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Sonntag, 19. April 2009

Renfield No.14 R.E.V.I.E.W.S.


Ok, as I spend this lazy sunday afternoon sick and ill on the couch watching some old episodes of "Ally McBeal" (i apologize, but as I've seen all my other DVDclassics like "Dawn of the dead" "Six string samurai", "Night of the living dead", "Bangkok loco", "Als die Frauen noch Schwänze hatten" or "Womb Raider" for a million times, I needed something... different. And I got it!), I decided I got enough energy to post again some reviews of the old RENFIELD-STuff. 

So we continue with the reviews of RENFIELD-Zine No. 14. The situation is the following: I am living in Berlin, got my first flat-sharing community here, my first band, am still a highly motivated student and there are lots of impressions, new ideas and new friends for our little Zine. So share some of these great moments with me now. And, of course the great cover. The guy there is Griesi. we sharde a flat and a band together. A band that was really great for all the 3 guys that participated. For a band that never releases an "official" record on a label, SCEPTIC JAZZ made it quite far. Even to a gig in St. Petersburg and a special edition of Renfield Fanzine. But more about this in the next post.

Die Türen – Unterwegs mit Mother Earth
Hat sich nicht soviel geändert, bei den Herren aus der Nachbarschaft. Alles toppeditop wie auch beim ersten Album. Schicke Texte, gute Musik, tolle Fotos der Türen im Cover bei der intergalaktischen Treckerfahrt (denn auch das Münsterland hat Astronauten), alles quietschebunt. Disco für Leute die sonst immer nur Discogänger verprügeln und slightly Punkrockanleihen für Discopopper, die sonst immer Angst vor Gitarren haben. Würd jetzt gern ein Ölbild von Publikum beim Türenkonzert malen: Da tanzen dann Punks mit Schlaghose und hautengem BeeGee-Shirt neben Diskochicks in Chucks, löcheriger Jeans und Gang-of-Four-Leibchen und haken sich bei dem nerdigen Germanistikstudenten ein. Nur der Metalfreak und die Gothictante müssen sich woanders auskäsen. Punk is Disco und Disco war schon immer Punk, das war ja schon klar, seit Wattie Buchan sich zu seiner Vorliebe für Gabba-Techno bekannt hat und hiermit ist es amtlich. Auch der Indieslacker in uns, dem deutsche Lyrics eigentlich immer zu doof sind, geben die Texte keinen Grund zum Fremdschämen. In 20 Jahren wird es zu diesem Album ein Reclamheftchen mit Interpretationen geben, dann, wenn „Unterwegs mit Mother Earth“ Pflichtstoff im Musik –LK der musisch-Künstlerischen Gymnasien unseres Landes sein wird. In einen mediamarkttauglichen Slogan verpackt heißt das: Diese Platte kann einiges, diese Band alles. Sogar geile Videos. (auf Staatsakt, www.staatsakt.de)

Pankerknacker 10
Schöner (Unter)Titel: Provokation quo vadis? Das fragt sich wohl so mancher Punkrocker, der in die Jahre kommt. Vielleicht auch Opa Knack, der den Pankerknacker immer noch ein schickes Heft werden lässt. Je ne sais pas. Irgendwie finde ich, dass der Pankerknacker und das Renfield schon gewisse Ähnlichkeiten aufweisen. So vom Format her, der inhaltlichen Ausrichtung (Der Knacker ist da noch mehr auf dem Punkrockschiene unterwegs), die seltsamen Kolumnen von Kumpels über die Irrungen und Wirrungen des Lebens und seltsame Ideen. Ok, Der Knacker ist gedruckt und neben den guten Interviews (z.B. Razors – DAS finde ich mal sehr spannend, Casualities, Rejected Youth, auch super das Interview mit der Gewinnerin der Miss Schweiz-Wahl, die ganz anders tickt, als man denkt) und dem Sack voll Plattenkritiken und den Konzertberichten und den Urlaubsstories gibt’s noch diverse Kleinanzeigen von Mailordern aussem ganzen Land. Doch, Nummer 10 gefällt, auch wenn die musikmäßige Ausrichtung nicht sooo 100% meine ist, aber es gibt mehr Dinge, die zählen, als der total identische Musikgeschmack. (Pankerknacker-Verlag, Postfach 2022, 78010 Villingen, info@pankerknacker.de)

I Walk the line –same
Eine finnische Band, die sich nach einem älteren, aber guten Johnny Cash-Song benannt hat, kann die im gnadenlosen Renfield-Test durchfallen? Eigentlich nicht. aber zum Glück klingt IWTL nicht ansatzweise nach Johnny Cash, selbst obskure oder verschrobene Country-Zitate (so verschroben und witzig wie finnische Musik hierzulande ja oft angesehen wird, siehe Eläkäläiset oder der Herr Numminen) sucht man hier vergeblich. Vielmehr klingt das, was 3 Kerls und eine Organistin da machen wie Social Distortion , die sich mit Hot Water Music in den verschneiten karelischen Weiten nach tagelanger Bärenjagd in einem mummelig warmen Saunablock zusammengefunden haben, um dort unter Einwirkung eines tiefdunklen finnischen Winters gemeinsam eine Session abzuliefern. Warm, melancholisch, punkrockig, irgendwie doch folkig (so wie die Pogues fast) mit einer angenehm dröhnenden Orgel geht’s hier zur Sache. Diese Platte tuckert. Nicht von einem Hit zum anderen, sie tuckert und pluckert gleichmäßig durch alle Songs wie ein guter solider Ölofen, der eine angenehm muckelige Wärme verbreitet, während draußen ein Inferno aus Kälte ums Haus streicht, das einem die Zunge an den Zähnen festfrieren lässt. Favoritensongs? Keine. Alle. Nenn es wie du willst. Und weil’s so bodenständig ist, gibts die Platte auch im kackbraunen Vinyl. Geil (Auf Combat Industrie Rock)

Death from Above1979 – You´re a woman, I`m a machine
Oh, das ist mal hipper Scheiß im RENFIELD Das wir mal auf unsere anachronistischen Tage sowas Aktuelles kriegen, hätten wa ja nie gedacht. 2 Typen, hippe Gestalten mit Bart und Seitenscheitel, ein wenig wie der Drummer von Wirsindhelden rumrennend, loten mal aus, was man so mit einem verzerrten Bass und einem Schlagzeug für Rocksounds in der Indiedisco machen kann. Das Resultat klingt dann wie At-the–Drive-In mit Herrn Motörhead am Bass, .Dazu dann verzweifelter jauliger Gesang, diverse 80er-Anleihen (z.B. Rosa CD-Schuber), eine exklusiv beigelegte CD mit Remixen von befreundeten DJs und fertig ist das heiße Ding, wofür sich die kleinen Mädels mit den dicken Nietengürteln im Muddclub um den Zugang zum Backstagebereich prügeln. Heute noch so heiß wie Konnopkes Bratenfett, aber morgen vielleicht schon nicht mehr. (www.679recordings.com)

Prayers eye – 6 Track-Demo
In Tönisvorst regiert der Mystic Rock! Durch nordrheinwestfälische Wälder und Haine huschen Gandalf, der Gitarrist mit seinen elfenhaften Bandmitgliedern und schmücken ihre AOR-Songs mit Keyboardsounds wie aus der Kathedrale. Mystisch, mystisch das. Da das Renfield allerdings eher der aufklärerischen Linie unter den Fanzines folgt, stehen wir so pseudohartem glatt produziertem Seifenmelodiehardrock mit albernem Phantasyanleihen, wie er uns schmalziger seit AXXIS oder Marillion nicht mehr untergekommen ist, eher fassungslos bis laut lachend gegenüber. Und wären wir nicht so aufgeklärt drauf, würden wir glatt mal nach Tönisvorst kommen, um euch mit dem Schwert in der Hand zu missionieren und euch den ganzen mystischen Rollenspielpathoskack ein für alle mal aus dem Leib exorzieren. (contact: www.prayerseye.com)

Maximum Rock´nRoll No. 264
Kennt her jemand HH? Nein, nicht Hamburg, sondern den HH, der im MRR immer die RENFIELD-Kritiken schriebt. HH steht für Harald Hartmann, das klingt nach einem sehr deutschen Namen und wenn man die Fanzinereviews in diesem fetten amerikanischen Fanzine mal eine Zeitlang verfolgt, dann wird man merken, daß HH wahrscheinlich der Spezi für deutschsprachige Fanzines bei den Maximummern ist, denn sein Kürzel steht auch beim Plastic Bomb-Review sowie bei allen anderen heften, die mal eine Nummer über den teich schicken. Vielleicht ist HH Deustcher oder Sohn eines solchen oder einfach des Deutschen am besten mächtig ist. Fiel mir nur so nebenbei auf. Das MRR ist fett wie jeden Monat, es gibt sackweise Anzeigen von obskuren Punkrocklabels aus der ganzen Welt und Interviews (u.a. Bruce Banner aus Schweden, Intent, den Lovesongs u.a. sowie –zig Szenereports (u.a. Taiwan), Reviews und Kolumnen. Die sind immer sehr gut zu lesen, am besten waren die über Urlaubserlebnisse in der DomRep (hat mir einen Nachmittag am Wandlitzsee verkürzt) oder die von dem Typen der immer wieder sagt, dass er ALLES isst – und es auch tut, war mir eine großartige Lektüre beim Frühstück, börp! Yah, man, MRR still bleibt viel SPASSS! (MRR, PO Box 460760 San Francisco, CA 94146-0760)

The Dukes – Demotape (ist aber ´ne CD)
Punkrock´nRoll ohne Punk - macht? Genau! Rock, Rock, fuckin`RAWK!!! Hardrock um genau zu sein. Rock wie man ihn von alten geilen 70erjahre Videos von KISS; AC/DC usw. kennt. Die Dukes setzen sich zusammen aus Bandmitgliedern von so gut klingenden Bands wie The Shamelips und beziehen ihre Einflüsse von der alten Hardrockriege wie Kiss, Metallica, AC/DC, Queen. Oder bestimmt auch den Hellacopters und so. Das verquirlen sie zu lustigem Hardrock, der wie eine gute Rockerparty klingt. Ein Sänger, der stilecht nach Whiskeyflasche klingt, dazu einfache, schnelle Songs, ohne viel Schnickschnack, natürlich gibt’s ordentlich Soli, ordentliches, irgendwie selbstironisches Rumgepose aufm Cover und gut is. Aber es ist halt Hardrock von der unschleimigen stampfenden Sorte. Ein Rose-Tattoo-Video ham die bestimmt auch mal gesehen. Das macht Bock auf eine satte Live-Demonstration. Einziges Manko – und da fehlt der Punkrock: Die Songs sind ein bisschen zu lang. Statt einen Songs auf 6 Minuten auszuwalzen, macht doch lieber 2 zu drei Minuten draus. Bleibt alles knackiger, dann. (Kontakt: Dukes c/o Vinzenz Guse, Gneisenausstr.99/100, 10961 Berlin)

Sand.IG – Waren des täglichen Bedarfs
Darf man sich unter dem Namen die Interessen- bzw. Industriegemeinschaft der Förmchenbande aus dem Sandkasten vorstellen? Nein, so lustig wie der erste Satz hier sind Sand.IG nicht und wollen es auch nicht sein. Um mein Befinden beim Hören dieser Platte in ein Adjektiv zu packen: Sie ist verstörend. Die Sache ist schwieriger, denn Sand.IG sind nicht so ganz leicht einzuordnen. Alternative Rock, wie vertrackt auch immer, trifft es nicht ganz. Deutsche Texte werden vom Sänger eher vorgetragen (bei „Tom Turm“ auch mal hardcorig rausgeschrien) als mit irgendwelchen Melodien versehen und stehen im Vordergrund, vor den sperrigen Riffs, den elektronischen Spielereien und dem recht straighten Beat. Das klingt dann teilweise sehr düster, auch so`n bisschen paranoid oder psycho und den angebotenen Vergleich mit den Neubauten (beim Gesang) kann man auch so stehen lassen, das passt auch gut zum Rest. Aber wie gesagt, Sand.IG macht es einem nicht einfach, zum dritten Mal hör ich das Ding jetzt und so richtig einordnen kann ich sie immer noch nicht. Am ehesten fallen mir die lang verschollenen Fleischmann oder ein, die mit „Fleischwolf“ eine großartige Platte gemacht haben. Oder Razzia. Diese mittelspäten Platten von denen, das war so ähnlich verwirrend. Oder vielleicht auch Big Black und irgendwie auch Placebo oder Radiohead. Die Ansätze bei Sand.IG sind sehr unterschiedlich, und je länger ich mir das anhöre, desto besser gefällt es mir, besonders „Visier“ hat’s mir angetan, da irgendwie eingängig, aber nicht kitschig. „Verstörend“ als Adjektiv passt also auch am Ende der Kritik noch, ich schiebe noch ein „vielfältig“ hinterher. Und Platten, die einen adjektivmäßig so sitzen lassen, sind ja nicht wirklich die schlechtesten.

TV Smith – Useless
Zusatz zum Sachtitel: The very best of T.V. Smith. File under: Uraltpunkrocker der allerersten Stunde schnappt sich Düsseldorfer Punkrocksuperstars und spielt noch einmal seine großen Hits ein. Klingt öde? Nach „Learning English Part 100000?“ Nur Bedingt. „One chord wonders“ ballert als erstes schneller als gewohnt von der Platte und auch die anderen Adverts-Hits (Gary Gilmores Eyes o. Bored Teenagers), die Smith mit den Hosen nochmals neu eingespielt hat, klingen frisch aufgenommen besser als bisher. Die Solo-Sachen von dem ehemaligen Adverts-Sänger dürften eher unbekannt sein, aber weil diese Platte auf dem Toten-Hosen-Label rauskommt, besteht doch tatsächlich die Möglichkeit, dass sie nicht ganz in der Versenkung verschwinden. Leider knallen nicht alle Songs so gut wie die Adverts-Sachen, manche sind sehr schunkelmäßig, da werd ich fast an Hans Hartz erinnert, aber dann machen andere wie „Expensive being poor“ oder „Only one flavour“ die Sache wieder wett. Insgesamt ´ne schöne runde Kooperation zwischen T.V. Smith (dem es echt gegönnt sein soll, seine besten Sachen hier noch mal zusammenstellen zu können), den Hosen und Dirty Faces Records, besonders, wenn man bedenkt, dass es eine Vinyl-Only-Sache ist (ist ja nicht mehr selbstverständlich heutzutage). Nützlich darüber hinaus, da die hier vertretenen Songs nicht mehr anderweitig zu bekommen sind. macht also alles schrecklich viel Sinn und wenn es den Hosen eine „Ehre“ ist, als Backgroundband vom Herren Smith zu spielen, sollte es jedem Hosenfan eine sein, diese Platte im Schrank zu haben, allein bei dem schicken Strandcover sowieso. (auf Dirty Faces-Records, Universitätsstr. 16, 44789 Bochum)

The Shocks – banned from the USA
Da hatten die Shocks bestimmt einiges zu erzählen, als sie aus Amerika wiedergekommen sind. War ja eher ein Kurztrip, hat leider nur bis in die U-Haftzelle gereicht, obwohl eigentlich eine Tour mit den Briefs geplant war, aber „Herr Security Officer from the CIA, jetzt gucken Se sich die Bande doch mal an: Wenn die nicht aussehen wie TERRORISTEN, wer dann? Also schnell raus aussem Land mit dem Kroppzeug, solln se doch Deutschland inne Luft bomben, aber nicht den Vatter aller Demokratien.“ Inspiriert von solchen abstrusen Vorkommnissen und der vermasselten US-Tour mit den Briefs haben sie die ganze Sache musikalisch aufgearbeitet. Da das mein erster Kontakt mit den Shocks ist, kann ich jetzt keine Vergleiche zu ihren bisherigen Alben ziehen (die ja allerorten abgefeiert werden wie nich was), aber auf „Banned from the usa“ klingen die 3 Herren vom Berliner Grill wie direkt aus dem Jahr 1977 rübergebeamt und na ja, irgendwie wie die Goldenen Zitronen zu ihrer „Porsche, Genscher, Hallo HSV-Zeit“. Da passt eigentlich alles wie anno Doppelsieben: Sound, Songs, Gesang, Texte, und tja, und diese Vorkommnisse mit der vergeblichen US-Reise auch, das könnte auch gut den Sex Pistols passiert sein. Ist es sogar? Na so was. (Auch auf Dirty Faces Rec., s.o.).

Rock-Ass – Live in der KvU
Noch ein Demo von den Punkrock`n`Rollern aus Friedrichshain. KvU steht für Kirche von Unten und ist einer der ältesten Veranstaltungsorte für Punk/HC-Konzerte in PrenzlBerg oder in Berlin überhaupt. Fast ist es mir ja schon peinlich, aber auch bei diesem Livemitschnitt der Ässer gibt es eigentlich nichts Schlechtes zu sagen. Wer noch nichts von denen kennt, kann sich auf sehr schnellen schnörkellosen Punkrock (und Roll) à la Motörhead, Peter Pan Speedrock, Dirtys oder Nashville Pussy gefasst machen. 11 Songs von allen 4 Demos wurden mitgeschnitten, der Sound ist auch ok und ich hab das Gefühl, live legen ROCKASS noch mal `ne Schippe Geschwindigkeit auf diese ohnehin nicht langsamen Songs drauf. Am besten ist diese CD eigentlich dazu geeignet, sich aus dem RockAss-Repertoire seine persönlichen Lieblinge rauszusuchen. Gerade weil hier alle möglichen Songs von den Studiodemos vertreten sind, ist das ein guter Überblick über das, was sie bisher gemacht haben. Meine Favoriten zum Abzappeln und Bierverschütten sind: „You got a reason“ und „Punkrock is a lie“ (contact: www.rockass.org)

Hagbart Celine – the point of no return
Ha, die fahren bestimmt immer im goldenen U-Boot zu ihren Konzerten. Nix verstanden? Kleiner blöder Witz über den Bandnamen, sorry. Einer der Flecken in Deutschland, die ich garantiert nicht mit Punkrock in Verbindung bringen würde ist Bernkastel-Kues. Liegt irgendwo am Rhein und ich glaube mich dunkel dran erinnern zu können, dass meine Eltern dahin immer ihre Kegelausflüge gemacht haben. In einem viel frequentierten Kegelclubausflugsort zu leben, ist schon allemal ein Grund, sich zu einer Punkband zusammenzufinden. H.C. machen Deutschpunk und zwar so die Richtung Dödelhaie, The pig must die, Warnstreik oder Knochenfabrik (gerade so wie die wären sie wohl gern). Das sind alles Bands, die ich eigentlich nie gemocht habe und die mir irgendwann auch das ganze Deutschpunkding verleidet haben. Da können Hagbart Celine jetzt nix für, aber ist halt nicht meine Tasse Bier. 16 Songs wackeln im mittelschnellen Tempo vorbei, technisch schon gutgemacht, aber irgendwie ohne Ecken, Kanten und Höhen, nichts bleibt irgendwie richtig hängen, auch der Gesang ist irgendwie immer gleich und peng! ist schon das nächste Stück „schneller, melodischer Punkrock mit deutschen Texten“ dran. Ohne Unterschied. Da helfen auch die deutschen Texte nicht viel, die bestimmt gar nicht doof sind. Nee, haut mich trotzdem nicht wirklich vom Hocker, wer aber auf die o.g. Bands gut kann, oder einen Vorschlag für den nächsten Vitaminepillensampler machen will, sollte Hagbard Celine mal antesten (contact: www.hagbard-celine-punk.de oder schiessbude23@web.de)  

The Irritators – Demo 2005
Oh, Massachusetts, unbekanntes Massachusetts. Was weiß ich eigentlich von dir? Nicht viel, du unbekannter Fleck. Ich hab noch ein Livetape von den Ramones, die haben mal in Massachusetts gespielt und es ist wohl einer der wenigen US-Staaten die ich betrunken wie nüchtern gleich gut aussprechen kann. Aber wie es aussieht, gibt’s im unbekannten Massachusetts auch ein paar interessante Bands wie z.B. die mir bisher auch unbekannten Irritators, die sich wiederum aus Mitgliedern mir ebenso unbekannten Bands wie Last in Line, The Strikers oder Red Reaction zusammensetzen und im Lauf ihrer bisherigen Zusammensetzung auch schon Gigs mit Bands wie Out Cold, Kill your Idols, Permanent Damage gespielt haben. Auch dies alles mir gänzlich unbekannte Bands. Also eine Gleichung mit vielen Unbekannten, dieses Demo, da kann ich ja mal ganz unbefangen rangehen. Ich habe keine Ahnung, ob die o.g. Combos soundmäßig gut zu den Irritators passen, aber die spielen einen guten schnellen hektischen Old-school-Hardcorepunk, ohne Rumgemoshe oder Tough-Guy-Gehabe. Als erstes sind mir als Vergleich Bands wie Poison Idea, die Fixtures, Knifedance, oder Flag of Democracy eingefallen. Hat auch was von Gang Green, liegt Boston eigentlich in Massachusetts? Egal, gutes Demo auf alle Fälle, perfekt zum Skaten geeignet und fast total melodiefrei, warum is´n das keine richtige Platte? (contact: Mark Dargie, P.O. Box 173, Granville MA, 01034 USA, dargie@comcast.com).

Steve Austin – Menschen müssen weg / Defibrilator
Auf die hab ich so lang gewartet wie damals auf den ersten Milchzahn. Seit meinem vorletzten Besuch in Hamm bin ich ganz rattig drauf was von dieser Band zu haben und das nur weil sie bei Bela und Deike sowie Herrn Wiedemann im Wohnzimmer liefen. Ich hab natürlich nix verstanden, denn es ist sehr laut, es ist sehr schnell, sehr kreischig und - hat man die Texte vor Augen – seeehr strange. Misanthrophen assoziieren frei beim gemütlichen Zusammensitzen in der Menschenhasser-Bar. Wenn du auf Yacopsae, Grind, oder deftigen PowerViolence-Käck stehst und deine Kumpels dir auf dem letzten HC-Konzert in einem Jugendclub in den Ausläufern des Ruhrgebiets noch keine Kopie dieser Steve-Austin-CDs zugesteckt haben, dann solltest du mal eure Freundschaft überdenken. Diese CDs sind Pflicht. Für jeden Haushalt mit bis zu und ab 2 Kindern im Allgemeinen, ganz besonders allerdings in westdeutschen Klein- und Mittelzentren mit übermäßig hoher Dichte an Einfamilien-Fertighäusern aus dem Katalog. Darüber hinaus für alle vereinsamt lebenden Großstädter perfekt geeignet, um dem Dröhnen der S-Bahn vor deinem Haus endlich mal was entgegensetzen zu können.

Carsten Meyer – Keil Stouncil à Paris
Wow, Filmmusik. Ok, keine richtige Filmmusik, aber könnte eine sein, denn wie beim richtigen Soundtrack gibt’s 17 Instrumentalnummern und der Plot könnte so gehen: Der kleine Prinz von Bel-Air dell’ Erobique landet bei der Suche nach Inspiration für das neue Coverdesign seiner Paul-Kuhn-Hommage durch eine französische Hauptstadt seiner Wahl. Dort trifft er Amelie aus dem Wunderland, die gerade versucht ihr Klavier zu befreien, dass sie an den Eiffelturm gekettet hat, als sie in einem kleinen Pornokino „Es war einmal in Amerika“ schauen wollte. Leider kam der Pate vorbei und hat das Fahrrad entwendet. Der kleine Prinz kütt und befreit das Fahrrad, zum Dank lädt Amelie, die kleine Meerjungfrau, den Prinz zum romantischen Abendessen bei einer Flasche Rotwein und einer Stange Gänsefleischpastete in die Seine ein. Ist übrigens einer meiner Lieblingsfilme für Sonntagabende auf dem Balkon. Soundtrack now available from The artist formely known as Erobique. (auf Staatsakt)  

Punk Chartbusters Vol. 5
Weia, ist das schlecht. Wahrscheinlich ist dieser Sampler ganz unbeabsichtigt mehr Punk als ihm lieb ist. Er schockt, aber leider wahrscheinlich die falschen Leute. Um mal mit dem alten Indianer zu sprechen, den Greenpeace vor nicht allzu langer Zeit immer auf ihren Aufklebern zitiert haben, um auf die fortschreitende Umweltverschmutzung (in diesem Fall akustische) hinzuweisen: Erst wenn der letzte Song gecovert, die letzte Hookline mit verzerrter Gitarre nachgespielt und der letzte 80er-Jahre-Hit durch den NOFX-Klon-FleischWolf gedreht wurde, werdet ihr feststellen, das man Kreativität nicht bei Rock am Ring am Bierstand kaufen kann. Diese Doppel-CD hat 51 (!) Coverversionen. Das sind 51 zuviel. 51 mal gleicher scheiß. zu unnötig hier einzelne zu erwähnen, selten so viel langweilige doofe phantasielose Coverversionen gehört. Erst wird clean vorgespielt, dann kommt der Tritt auf den Verzerrer, alles noch mal schnell im MelodicPunk-Beat hinterhergehoppelt. 51 mal. Der Spaßeffekt dieser Coverreihe hat sich eigentlich schon beim dritten Teil erledigt. Der vorliegende fünfte Teil ist also nicht lustig. Nicht lustig, nicht komisch und vor allem: NICHT WITZIG. Nicht beim konzentrierten Hören und auch nicht beim Nebenbeilauschen wenn man die Wohnung renoviert (Renovieren muss, weil man beim konzentrierten Hören alles vollgegöbelt hat). Never. Was steht da vorn auf dem Cover? „What a burner!” Only fillers, no killers würde besser passen. (bei Wolverine Rec. Kaiserswerther Str. 166, 40474 Düsseldorf, www.wolverine-records.de)

Welcome to Punk-a-Billy Circus – Sampler
Huh, nach diesem Charbusters-Geörgel hier mal was ganz cooles. Früher, so in den 80ern hätte man diesen Sampler wohl „Psychobilly over Europe“ Vol.3 genannt. Das Cover wäre düster geworden und nicht so grell bunt comicmäßig, aber egal. Zumindest ein Teil der Bands, etwa Mad Sin oder The Klingonz oder The Nekromantix, wäre derselbe gewesen. Und was sind jetzt die Hits? Schwer zu sagen. Die bekannten Vertreter machen ihre Sachen erwartungsgemäß gut, die Unbekannteren sind sehr unterschiedlich, da ist für Besenbirnen die´s eher traditionell mögen genauso was dabei, wie für Leute die auf etwas ausgefallene Sachen stehen. Neben dem klassischen Psycho (wie von den Godless wicked Creeps, Komety oder Bad Reputation) gibt`s z.B. die Os Catalepticos, die mehr wie ´ne Metalband klingen oder die mit einem swingenden Bläsersatz ausgestatteten Washington Dead Cats (ebenso wie die Kins fo Nuthin') und daneben natürlich sehr punkrocklastige Dinger wie The Wrecking Dead (aus Dänemark) oder die Hellbats aus Frankreich. Meine Favoriten sind jedenfalls der Song von den Astro Zombies, Banane Metalik oder der von Bad Reputation (großartiger Text, sehr dezidiert ausgedrückt würd ich mal sagen) Der Stehbass klackert jedenfalls überall auf dieser CD ganz gut und wer auf Psychobilly steht, sollte diese Gelegenheit mal nutzen, über den Rand seiner Flat-Top-Frisur zu gucken, wenn man mal was von Bands aus Polen, Dänemark, Frankreich oder gar Brasilien hören will. Bleibt nur zu hoffen, dass die Jungs von Wolverine Rec. nicht auf die Idee kommen, demnächst eine PsychoChartbusters-Reihe zu starten. Ich glaub, dann wird ick narrisch. (auch über Wolverine Rec.)

Strung Out – Exile in Oblivion
Manchmal wenn ich mir so die verschiedenen FatWreck-Releases anhöre, hab ich so den Verdacht, dass es bei der Entwicklung der Bands aus der ähnlich klingenden Melodicore-Ursuppe zwei Wege gibt, die grundsätzlich eingeschlagen werden. Die eine „Sorte“ von Bands wird dann zunehmend und im Laufe der Jahre poppiger und verlegt sich auf eingängigere Sounds (z.B. Lag Wagon), die andere Gruppe geht genau den anderen Weg und entwickelt härtere komplexere Sounds, die mit dem bisherigen melodischen Punk nicht mehr viel zu tun haben. Dazu gehören wohl Strung Out. „Exile in Oblivion“ klingt für mich wie´ne New Metal-Platte mit sehr melodischem Gesang, relativ komplexen Songs, Metallica-Drums und einem leicht melancholisch-nachdenklichen Touch, wobei ich nicht genau festmachen kann, wo der jetzt her kommt. Die Songs klingen zwar alle recht ähnlich, es gibt nicht DEN Über-drüber-Hit, aber so insgesamt…in einem durchgehört, jaaa, doch kann ich mich schon mit anfreunden. (auf Fat Wreck)

Blutkeks – Demo
„Auf Flyern oft als Deutschpunk angekündigt, was den Kern der Sache unserer Meinung nicht ganz trifft…“ Recht hamse, die Blutkekse aus Mainz. Unter Deutschpunk kann man ihr Demo nur einsortieren, weil sie deutsch singen und etwas klischeehafte Texte haben. Ansonsten ist das eher so HC-Punk wie es ihn in den 80ern oft gab. Ok, wenn schon Deutschpunk, dann bitte schön ein klitzekleines bisschen crustig und als Vergleich die sehr frühen Razzia (gerade der Gesang) oder The Hoax aus Berlin. Auch aus den 80ern. Andererseits klingen Blutkeks wie eine von diesen Bands, die man früher auf diversen Tapesamplern gefunden hätte und die dann später mal auf den Network of Friends-Platten aufgetaucht wären. Wüsste ich nicht, dass die aus Mainz sind (klingen aber nicht so, als würden sie sich doll über den Klassenerhalt freuen und so bierselig lustig wie SpringtOifel zum Glück auch nicht) und dass sie in Deutsch relativ platt über alles und jeden schimpfen, würde ich sie für´ne alte Hardcorepunkband aus Japan oder Skandinavien halten. Find ich die jetzt gut? Jep, besser als manch glattgebügelte Kinderband auf alle Fälle, weil rauer und vielleicht gerade dadurch doch für mich nachvollziehbarer und sympathischer. Wollen mal hoffen, dass den 10 bisherigen Konzerten noch einige folgen werden. (Tape gibt’s für 4 Euro bei No More Music c/o Alex Rippel, Jahnstr. 78, 55291 Saulheim)

The New York Rel-X - same
Sieh an, eine Punkband aus New York. Ja, ich weiß, da gibt es einige. Nicht so ganz viele, aber ab und an hört man schon mal was von einer New Yorker Punkband. Aber was soll man von einer Band halten, wo Erika singt und Adi Bass spielt? Ok, für die Namenswitze können sie jetzt nichts, und dafür, dass sie aus New York kommen auch nicht. Eigentlich machen die Rel-X alles richtig, was man als aufstrebende Punkband so tun sollte. Sie spielen Konzerte mit den richtigern Bands (Us Bombs, Angelic Upstarts, ) in den richtigen Läden (CBGB´s ) und weil ihre Bassistin gleichzeitig auch eine gefragte Bookerin ist, haben sie auch den richtigen Zugang zur „Szene“ und bestimmt haben sie auch in NY ´ne richtige Fanbasis. Was auch nachvollziehbar ist, denn mit Punkrock, der etwas hardrockig daherkommt, Frauengesang und ´nem recht cleanen Sund kann man bestimmt schon den einen oder anderen Lederjacken /Iro/Nietenhannes für sich einnehmen. besonders, wenn der dann noch eine Schwäche für ähnlich klingendes wie Scattergun, Plasmatics, Deadline hat. Richtig überraschend ist dann auch nicht das 999-Cover (von Vixen bzw. von Motörhead, spielt man ja immer wieder mal gern), ähnlich wie die anderen Songs. Guter Punkrock, aber der letzte Kick fehlt irgendwie. (auf Dirty Faces)

The Epoxies – Stop the future
Da sind sie wieder, meine Lieblinge vom Rock-against-Bush-Sampler. Die Band, die so klingt als hätte eine Biotechnofabrik im mittleren westen Amerikas die Stimmbänder von Kim Wilde geklont und eine Band daraus gebastelt. Was absolut nicht negativ zu verstehen ist. Wäre diese Platte ein Kalender, würde ich sagen, wir haben 1984 und die Mauer steht noch. Den Eighties-Wave-PunkPop-Faden (oder das Netzshirt oder die neongelben Schweißbänder) stricken die Epoxies auf ihrer 2ten Platte konsequent und sehr glatt weiter und wollen mit dem Titel wohl andeuten, dass die Zukunft am besten irgendwo in den 80ern gestoppt hätte. Was dann passiert wäre, ist gar nicht auszudenken. Wir wären in einer Endlosschleife aus gefälschten LaCoste-Poloshirts, Popperfrisuren, Footloose/Flashdance/Fame-Dirtydancing /Eis-Am-Stiel/ LaBoum/Rocky/Rambo-Filmen, Boris-Becker-Wimbledonsiegen, Lindenstraßenpremieren und weißen Tennissocken gefangen. Weiaweia. Wie lang man das Konzept von kühlem Wave/Plastikpunk mit einem Keyboard, dass mehr nach Ronnys Popshow oder auch nach Europe (tätätäätä tätätätätä tätätätätä, it´s the Final Countdown) klingt, noch weiterspielen kann, ist so eine Frage, die ich jetzt erstmal nicht beantworte. Im Augenblick ist das alles noch sehr lustig und gut anzusehen, aber spätestens wenn das erste 90ies –Revival ausgerufen wird und alle ihre Holzfällerhemden wieder rauskramen, könnte es für die Epoxies mit dieser Fast-100%-80erJahre-Imitation schwer werden. Bis dahin hör ich mir so´n hübsches Stück 80iesTrashRevival doch immer wieder gern an. (auf FatWreck)

Peepshow III– DVD
Guter Trick,das. Man nenne die Compilation wie ein diskretes Pornofilmchen und macht gar keinen Porno drauf. Stattdessen kompiliert (oder kumuliert?) man Videos der ganzen glücklichen, fröhlichen, immer für ein Bier und Spaß zu habenden Fat Wreck- und Honest Don´s Familie von Avail über Lag Wagon, Mad Caddies, Goober Patrol, Lawrence Arms bis hin zu Anti-Flag. Dazu gibt’s noch kleine Making-Of- bzw. Nonsens-Video-Leckerlis von jeder Band (was bei den meisten wie ein Urlaubsvideo vom letzen Konzert oder Besäufnis rüberkommt) und fertig ist der Lack. Avail lieb ich ja eh, deswegen gehört auch das Video zu meinen Favoriten, ebenfalls wie das von SOIA oder auch das von Nerf Herder (die ich eigentlich nicht so dolle find) mit der Enterprise-Verarsche ist ganz nett. Wer auf das ganze Melodicore-Spektrum steht, wird wahrscheinlich noch mehr Perlen entdecken und für billig Geld lohnt sich das auf alle Fälle (auf Fat Wreck)

Dear Johnny- A tribute to Cash – Sampler
Wahrscheinlich sind in den letzten 3 Jahren mehr als J.C.-Tribute-Sampler erschienen, als dem Herrn Bargeld zu Lebzeiten lieb gewesen wäre und da ist bestimmt nicht alles richtig toll dabei gewesen, aber der hier ist schon ganz gut. Besser als der 5. Chartbuster vom gleichen Label, vielleicht nicht ganz so gut wie der von Trikont. Aber vielleicht auch auf eine andere Zielgruppe zugeschnitten. Hier findet man Cash-Coverversionen für Leute, die mehr im rauen Punkrock oder Psychobilly als aus dem zarten Alternative-Country/Indie-Umfeld zuhause sind, sozusagen mehr Whiskey als Cocktail, denn sonst wären nicht umsonst die Supersuckers, Deadbolt oder die Kings of Nuthin´ mit dabei. Überraschenderweise konnte dann noch Stevie Tombstone (GENAU der von den legendären Tombstones, die sowieso keiner kennt) sowie der in der Cash-Biographie von Franz Dobler erwähnte „Country-Outlaw“ Dale Watson dazu gewonnen werden sowie 15 weitere Songwriter und Bands. Neben den bekannten All-Time-Hits, bei denen selbst als Cover eigentlich nichts schief gehen kann, finden sich hier aber auch ein paar nette unbekanntere Perlen, die dem oberflächlichen Johnny-Cash-Interessierten noch nicht so oft untergekommen sind. Was aber passieren kann, schließlich hat der Mann in all seinen Jahren kontinuierlich einen Riesenberg von Platten bzw. Songs abgeliefert, die wohl noch für 5 weitere Tributes reichen werden. Es gibt also genug Sachen, die man nochmal veredeln oder neu interpretieren könnte, es muss ja nicht immer „Ring of fire“ oder „I walk the Line“ sein. Auf den Ring wird glücklicherweise bei der Dear Johnny-Compilation zum Glück ganz verzichtet, das war den Wolverinern dann wohl doch zu blöd. Ansonsten doch ´n gutes Teil. (auf Wolverine Rec.)

Social Distortion – Sex, Love and Rock`n`Roll
Schön, daß die Erde rund ist. Schade, dass es keine Autobahn gibt, die wie ein Armreif einmal um sie rum führt. Schade auch, dass es keine schnelleren Autos auf der Welt gibt. Dann könnte man nämlich permanent bei gleich bleibender Geschwindigkeit in den Sonnenuntergang fahren und fortlaufend die neue Social Distortion-Platte hören. dazu ist sie nämlich perfekt geeignet, zum ewigen In-den-Sonnenuntergang fahren. In chromblitzenden Autos allerdings nur, die so schnell sein müssen, dass sie dem Lauf der Sonne folgen können und die Autobahnpolizei kontrolliert nicht die Geschwindigkeit, sondern ob der Fahrer den die erforderliche Menge Brilliantine im Haar mit sich führt. Punk gibt’s gar nicht mehr so viel auf diesem lang angekündigten Alterswerk von Social D., aber dafür Rock umso mehr. Soviel konventionellen Rock, sodass ich fast befürchte, dass diese Platte auch von Leuten gekauft wird, die auch die eine Bon Jovi-Platte gut finden.

The Soviettes – LP III
Da hätten die Parteigenossen in Russland mal in den 80ern drauf kommen müssen: Zwecks Imagepolitur gründen wir eine sexy, gutaussehende 3-Frauen/1 Mann –Punkband, die uns wunderbar nach außen repräsentiert, und lassen sie locker unsere Ideologie als Punkband in die Welt tragen. Tja, lieber oberster Sowjetrat, wenn ihr diese Idee gehabt hättet, wär’s vielleicht nicht so schnell gegangen mit dem Untergang, aber 16 Jahre hinterher ist man ja immer schlauer. Die Soviettes kommen aber natürlich nicht aus Russland, sondern vom Erzfeind, genauer aus Minnesota, Minneapolis, wo auch schon Hüsker Dü oder The Replacements herkamen, was ja nun nicht die schlechtesten Bands sind. Und so übel sind die Soviettes auch nicht, flott geht’s zur Sache, poppiger Punk mit Frauengesang, klingt hier ein bisschen wie die GoGo´s, da ein bisschen wie The Eyeliners und auch die B52s schimmern da immer mal durch. Trotz des im Stil des sozialistischen Realismus gehaltenen Albumtitels also doch gut. Sehr gut sogar, wenn ich das jetzt so an einem lauen Sommerabend auf dem Balkon höre. Wollt ihr nicht auf unserer nächsten Party spielen? (auf Fat Wreck)

No use for a name – Keep them confused
Manche Sachen ändern sich nie. NUFAN-Alben sind so eine Sache. Die klingen immer gleich. Da könnte man mich in ein dunkles Zimmer sperren und mir die Augen verbinden und mir dann 5 verschiedene Songs von den bisher erschienen 5 NUFAN-Alben vorspielen. Wenn ich dann sagen sollte, der Song ist vom 2005er Album und der von der Daily Grind-LP, ich könnte es nicht. SkatePunk, wie sie ihn immer gemacht haben, das Klackerschlagzeug, die gleichen Riffs, die hypermelodischen Chöre, alles wie gehabt. Vielleicht ein bisschen melancholischer mittlerweile, vor allem die Texte (die wirklich gut sind, aber das merkt ja keiner ohne Studium des Textheftes) aber das nur unterschwellig. Nicht mal böse sein kann man den Jungs wegen ihrer Sturheit. Zumindest ist keiner konfus wenn er sich diese neue Platte kauft,
erfüllt sie doch alle Erwartungs-haltungen, die man an eine NUFAN-Platte haben kann. Aber eben auch nicht mehr. Und wenn man sich mal so umschaut, kann man feststellen, dass es gar nicht mehr sooo viel Bands gibt, die so einen Sound fahren. (auf Fat Wreck)

Fancy Vol.1, Issue 3
Dünn und bunt ist das Fancy, so ein kleines, aber gut aussehendes Heft aus New York. Hab ich für Lulu auf einem Konzert im Tommy-Haus aufgegabelt und werd noch nicht so ganz schlau, was die Macher/innen eigentlich wollen. 26 Seiten gibt’s, die eigentlich nur aus Fotos bestehen, so dass man den Eindruck bekommt, das hier wäre eine Bravo-Foto-Lovestory als Fanzine. Ein paar Bands werden vorgestellt, z.B. The Others (‚ne 60iesGarageband) oder the Weekenders (wobei die nur fotografiert werden und ihre Klamotten vorgestellt werden -. wie in so einer Fashionzeitschrift) dazu noch berichte über ein Trollmuseum in NY und allerlei Styling-bzw. Schminktips für die… , ja für wen denn? Für die Adoptivkinder von Vivienne Westwood vielleicht oder die Enkel von Johnny Thunders . Ist schön anzugucken, nur fehlt ein bisschen was an Inhalt, aber für lau geht das schon mal ok. (Contact www.fancymag.com, P.O. Box 110411, Brooklyn, NY 11211)

 

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