IV a.k.a. ALG II weitergehen soll, kommt so langsam in die Gänge. Was gut ist. Aber sind wir doch ehrlich, ein sanktionsfreies Grundeinkommen wäre am Ende nicht so schlecht. Da gibt es Hoffnung.
Denn auch in den hintersten Winkeln der betulichen Hart-IV-Erfinderin SPD dräut so langsam die Erkenntnis, dass ALG II nicht so richtig toll ist. Aber diese Erkenntnis beruht wahrscheinlich auf der Angst, dass der seit Jahren anhaltende Liebesentzug der Wähler bei der SPD damit zumindest irgendwie aufzuhalten wäre. Hat zwar ein bißchen gedauert, aber: Well done, Genossen. Besser spät als nie. Ob das der Fallschirm gegen den Absturz in die Bedeutungslosigkeit ist, na ja, mal sehen...

Nun ist es ja nicht so, dass sich nicht schon diverse Bands mit der Thematik Arbeit bzw. Nicht-Arbeit und dem dazugehörigen Ärger beschäftigt haben. Aber mal ehrlich: Das Thema ist ja quasi unerschöpflich. Eine total illegal zusammengestellte Kompilation solcherlei Material wäre mal ein nettes Feature für die immer länger werdende To-Do-Liste.

Ganz sicher mit dabei wären THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM. Die haben nämlich jetzt gerade ein neues Video raus gebracht, "Jobcenterfotzen" heißt es ganz subtil. Ist ein erster Teaser für das nächste TTCHIK-Album "bitchlifecrisis". Was dann im Februar kommt. Stilistische Beschreibungen erspare ich mir und euch hier, denn hören ist diesmal mehr als lesen.

Die Jobcenterfotzen sehen gefilmt übrigens so aus...


Hübsch.

Wer nicht beim Jobcenter ist, und sich dafür jeden Montag mit einer weiteren lebenszeitfressenden Woche im Büro konfrontiert sieht (inklusive einer sinnfreien Tätigkeit, die statt in acht auch in fünf bis sechs Stunden effektiver erledigt werden könnte), der findet mit Doom-Metal ein musikalisches Äquivalent zu einem langsam das Hirn durch den Wolf drehenden und wie immer ergebnisoffenen Arbeitstag.

Nun gibt es vermutlich eher weniger Sekretär_innen und Sachbearbeiter_Innen, die sich zum Seelentrost mit Saint Vitus oder Pentagram hochpushen. Möglicherweise hat aber der ein oder andere Büromensch schon mal was von den Känguruh-Chroniken gehört und findet den Marc-Uwe Kling total dufte. Daraus ergibt sich eine astreine Win-Win-Situation, denn ebenjener Herr Kling hat jetzt auch eine Band.
ARBEITSGRUPPE ZUKUNFT heißt die und auch die haben einen Song zum Thema Arbeit rausgehauen. Womit wir wieder beim Metal sind. Schauen Sie sich das an, meine Damen und Herren.
Schade nur, dass, anders als im echten Leben, im Video nur Kerls im Büro sitzen und die Sau rauslassen. Aber vielleicht ist das ja Absicht und sowieso total ironisch, wie man das so tut, wenn man Akteur der Popkultur ist. Könnte man mal Linus Volkmann fragen.



P.S.: Dieser Hype um die Känguruh-Chroniken ist zum Glück komplett an mir vorbeigegangen. Sollen doch andere lachen und sich als Kling-Kenner bei WG-Parties in der Küche enttarnen. Ich gönne es euch und pflege weiterhin meine Ignoranz.

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