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Samstag, 18. April 2009

Renfield No.13 Reviews (Part 1)


Yeah. Number 13. Actually not my lucky number like Mike Ness said. But we made more issues than this one. So enjoy the rezis.

52 Pick-Up – Nuthin but trash/ Nightmares in a damaged brain (live)/ Evolution Crisis

Schaurig geht´s zu bei 52 Pick-Up. Beim ersten Blick aufs Cover kann man erkennen, dass die `ne schwere Vorliebe für Horror, Trash, B-Movies, Zombies und was noch so dazugehört, haben. Der Begriff Horrorpunk trifft hier ins Schwarze wie der Biss eines Zombies in harmlose Passanten in einem George-Romero-Film. Wobei das gute Artwork aber auch das einzig gemeinsame der drei Demos (Demos? Bin mir nicht ganz sicher, sehen schon so gut aus, das könnten fast offizielle Releases sein), ansonsten klingt 52 Pick-Up bei jeder Platte extrem unterschiedlich, was wohl an der wechselnden Besetzung liegen könnte. Die „Nuthin’ but Trash“-CD ist die älteste und da scheinen alle noch eine große Vorliebe für trashigen Garagepunk gehabt zu haben. Jedenfalls hört man all die guten Vorlieben wie z.B. die Cramps, Guitar Wolf, Meteors o. Mummies, Monsters o. Buzzcocks raus und gut rockig ist es. Der Sound ist so, wie es sich für `ne Garagenpunkband gehört, nicht glatt wie ein Chris-de-Burgh-Album, aber angenehm rauschig. Hätten sie so weitergemacht, wären sie bestimmt irgendwann zur Halloween-Hausband im Wild at heart bzw. Mad`n Crazy geworden. Sehr, sehr gut, das.
Bei den „Nightmares in a damaged Brain“ - Aufnahmen handelt es sich um ein kurzes Livedemo, das nur drei Songs umfasst. Wie das so bei Liveaufnahmen ist, klingt`s nicht ganz so dolle und irgendwie frag ich mich, ob das nötig war. Drei Songs sind fürn Liveding etwas wenig und weil der Sound nicht wirklich toll ist, finde ich das Ganze etwas verunglückt. 
Kommen wir also zum aktuellen Output. Jahre sind ins Land gezogen, nicht nur Jahre, auch Bandmitglieder haben bei 52-Pick-Up gewechselt wie Ersatzspieler bei einem Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und England. Die einzige Konstante scheint Sänger Latch zu sein, dessen Stimme als markantes zuverlässiges Zeichen auf allen 52-Pick-Up-Releases zu finden ist. Ob „Evolution Crisis“ jetzt latent für den Entwicklungsstand der Band stehen soll, glaub ich eher nicht, trotzdem ist es überraschend zu hören, dass die CD weg vom alten Garagenkram in eine ganz andere Richtung geht. Streetpunk heißt die Parole und würde ich nicht die andern Demos kennen, hätte ich die Herren als ruppige Streetpunkband à la Business mit leichten Rock´n Roll- bzw. Metalanleihen eingeordnet. Am Ende gibt’s noch ein gut rockendes „Monster Mash“-Cover. Der Sound ist insgesamt glatter als früher, passt aber besser zur Musik. Auch sehr gelungen, trotzdem sind mir 52-Pick-Up in ihrer Nuthin’ but Trash-Phase am sympathischsten. (Contact: hippykillerinc@yahoo.co.uk)
 
No Exit – aus Berlin
Deutschpunk aus Berlin. Vom Cover grinst einen halbseitig ein Iroträger an und ich hab schon schlimmste Befürchtungen, da ich Bands die traditionellen Deutschpunk, wie wir ihn ja mal alle früher bestimmt geliebt haben, heute nicht mehr ganz verknusen kann und ganz fix mit den aktuellen schlechten Platten von z.B. Daily Terror in Verbindung bringe.. AberNo Exit sind besser als gedacht. Das ist eher deutschsprachiger Punk-Rock´n Roll mit nem original Berliner Schnauze –Sänger, der auch mal gern eine Liebeserklärungen ans Leben in Berlin zum Besten gibt. Als Vergleich fallen mir spontan die die Bad Mothers ein, die ja auch mit deutschen Texten auf der Punkrockschiene unterwegs waren, nur das der No Exit-Sänger nicht so Danzigmässig rumknödelt und die Band insgesamt rotziger, irgendwie dann doch deutschpunkiger, klingt. (auf PukeMusic, www.pukemusic.de )
 
Ox # 56
Recht schlicht kommt das Ox daher – keine quietschbuntes Cover mit Flammen oder Rock`nRollmiezen wie sonst öfters, nein, diesmal gibt’s einfach nur eine schwarze Platte vorn drauf. Hat auf alle Fälle was damit zu tun, das EA 80 ihr 25jähriges Bandjubiläum haben und im Heft angemessen gewürdigt werden. Ist ja irgendwie eine schwierige Sache: Wie feiert man den runden Geburtstag einer Band, die gar nicht rund gefeiert bzw. mit schlechten Geschleime zugesülzt werden will, hat aber in diesem Fall ganz gut geklappt. Ansonsten die übliche Informationsflut im Ox, bei denen man schon einen wirklich miesen Anfall von Montezumas Rache haben müsste um alles am Stück auf dem Klo durchzulesen. Gut sind auf alle Fälle das Bellrays-Interview, das von I walk the Line auch, ansonsten wurden recht viele alte Helden abgefischt wie z.B. Poison Idea, Adolescents, Spermbirds und so. Was zu meckern hab ich nicht wirklich, wie soll denn das erst werden, wenn das Ox ab 2005 alle 2 Monate erscheint? (Ox, P.O.Box 102225, 42766 Haan)
 
Rock against Bush Vol. 2
George Bush ist immer noch Präsi der USA, wir können also mit weiteren Rock-against Bush-CDs 3 – 1000 rechnen. Die Grundlage für weitere Compilations, auf denen sich alle Stars der Melodycore/Punkrockszene tummeln, bleibt also!? Ok, stecken wir den Zynismus mal wieder ins Kabuff. Die FatWreck-Macher haben den zweiten Teil ihrer Anti-Bush-Kampagne gestartet, gebracht hat es aber irgendwie nix. Wieder gibt es satt bekannte Bands (z.B. Social Distortion, Green day, sogar No Doubt und die Foo Fighters sind am Start) und mit den Donots sogar eine deutsche Band. Die DVD ist im Vergleich zum ersten Teil um einiges umfangreicher, es gibt nicht nur Musikvideos (Bad Religion, NOFX, AntiFlag) sondern auch Mitschnitte von diversen Comedians und Politwissenschaftlern, die sich kritisch zu George und seiner Politik äußern. Viele werden sich also diesen Sampler kaufen, auch wegen-gegen Bush, aber ich denke, hier in Europa in erster Linie nicht wegen des politischen Aspekts, sondern einfach der Musik wegen. Und wenn es dann noch gegen Amerikas Obersatan geht, warum nicht? Das politische Gewissen beruhigt sich, wenn sich Subkultur mit politischer Ausrichtung deckt. 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen, sozusagen mit einer Doppel-CD, auch wenn man sonst mit Politik nicht wirklich was am Hut hat. Auch etwas plakativ das Ganze, aber ist das so schlimm? Vielleicht gibt es differenziertere Protestformen gegen Bush, aber die haben dann auch mit Punk(rock) nicht lautstark was zu tun. Und ein gewisses provozierendes Auftreten muss so´n Punksampler auch haben, sonst kann ich mir auch den bolschewistischen Männerchor anhören. (auf FatWreck)
 
Andthewinneris – The Punch and Judy show
Komisch, dieses Stück Emo gefällt mir im Augenblick ganz gut, obwohl ich eigentlich nicht so ein großer Freund von derartigem bin. Was eventuell damit zusammenhängt, dass vor gar nicht langer Zeit heulerige Emobands an jeder Ecke wie Unkraut aus dem Boden gesprossen sind. Irgendwann hat man sich halt an all dem schwermütigen Jungs-jammern-rum-Kram satt gehört. Trotzdem kann ich mir ATWI anhören, ohne gleich Ausschlag zu bekommen. Vielleicht liegt es am Wetter. Draußen stürmt es, der Herbst macht sich im ganzen Land breit und wenn man die Zeit hätte, könnte man den ganzen Tag vorm Fenster sitzen und den Blättern zusehen, wie sie über die Straße fegen. Und dabei in eine melancholische Stimmung verfallen und ANDTHE WINNERIS (Natürlich 4 Worte als Bandname. Das ist schon wieder so typisch Emo, das es nicht mehr wahr ist) hören. Es ist nicht sooo was besonderes, was die Band aus Hannover macht. Hat man schon oft in verschiedene Variationen gehört: Poppig-melodische, fast schon hymnenartige Gitarrenriffs, manchmal auch ein melancholisch klimperndes Klavier und ein hingebungsvoll schluchzender Sänger. Hatten wir alles schon mal, bestimmt auch schon mal schlechter, aber auch schon mal spektakulärer und falls die Get-Up-Kids, Samiam oder Jimmy eat World noch mal auf Tour kommen und eine solide Vorband brauchen, die schon genug Erfahrung hat (gesammelt u.a. bei Konzis mit den Donots, Lagwagon sowie diverse „kleinere“ Veröffentlichungen), sollen sie mal bei ANDTHEWINNERIS anrufen. Die Frage ist nur, ob die wahrscheinlich längsten Songtitel der Welt ausreichen, um zwischen x anderen Emobands noch markante Zeichen setzen zu können. (auf Rockhit Rec., Waldemarstr. 37, 10999 Berlin www.atwi.de) 
 

Street Attack Vol. 4
Lässt die Anzahl der Ziffern in der Telefonnummer der Kontaktadresse der vertretenen Bands auf die Qualität derselben schließen? Oder anders gesagt, sind die hier versammelten Bands scheiße, weil sie fast alle aus kleinen (westdeutschen) Provinzkäffern kommen? Na, beim RENFIELD sitzen ja keine arroganten Hauptstädtwichser rum, also stimmt die These nicht. Schon allein deshalb weil auch die Großstadtbands auf dieser CD genauso schlecht sind wie der ganze Rest. Dieser ganze Sampler ist voll mit irgendwelchen Mümpelbands, die alle scheiße klingen und wenn nicht das, einfach so öde sind, das ich beim Hören einen totalen Kackreiz kriege. Wir haben Deutschpunkbands (WKZ – mit einem D.O.A.-Cover auf Deutsch, ha, wie einfallsreich - Hartwurstsuppe, O.S.S, Regional Report, Irrelevant, Kreftich), die lustig sein wollen, aber sich ungefähr auf dem Humorlevel der Hannen Alks bewegen. Dann haben wir diverse Skabands, die so taktlos durch die Songs hoppeln, als wären sie ein Bande epileptischer Karnickel und dazwischen ein paar ziemlich einfallslose Hardcore/Punkbands sowie irgendwelche total undefinierbare Sachen (End-Effect, Reggaena & der Tee). Bands, die lieber noch ein paar Jahre im örtlichen JZ proben sollten, bevor sie hoch ambitioniert und total untalentiert mit ihrem Scheiß wertvolle Rohstoffe in Form von CDs oder LPs verschwenden. Oder die sich am besten SOFORT auflösen und ihre Punkkarriere als nett belächelte Jugendphase abhaken. Dazu dieses absolut bekackte Cover, das aussieht, als hätte da jemand seine ersten Schritte mit einem Grafikprogramm gemacht. Nee, nee, muss echt nicht sein.
(www.extrempunk.de. Noch was aus dem Marketingkurs: Wer sich selber Extrempunk nennt, ist erst recht keiner)
 
Agrotoxico/ The Flicts – Split-CD
Ach guck, mal wieder 2 Bands aus Brasilien. Aus Sao Paulo besser gesagt. Agrotoxico sind ja nicht mehr so ganz unbekannt, deren Platten werden schon seit längerem über Dirty Faces hier unters Volk gebracht und groß verändert haben sie ihren Sound auch auf dieser Split-CD nicht. Ohne große Rücksicht gibt’s guten, schnellen, wütenden Hardcorepunk, mit gut dosierten Gitarrensolis gewürzt, zwischen Discharge, Exploited und Poison Idea (deren „Punish me“ auch gecovert wird). Textmäßig bleibt man auch in den üblichen gesellschaftskritischem Rahmen, gleich zweimal wird der Krieg im Irak thematisiert. Wieso tauchen solche Bands eigentlich nicht auf einem Rock-against-Bush-Sampler auf? Wäre wohl nicht so verkaufsfördernd bei den jungen Punkrockgirlies. Agrotoxico haben dann auch gleich mal ihre Freunde aus Sao Paulo mitgebracht, die Flicts. Bei denen geht’s nicht ganz so hart los, man ist eher im Streetpunk zuhause und den können die Flicts recht vielseitig. Mal binden sie locker Black Flag’sche Zitate in einen Song ein, mal klingen sie fast wie Status Quo als Punkband und natürlich gibt es auch eine Menge von Singalong-Melodien zum Mitgröhlen (wenn man denn Portugiesisch kann), trotzdem sind die Texte nicht ganz so bierselig, wie man es erwarten könnte. Der Sänger klingt irgendwie wie der von Agrotoxico, aber ein Blick ins Booklet zeigt, dass es doch ein anderer ist. Verstecken müssen die sich auf alle Fälle nicht. Fazit: `Ne gute Split-Veröffentlichung, mit der Agrotoxico kurz nach der „Estado de guerra Civil“ weiter auf sich aufmerksam machen und ihren Kumpels, den Flicts, gleich die Gelegenheit geben, hier in Europa ein Bein an die Erde zu kriegen. (Dirty faces, Universitätsstr. 16, 44789 Bochum)
 
Bad Brains – Rebel in the City – live 02/79
Als die Bad Brains die Aufnahmen zu dieser CD gemacht haben, war ich gerade mal 5 Jahre und ein paar Monate alt. Playmobil war das Maß aller Dinge und die Tage im Kindergarten waren auch langsam gezählt. Kein Gedanke daran, dass sich zur selben Zeit vier Schwarze in Kansas City ihre Wut aus dem Balg schreien und dabei sind, sich als erste und bisher wohl einzige schwarze Punkband in die Punkgeschichte einzureihen. Das wusste ich als Pimpf nicht und die Bad Brains wussten es wohl damals auch noch nicht. 26 Jahre später gibt’s von diesem Konzert in Max´s einen Bootleg in nicht wirklich guter, aber doch annehmbarer Qualität (alle, die so was wie die „The Youth are getting restless“-Aufnahmen erwarten, seine hiermit gewarnt). Diese Band war/ist eine meiner absoluten Lieblingsbands und 26 Jahre sind ´ne Menge Zeit. Gerade für eine Band, die absolute Granaten, aber auch mal richtige Scheißplatten rausgebracht hat, ihre Namensrechte an Madonnas Plattenfirma verkauft hat und auch sonst in den letzten Jahren eigentlich nur durch obskure Meldungen aufgetaucht ist. Egal, denn dieser Bootleg erinnert einen doch daran, wie geil, wie energisch, vielseitig und cool die Bad Brains in ihren besten Jahren sein konnten und warum man gar nicht anders konnte, als sie vom ersten Ton an zu lieben. Auch wenn der Sound nicht optimal ist (Hey, das Ding ist von 79, dafür ist es super) und auf die Trackliste nicht 100%ig Verlaß ist (aber man kennt eh alle Songs und kann da etwas nachsichtig sein), bleibt es trotzdem ein Livemitschnitt, den sich jeder Bad-Brains-Kenner zulegen sollte. Allein um mal Liveaufnahmen aus der Frühphase zu haben. (über Crustafar-I Records; Jesper Worre vej 15, 2200 Kopenhagen, Dänemark)
 
Rock-Ass – Ass of Spades
Cooler Titel, soviel Wortwitz war schon lang nicht mehr, hö. Das vierte Demo der Berliner Punkrocker und ich frage mich genau wie beim letzten Mal, wie lang es noch bis zu ersten richtige Platte dauert. Rock-Ass machen eigentlich alles richtig und wenn im Lehrbuch für Demoproduktionen eine Band präsentiert werden sollte, dann wären sie perfekt. 6 neue Songs, die wie gewohnt ordentlich produziert sind und so gut rocken, dass Rockass ohne Probleme mit mit Zeke, Nashville Pussy oder Motörhead oder ähnlich artverwandten Punk`nRollern die Bühnen rocken könnten. Vorerst supportet man erstmal Peter Pan Speedrock, aber das ist schon mal die richtige Richtung. Das Layout für ´ne richtige Platte gibt´s auch schon, fehlt nur noch ei Label, dasß mal das nötige Kleingeld locker macht. Also Plattenbosse, ran an die Band, das lohnt sich!!! (contact: www.rockass.org) 
 
The Flaming Stars – Named and shamed 
Wer es zu 7 Sessions beim DJ-Gott John Peel bringt, hat entweder genug Kohle auf irgendeinem Konto, um den man regelmäßig zu schmieren, oder macht wirklich ganz gute Musik (wobei man John Peel einfach mal unterstellen muss, daß er nur gute Bands zu seinen Sessions einlädt, bzw. eingeladen hat – R.I.P.) Dabei hat sich bei den Flaming Stars eigentlich nicht viel verändert. Seit Jahren machen sie ihr Ding, recht unbeeinflusst von dem was gerade Mode ist oder nicht, es scheint ihnen egal zu sein. Dabei hat sich auch auf der neuen Platte nicht viel verändert. Eigentlich machen sie immer noch ihr etwas melancholisches Ding mit viel Krach. Je öfter ich diese Platte höre, desto mehr erinnern mich die Flaming Stars an eine Mischung von gutem Garagenpunk, Nick Cave, Calexico, Velvet Underground und EA 80. EA80? Die Stars singen natürlich nicht auf Deutsch, aber ich finde, die Stimmung, die beide Bands erzeugen ist sehr ähnlich: Einerseits sehr ruhig und melancholisch, und dann wieder krachige Ausbrüche. Im Vergleich zur Sunset-Void-LP vermisse ich ein bisschen die Songs, die so richtig fetzen, aber nach mehrmaligem Hören würden es „Where the beautiful people go“ und „Bess of the boneyard“ sofort auf meine Jahres-Top-10-Mix-CD schaffen. Wenn ich denn eine brennen würde.
 
GISELA – THE WAR
Verpackungsschwindel! Dem Riot-Wesen, maskiert mit Revolver in der Hand, auf dem Cover nach zu urteilen erwartete ich Riot-Sound (Go Bang!), gerade wenn mir die CD von Tim Kegler, dem leitenden Hammel zugesteckt wird und den Titel „The War“ trägt. Aber weit gefehlt: eine bittersüße Frauenstimme begleitet von Akustikgitarren und gelegentlichen Streicher- und vorsichtigen Synthiesounds. Zum Schluss taucht ein Schlagzeug auf. Musik wie ein Mädchentagebuch. Wir dürfen heimlich und unentdeckt hineinhören, vorsichtig und sanft: „I am reading diarys like fiction“ oder „I traveled fast and i look back all the time“. Gisela – beim Namen meiner Mutter – schaut von der Bettkante hinab ins Jammertal des blauen Planeten. Eine zarte Nase, eine „Maid of constant sorrow“ wie Julian Cope einst sang. Die Hallräume in die sie ihre zarte Stimme haucht, lassen den sehnsüchtigen Wunsch nach einem Whiskeyvollrausch in einer Tropfsteinhöhle wach werden – allein (eine alte Obsession meinerseits). Gisela Fleischer (warum lässt sie den Nachnamen nur weg?) kommt aus Skandinavien. Das sind die Fakten. Der Rest bleibt Emotion. Malerisch lege ich mich dazu. MICH erinnert die Aufnahme an alte GOLDEN PALAMINOS-Alben, auch wenn die vom Wesen her uramerikanisch sind. Aber welche Künstlerseele fühlt heute nicht amerikanisch?! Mensch, ein Amerikanisch-Skandinavisch-Europäische female Allwetterbluesmüsli. „The War“ von GISELA wäre also folgerichtig der optimale Soundtrack zu Jeffrey Eugenides „Virgin Suicides“, wenn das die beiden Pilzköpfe von Air nicht schon formidabel getan hätten. Tristesse und Schönheit. Gerne hineingeblickt. (www.pumpkin.nu) Björn Sonne-Mond 
 
THE MAD CADDIES - LIVE FROM TORONTO: SONGS IN THE KEY OF EH
Tosender Applaus! Let´s go!!!! Bläser wie Schützenfest auf Speed. Schnitzeljagd Hurra! Gesang wie die besten Punkbands mit modernsten Wetlook- Frisuren. Testosteron in meiner Sonntagstube, Was willst du denn hier?! Bei mir?! Du hast dich wohl verirrt. Du wurdest von deinem Promoteam aus dem Häuschen Fat Wreck zu einem absolut überforderten Chefredakteur geschickt der sie mir zur Besprechung gab. Tja, aber nun sitzen wir hier beisammen und kommen nicht so richtig miteinander klar. Wenn wir doch nur eine Tüte Cannabis zusammen rauchen könnten, ihr MAD CADDIES, dann könnten wir uns zusammen die Specials anhören, Gummibärchen essen und uns darüber unterhalten wie wichtig Kultur ist, und das Kreuzen von Kulturen erst. You were recording „A LIVE FUCKING RECORD!“ und ich sitze hier live am Rechner und werde gleich Tatort gucken. Im SO36 oder im WILD AT HEART da mag man euch bestimmt. Da lässt man noch mal Jägermeister, Dope und Literweise Becks nachschütten, zu eurem Mix aus Punkrock , Ska und Collegerock. Das macht ihr alles unglaublich professionell, und euer Zirkus-Artwork mit den knuffigen Seelöwen mag ich auch. Ich glaube ihr seid richtig nett, wild und robust. Richtige Haudegen! Ich jedoch bin soft, lame und bohem. Mag Synthesizer, Pop und Soul. Sogar mit Jazz komme Ich im Alter klar. Aber ihr hört privat auch bestimmt ganz anders. Schließlich habt ihr einen ziemlich gut eingespielten Bläser-Satz. „Songs in the key of EH“ ist was für die Jägermeister-Allstars, was für die Fankurve eines jeden Fußballstadions, was für Menschen die die Sau rauslassen. Ich mag so was auch mal ab und an, früher mit zarten 14 wäre ich ausgerastet, bin heute jedoch mehr so bei den DEAD BROTHERS gelandet: Dead Music for Dead People. (FatWreck) Rich Humta 

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