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Samstag, 18. April 2009

Reviews Renfield No. 11


So, here we got it, the first reviews from a Renfield-Fanzine now online! These are from Renfield-Fanzine No. 11, which was issued somewhere in 2003, I think. As you see the music covered is mainly punk, HC, Emo, Rock-Stuff. And as you can see also - IT IS ALL IN GERMAN. 

Liberation – Songs to benefit PETA

FAT Wreck goes Tierschutz. Die Tierschutzorganisation PETA hat sich mit Fat Mike schlagkräftige Hilfe bei der Zusammenstellung einer Benefiz-Compilation geholt. Schließlich kann man im Punkbereich immer auf ein politisch interessiertes Publikum hoffen. Wer jetzt hier aber nur einen FAT Musik – Sampler Vol 120000 erwartet, wird zum Glück enttäuscht. Denn neben den „üblichen„ Verdächtigen aus dem Fat Wreckstall (NOFX, Propagandhi, Good Riddance) beteiligen sich hier noch ein paar andere wie z.B. The Faint, Hot Water Music, Midtown The Eyeliners oder The Used (die Band von der Kelly Osbourne ihren Stecher) an der Unterstützung für die Tierschützer. So kriegt man für billig Geld einen gut gemischten abwechslungsreichen Sampler, dessen kleiner Schönheitsfehler eigentlich nur ist, daß fast alle Songs schon anderweitig veröffentlicht sind. Aber das tangiert den Nerz, der von PETA (Fonda, Petrel oder Lustig? Haha, wat hef wi lacht) durch das eingespielte Geld von der Schlachtbank geholt wird, wohl eher peripher. Ach ja, fast vergessen: auf der CD-ROM gibbet auch noch `nen töftes Infovideo zum Thema Tierschutz.  http://www.fatwreck.com

Adequate Seven – Songs of innocence and experience
Funky, funky und ein bißchen punky - könnten sich the Adequate Seven wohl gedacht haben, als sie ihr Debut eingespielt haben. Der Infoschrieb erzählt was von sieben Freunden aus Wales, die sich zusammengefunden haben um Musik zu machen, in denen sich Einflüße von George Clinton; SOIA, den Gorilla Biscuits, Funkadelic zusammen mischen. Also Funkpunk, ums mal einfach zu sagen.. Crossover könnte man es auch nennen. Und Teufel noch eins, es stimmt. Mit dezenten Keyboardklängen und einer funky Baßlinie geht’s los, dann kommt das Gebläse dazu und schließlich (siehe die HC-Einflüße) bratzt die Gitarre noch was dazu. Der Funk taucht dann doch zwischendurch immer mal wieder auf, sozusagen als funkyrelaxingverrrygrooooovyEinsprengsel zwischen allerlei Rumgebretzel. 45 Minuten geht das so und die adäquaten Sieben schaffen es eine dreiviertel Stunde, adäquat keine Langeweile aufkommen zu lassen. Der Gesang pendelt zwischen Emo, Sprechgesang á la Dog eat Dog und Geschrei, und das Gebläse erinnert oft an die Mighty Mighty Bosstones, wenn auch nicht ganz so poppig und weniger ska-lastig. Würde mich ja mal interessieren, ob die das Live auch adäquat umsetzen können. Aber wer mit Fishbone auf Tour geht, ist bestimmt in der Lage, ordentlich Stimmung zu machen (Anspielttips: zum Abgehen: Human Condition ; zum – wie sagt man? – Chillen: Meltdown. Auf Householdname Rec.)

TBA Januar – Mai 2003
Das Tba ist ein kleines Fanzine (wenn die Macher mit dem Begriff einverstanden sind), aus Hamburg, das monatlich erscheint und neben Comics, Kurzgeschichte und Bandstories noch’ne ganze Menge Veranstaltungstipps in den alternativen Locations (Mann, wie ich das Wort hasse) in und um Hamburg beinhaltet. Klein ist es wirklich, eigentlich mehr handlich, denn jedes Heft hat nur knapp - hmmm, laß es 20 Seiten sein, aber bei monatlichem Erscheinen ist das ja mehr als genug, wenn ich da an die Seitenzahl im Renfield denke und das erscheint ja nu wirklich nicht monatlich. Aber wenn wir mal groß und stark sind, kriegen wir das auch hin (Hör ich da einen lachen? Wer hat da gelacht? Das war kein Witz!!). Macht auf jeden Fall Spaß sich durchs TBA zu lesen, zumal die Comics und Stories echt ganz cool sind. Interessant aber wohl nur für Leute, die viel in Hamburg unterwegs sind.
Einer der regelmäßig beim TBA mitmischt und seine Comics einbringt und heuer zumerstenmal auch was im Renfield veröffentlichtm, ist FAB. Wie der Kontakt zwischen dem Renfield und dem FAB entstanden ist, ist - natürlich – eine von den Geschichten, die bei Platten/Fanzine/Wasauch-immerkritiken NICHTS zu suchen haben. Also eine von den Geschichten, die - natürlich – was mit Frauen zu tun haben. Und in diesem speziellen Fall was mit der Schwester von Fab und einer Silvesterparty in Leipzig D.C. So, Schluß damit, macht euch allein eure schmutzigen Gedanken. Jedenfalls lag mit der Ladung TBA auch ein eigener Comicband von Fab (der zumersten mal auch hier Renfield mit drin ist) im Briefkasten: „De La Frontiera“ handelt, wenn ich es richtig gepeilt habe, von einer Reisegruppe (Künster?!), die sich mit dem Bus Richtung Spanien aufmacht und dort – Ja was denn? So richtig klar wird nicht, was diese Truppe da in Spanien macht. Vielleicht einfach Urlaub? Egal, auch wenn’s mit der Handlung hapert, fest steht, daß FAB jedoch zeichnerisch einiges auf dem Kasten hat. Einfache in schwarz/weiß gehaltene, aber gut gezeichnete Strips erzählen von der Gruppe, und die Stimmung, die hier vermittelt wird, ist nicht gerade urlaubsmäßig, eher nachdenklich bis depressiv. Scheiße, ich bin nun nicht gerade der große Comic-Kritisierer, aber das Ding macht auf alle Fälle einen guten Eindruck. Nur hinter den Sinn von der Story bin ich nicht so ganz gestiegen. 
Up to Vegas – Voodoo truckin‘
Bis zum 8. Song scheint alles auf dem ersten langen Up to Vegas-Release den Erwartungen zu entsprechen. Eine töfte Mischung aus Punk und Psychobilly, wie sie ja heutzutage von immer mehr Leuten gern gehört wird, dröhnt aus der Anlage, aber dann schieben die Jungs plötzlich eine Coverversion vom Winnebago Warrior ein, einem richtig geilen, wenn auch recht unbekannten Dead Kennedyssong ein. Huh, den jetzt hier in einer gemütlich vor sich hin rumpelnden Version zu hören, hätte ich nicht erwartet. Finde ich aber nicht wirklich gelungen, da sind die eigenen Songs der 4 Herren aus Karlsruhe, z.B. „A Day in Funland“ oder „Johnny gone too far“ schon um Längen cooler. Überhaupt finde ich Up to Vegas bei den langsameren, billymäßigeren Nummern überzeugender als bei den schnelleren, punkrockigeren Sachen. (Apropos Voodoo Truckin‘: War Rubber Duck eigentlich ein Voodoozauberer ? Und hatte Screamin‘ Jay Hawkins einen Personenbeförderungsschein?) Bei dieser recht düsteren Mischung von Street-Punk und Psychobilly (mit ‚nem angenehm versoffen klingenden Sänger) fallen als Vergleich natürlich schnell die üblichen Verdächtigen und auch wenn Up to Vegas mit ihrem Truck noch nicht auf der Überholspur fahren, sind sie im Windschatten von Mad Sin (deren Tex Morton bei der Platte auch ein paar nette Solis beigesteuert hat), der Tiger Army oder den Meteors zur Zeit noch gut aufgehoben. Und im Windschatten – das weiß jeder Tour de France-Gucker - lauern meist die, die kurz vorm Ziel die besten Reserven haben, um an allen anderen vorbeizuziehen. (auf Crazy Love Rec.)
Captain Everything – It is not rocket science

Das zweite Plättchen von Käptn Alles könnte auch in Anlehnung des Erstling getrost „Learning to play with Captain Everything Pt. 2“ heißen, denn viel verändert hat sich im Vergleich zur ersten CD nicht. Eigentlich gar nichts. Lew, Jon und Rich knallen einem wieder mal 14 extrem schnelle und dabei trotzdem sehr melodiöse Poppunksongs mit ‚nem Schuß Ska à la SNUFF und Konsorten um die Ohren. Ihren Humor haben sie zum Glück nicht verloren, was die Texte und Titel beweisen („Play faster“ ist ganz großartig in diesem Zusammenhang). Im Floskelbuch für Platten-kritikenschreiber steht in solchen Fällen: “knüpfen nahtlos an das erste Album an“. Das wollte ich jetzt nicht schreiben, aber es stimmt. Was ich in diesem Fall aber sehr, sehr sympathisch finde. Also keine Veränderungen bei den 3 Jungs, außer daß man beim Kauf der CD auch gleich `ne ausführliche Bauskizze für einen Toaster mitgeliefert kriegt. Schön!!! (auf Householdname Rec.)


Ox 51

Herzlichen Glückwunsch, Korni!!! Der „Alles ,was man über Punk wissen muß“- Artikel ist tatsächlich eine alte DDR-Hinterlassenschaft vom Trödel in Leipzsch. Dafür gibt es zwar keinen Preis, aber vielleicht ein Kölsch vom Büdchen hier unten um die Ecke, falls es dich mal nach Köln verschlägt. Ox 50 hab ich einfach mal verpaßt, wie auch das immer möglich sein konnte bei dem großen Jubiläumsbrimborium. In No. 51 geht’s auch in bewährter Masse weiter. Tonnen von Interviews von allem, was irgendwie in den Punkrock/Hardcore-Kontext passt. Also haben wir da z.B. ein Interview mit The Exploited, gefolgt von einem mit Angelika Express, Hammerhead sind auch dabei, The Trail of dead, Turbonegro, People like you records (cooles Foto, Männers, höhö) und ‚ne ganze Menge mehr. Also viel zu lesen, wobei mir bisher am besten die Kolumne von Jan Röhl gefällt, der sich mal kritisch mit dem ganzen Punkrock/Garagenhype beschäftigt und auch ganz coole Ansätze liefert, über die mancher Punkrocker mit Billardkugeltattooo mal nachdenken könnte.  


Elvis Pummel – On Board

So schnell kann man an brillante Platten kommen. Da geht man mit einem Freund ins Dortmunder FZW um das einzige Konzert vom arschcoolen Bob Log III anzuschauen und bekommt quasi als Eintrittskarte nicht nur den üblichen Stempel sondern auch noch eine 7inch von Elvis Pummel. Der bestreitet bei Bob Log das Vorprogramm und besser geht’s eigentlich nicht. Da haben sich echt zwei getroffen, die mindestens so gut zusammen passen wie Helga Feddersen und Didi Hallervorden. Live ist Elvis Pummel, Dortmunds mundgerechte Antwort auf den King, eine absolute Granate und auch auf Platte gibt er alles, was das Lo-Fi-Rock-undRoll-Universum hergibt. Dazu herrlichste Ansagen, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob er das selbst ist oder hier alte Wochenschauen erstmals artgerecht in der Rockmusik ihren Platz finden. Fuck, was würde ich dafür geben, eine solche Platte, einen solchen Meilenstein der Rockmusik selber eingespielt zu haben? Meine linken Arm? Einen Lungenflügel? Meinen letzten Lottogewinn? Mindestens. Wenn nicht noch mehr. GROßAAAARRRTTIIGEEE PLATTE!!!! Und wie spricht der Herr, äh ich meine Mr. Pummel auf dem beigelegten Infozettel mit ORIGINALAUTOGRAMM? „Forget the hip Hamburg school and join the unspectaculiar Dortmund Kindergarten!!!!“ (auf Rumble Mumble Rec., c/o Stefan Rohmund, Steubenstr. 8, 44137 Dortmund)


The Porters – a tribute to Arthur Guinness
Coole Irish-Pub-Mucke! 17 Lieder die von vorne bis hinten Spaß machen. Soll ja Leute geben die datt nicht so dolle finden, aber mir gefällts! Irische Traditionals die hier von den insgesamt acht Mitwirkenden herrlich umgesetzt werden. Meist mit E-Gitarre, so dass die Songs noch treibender rüberkommen, dann aber auch ruhige Songs die man wirklich im Irish-Pub um die Ecke erwarten könnte. Hat was! Soweit ich weiß war auch mal ne Pub-Tour angedacht, da sollte man wirklich mal die Augen offen halten! So, ist zwar erst kurz nach 11 Uhr, aber irgendwie hab ich jetzt Bock auf n Pint Guinness! LP ist übrigens auf 1000 limitiert, 100 davon in grünem Vinyl!!! (Sebi)


dr. ring-ding & the senior allstars – golden gate
Das hier soll wirklich schon das Abschiedsalbum sein??? Schade, denn meiner Meinung nach war der Doktor samt seinen Allstars eine der besten Ska-Kapellen Deutschlands, wenn nicht Europas! Aber was soll´s, die Abschiedstour ist gelaufen, ich hab sie verpasst und musste mir daher diese Doppel-LP zulegen! Und hier wird auf ca. 70 Minuten echt schwer geskankt!
Zwischendurch geben sich noch ein paar Gastmusiker die Klinke in die Hand, von denen kenne ich allerdings nur Doreen Shaffer. Liedtechnisch gibt’s hier nen Rückblick auf alle Schaffensperioden dieser Ausnahmeband, von „Dandimite Ska“ über „Ruckumbine“ bis hin zum El Bosso & the Ping Pongs-Klassiker „Shame and Scandal“ in neuer Aufnahme!!! Für Fans ist diese Platte eh Pflicht, für alle die den Doktor nachträglich kennen lernen wollen ein perfekter Einstieg! (sebi)


strung out – live in a dive

So, hier haben wir wieder die selbe alte Leier: gesichtsloser Amipunk, vielleicht nicht von schlechtester Machart, aber was nützt das ganze ohne Wiedererkennungswert??? Ohne Scheiß, die CD lief jetzt mindestens fünf mal durch meinen CD-Player, und das einzige Lied was hängen geblieben ist, ist eins was ich schon seit Jahren auf nem FatWreck-Sampler (Physical Fatness III) hier rumfliegen habe. Soll jetzt aber nicht heißen dass einem hier veraltetes Material angeboten wird, nee, is ja ne Live-CD mit immerhin 21 Liedern!!! Das ist übrigens einer der wenigen Reize dieser CD, durch die Live-Aufnahmen hört sich datt alles noch ein bissken härter und schneller an als es wirklich ist! Na ja, ok...das Comic-Booklet fand ich auch ganz gut, macht den Kohl aber auch nicht mehr fett...(sebi)

leopold kraus wellenkapelle – schwarzwaldfieber

Hihi, immer wenn ich diese Platte auflege kommt mein Mitbewohner mit den Worten „Oh nee, schon wieder die Bekloppten...“. Aber während er sie wirklich nicht ab kann, erfreue ich mich jedes Mal über diesen kranken Mix aus 60er und 70er Surf-Mucke! Allein der erste Song, ne Klinik-unter-Palmen-Adaption ist schon sehr geil! Auf dieser Platte gibt es fast nur Akkustik-Songs, aber das fällt aufgrund der genialen Liedkompositionen fast gar nicht auf! Anspieltipps sind auf jeden Fall die Stücke „Weißwasser“ oder „Baoumba“.Der perfekte Soundtrack um im Sommer zum Baggersee zu fahren! (sebi)



leistungsgruppe maulich – vorsicht ist geboten
Hier bringen die Hamburger erneut ein rasantes Album raus, eigenwillig aber immer direkt auf die Fresse! Die Texte muss man ja zum Glück nicht immer kapieren um die Musik toll zu finden. Erneut auch wieder ne klasse Aufmachung a la 80er Jahre-Groschen-Horrorheftchen, das Ganze auch wieder streng limitiert auf 500 Teile, die ersten davon in blauem Vinyl!Wer auf treibenden Hamburg-Punk steht kann hier gar nichts verkehrt machen! (sebi)

rasta knast/agrotoxico – marcas da revolta

Sehr interessante Split-LP! Rasta Knast covern fünf Stücke von brasilianischen Combos die ich bisher höchstens vom Namen her kannte(Agrotóxico, Cólera, Inocentes, Zumbis do Espaco und Ratos de Porao), natürlich auch in der Originalsprache! Auf der Agrotoxico-Seite dann das selbe Spiel umgekehrt: Die Brasilianer covern fünf deutsche Bands dass es ein reine Freude ist! Geboten werden Songs von Slime, Recharge, Rasta Knast natürlich, Canalterror und Molotow Soda! Und das in deutscher Sprache. Wirkt zwar manchmal etwas holprig, aber hey, habt ihr schon mal probiert nen brasilianischen Song perfekt rauszubrüllen??? Wie gesagt, eine Split-LP der ganz besonderen Klasse. Limitiert auf 777. (sebi)


nofx – the war on errorism
Hm, was soll ich hier sagen??? Vielleicht einfach nur: ich bin begeistert!?! Völlig begeistert! Da meckere ich alle naselang über den Mainstream-Amipunk-Kram und nun das! Aber während es anderen Bands mehr schlecht als recht gelingt legen NOFX die Meßlatte wieder verdammt hoch an! Gradliniger Amipunk(wobei ich hier das Wort Amipunk ausnahmsweise mal nicht als Schimpfwort gebrauche), rausgerotzt, zwischendurch immer wieder durch Gastmusiker aufgelockert, mal ein/zwei ruhigere Songs nur um dann wieder nach vorne loszuballern! Zur Musik von NOFX brauche ich hier wahrscheinlich nicht viel zu schreiben, kennt eh jeder. Nur soviel: dies ist ne Band die ich (ausnahmsweise) unter Tausenden von Amipunkbands wiedererkennen würde! Und textlich ist diese Platte auch ein voller Erfolg, ein Schlag in die Visage eines gewissen (oder besser: gewissenlosen) Kuhfickers aus Texas! Lieder wie „franco un-american“, the idiots are taking over“ oder “american errorist” sprechen für sich!
Fazit: KAUFEN, KLAUEN, RUNTERLADEN, wie auch immer, ABER ZACKICH!!! (sebi)

the plus nomination – Debut-Album
So, vor dieser Besprechung hab ich mich am meisten gefürchtet, drückt der Tim mir die CD in die Hand mit den Worten:“...is so´n Emo-Kram...“! Ah ja...
Na gut, mal reingehört, von Bands aus der Schweiz, die erstmal nach Amiland fliegen um dort ihr erstes Album aufzunehmen hört man ja auch nicht alle Tage was...
Na gut, CD reingeschmissen und dann...nanu, hab doch gar keine Frau auf den Booklet-Fotos gesehen...uups, ist wohl doch n Kerl...mehr oder weniger...eher weniger...nee, also ehrlich, die Jungs sehen auf den Fotos schon so verklärt und gleichzeitig „möchtegern-romantisch“ aus, da verschlägt es mir die Sprache. Und dann erst die Musik...uuaarrgh!
Weinerlicher Gitarrenpop, der mit Punk nichts, aber auch gar nichts im entferntesten zu tun hat, sorry, aber ich glaub ich krieg grad Ohrenkrebs... Will wer die CD geschenkt haben? Kinderklinik-bochum@gmx.de 


Lag Wagon - Blaze

Meine Fresse, das ist wirklich schon die 6te Platte von Lag Wagon auf fat Wreck. Wahrscheinlich auch ihre 6te LP überhaupt. Noch so eine Band, die es schon länger gibt, als mir das vorkommt. Aber wie ich das so höre, hat sich bei denen – trotz aller Nebenprojekte wie Bad Astronaut – nicht wirklich viel geändert. Guter, alter Melodic Punk, glatt produziert und mit schönen Melodien. Klingt langweilig, was? Ist es nicht wirklich. Denn bei Blaze schleicht sich eine gewisse Ernsthaftigkeit ein, die mir so früher gar nicht bei Lag Wagfon aufgefallen ist. Sehr cool ist „Lullaby“ geworden und schon beim ersten Song ham mich die Jungs mit diesem langsamen Fast-Indierock-Intro vereimert, denn nach ca. 20 Sekunden schlägt das Ding in einen typischen Melodicorekracher. Hab ich gerade Indierock gesagt; das wäre vielleicht wirklich ein Wort, das die Richtung der 14 neuen Lag Wagon Songs beschreibt: Nicht mehr purer Spaßblödelpunk, sondern Melodicore mit coolen poppigen und rockigen Einschlägen. Kann was (Fat Wreck)

INRI – Gros w sprawie zasadnicej (was auch immer das heißt)

Ganz schön abwechslungsreich ist sie geworden, die neue Platte von den Punx aus Pila in Polen. 13 mal gibt’s wieder – ja was denn? ‚Ne Mischung aus Punk, HC mit englischen und polnischen Texten. Reiner Punk ist das nicht mehr, mehr gut gemachter D.I.Y.-Hardcore, der aber nie in blödes Geknüppel ausartet, sondern sich ab und zu auch mal mit Metal, Wave und Reggae mischt. Hey, das klingt fast wie bei den Bad Brains. Sind INRI die polnischen Bad Brains? Hmmm, nee, der Vergleich hinkt irgendwie. Vielleicht so was wie Eurohardcore, das passt ja eh zum EU-Eintritt der Polen. Allein vom Gesang her sind das nicht die Melodien, die man normalerweise bei Punkbands zu hören kriegt. Bei einigen Songs, gerade bei den englischen Texten klingt Sänger Iggi ein bisschen wie Sir Hannes Smith bei den Phantoms of Future oder wie Emir Koustourica, wenn der in einer Hardcoreband spielen würde. Wobei man INRI keinesfalls als olle Ökofolkpunkband sehen sollte,dazu sind sie einfach gerade live zu heftig. Unterscheidet sich auf alle Fälle vom schlichten 3-Akkorde-Punkrock. Als Bonusleckerli gibt’s noch 2 Livesongs, von denen einer `ne Boskops-Coverversion ist, gesungen von Band- und Renfieldfreund Kunti. Womit die Wurzeln von INRI wohl klar wären. (auf Pasazer Rec. PO Box 42, 39-201 Debica 3, Polen)

Spider Crew – Menace ta society

Ok, bisher war Wien auf meiner imaginären HC-Landkarte von Europa einer von vielen weißen Flecken (ähm, klingt jetzt ein wenig seltsam, aber egal). Da sind mir musikmäßig doch eher so charmante Sachen wie uns Falco, die Erste allgemeine Verunsicherung oder bestenfalls die Falschen Freunde in Erinnerung. Aber Hardcore? Ah, nä, geh mir fort, des is nix für an Wiana! Denk ich, dachte ich, denkste. Denn die Spider Crew zeigt, dass da doch was gehen muß neben Fiakerfahren und Käffchenschlürfen. Wenn man „Menace ta society„ hört, könnte man auch mein en Agnostic Front hätten es Arnold Schwarzenegger gleichgetan und wären nur aus Österreich zugezogene New Yorker. Der von der Spider Crew um den Ex– Only Attitude Counts – Gitarrist Mike Crucified (womit wir namenstechnisch wieder bei A.F. wären) bejubelte VIENNA STYLE ist die österreichische Variante des HC à la A.F.; Rykers oder Madball und kommt so fett rüber wie ‚ne dreifache Sachertorte. Wenn ich die Packung nicht gesehen hätte, könnte das echt A.F. sein, die sich da durch 12 Titel ballern. ‚ne Prise OI! Ist auch mit drin, die Texte – ok, die Texte sind auch ein bißchen klischeehaft (allein durch Titel wie „Boots & Braces“, „Punks’nSkins“ oder „Stand Strong“), aber es ist noch auszuhalten. Im Booklet gibt’s einen Haufen Fotos von Schwertättowierten Jungs, die beim Konzert in die ersten Reihen diven und böse gucken. Hatten wir zwar alles auch schon mehr als oft, aber hier isses seit langer Zeit mal wieder richtig stimmig, rund und geil!!! V.S.H.C. rules ok!!! (auf I Scream Rec.)

NOFX – Regaining Unconsciousness – EP
4 neue Songs von NOFX, eine EP als kleiner Vorgeschmack auf das demnächst kommende komplette Album zu sehen, weil bis auf Hardcore 84 alle Songs auch darauf erscheinen werden. Da stellt sich die Frage: Hat sich bei NOFX was geändert? Tappen sie in die Ramones/Bad Religion-Falle und präsentieren eigentlich nur den einen Song, den sie können in leicht veränderten Variationen? Und blödeln sie sich immer noch durch Spaßtexte wie eh und je? Natürlich klingen NOFX immer noch unverkennbar nach NOFX, es erwartet schließlich keiner dass sie alles total über den Haufen schmeißen. Trotzdem fallen ein paar kleine Veränderungen schon auf. „Medio-Core“ fängt ungewohnt langsam an und fällt nur kurz ins gewohnte NOFX-typische Melodienschema, „Franco Unmaerican“ ist ein netter Punkrocksong, bei dem sich ein fiependes Keyboard verirrt hat und „Hardcore 84“, tja da erklärt sich der Name fast von selbst, da klingt’s original wie Hardcore von anno dunnemals. Insgesamt ist bei NOFX der Ton jedoch um einiges ernster geworden, bzw, politischer. Allein die Songtitel hätte ich mehr bei Anti-Flag als bei NOFX vermutet und auch der Klappentext und das Cover zeigen, das NOFX nicht gerade zufrieden sind mit den gegenwärtigen Zuständen. Was andererseits nicht bedeutet, daß die Crew um El Cheffe jetzt griesgrämige Alte Männer geworden sind, was der hidden WerbeTrack für „War on errorism“ beweist.


Daily Terror – Lebenswut

Manche Bands sind so zäh, da muß man wohl mit dem Knüppel drauf hauen, damit sie a) tot umfallen oder b) zu der Einsicht kommen, daß es besser wäre nie wieder Platten zu machen. So bei Daily Terror. Aber vielleicht denken diese 5 fertigen Gestalten, die einen da von der CD (allen megapeinlich voran, den Käufer mit ’ner Metalaxt als Zwille anvisierend, uns Punkgott Pedder) anglotzen, es wäre besser eine grotten-schlechte Deutschrockplatte aufzunehmen als den ganzen Tag besoffen auf’ner Parkbank zu sitzen. Ist es in diesem Fall nicht. Viel Spaß morgens um 10 Uhr vor der Trinkhalle beim Jägermeister. Aber macht bitte keine Musik mehr. Bitte!! (auf W-Music)

P.S.: Worauf bezieht sich eigentlich der Titel Lebenswut? Finde da keine Zusammenhang zwischen der dargebotenen Musik und dem Titel.

Yucca Spiders – Zodiac
Braucht die Welt ein Konzeptalbum zum Thema Sternkreiszeichen? Na, klar, mehr als alles andere. Konzeptalben gibt’s ja meist von irgendwelchen 70erjahre-Schnarchnasen mit der entsprechend langweiligen Mucke. Die Yucca Spiders haben aber endlich mal ein Thema abgefeiert, das uns alle angeht: Horoskope!!! Hat jeder, kennt jeder und finden alle toll!Als alter Sternzeichenfetischist find ich sowas mal richtig geil und so gibts zu jedem Sternzeichen einen geilen Sixties/SurfTrash/ Song mit gutem Sänger bzw. Sängerin. Weil das so eine geile Idee war, haben die Yucca Spiders es auch geschafft, sich prominente Gäste an Bord wie z.B. Bela B. und die Los Banditos und es geht musikmäßig auch ungefähr in die Banditos-Richtung: Viel 60/70s-Trash, Surf und etwas Gargenpunk gibts hier flockig auf Platte. Wer von den Banditos schon ‚ne Platte zuhause hat, sollte sich die Vinylversion der Horoskopplatte der Yucca Spiders allemal zulegen. Allein wegen des geilen Klappcovers zulegen (La Poussiquette Rec.)

P.S.: Natürlich kann man Zwillingen vertrauen – glaubt den Scheiß bloß nicht!!

Aggropop Now – Sampler
Jeder Hundebesitzer weiß, dass seine 2jährige Töhle nicht wirklich 2 Jahre alt , sondern eigentlich 14 Jahre zählt, denn wie jeder von seinen Eltern gelernt hat, zählt jedes Hundejahr 7 Menschenjahre. Ein 10jähriger Punkrockhund, der also mit seinem Besitzer treu alle möglichen Festivitäten und Abstürze hinter sich gebracht hat, könnte also bestimmt einiges aus seinem 70jährigen Leben erzählen. Bei 10jährigen Punkbands, wie der Terrorgruppe, die sich mit dieser fetten Compilation selbst feiert, könnte man die Hundealterregel etwas abwandeln, indem man das Bandalter mit der Anzahl der Bandmitglieder multipliziert. Ein Terrorgruppenjahr sind also 4 Bandmitgliederjahre. Die Terrorgruppe wird also 40 Jahre alt und nicht einfach 10. (Und in 2,5 Jahren ist sie schon 50, Teufel noch eins...) Und nun sowas. Zum 10jährigen gönnt man sich einen großen Kindergeburtstag und lädt alle seine Freunde zum Spielen ein. Dabei kommt dann eine dicke Doppel-CD raus mit wirklich allem, was der Punkrock derzeit an angesagten und guten Bands hergibt und wenn ich sage, ALLES, dann heißt das auch alles. 55 Songs auf 2 CDs, das ist mal fett, wahrscheinlich ebenso viele Bands (soll ich mal alle aufzählen? Macht man so was in Plattenkritiken? Ach nee, da nennt man doch eigentlich nur die bekanntesten, das kostet ja sonst soviel Platz. Aber die bekanntesten sind ja nu nicht die besten. Also nicht immer. Manchmal. Aber der Gerechtigkeit zuliebe müsste ich ja alles aufzählen. Na, dann mach ich das doch mal. Also, wir haben auf CD 1 THE MOVEMENT USE TO ABUSE GOOD RIDDANCE MIGHTY MIGHTY BOSSTONES MAD CADDIES BURNING HEADS SHANDON GUTTERMOUTH BAMBIX CROSSTOPS REAL MCKENZIES SWINGIN’ MOTHERS PRIDE YOUTH BRIGADE RKL SHE MALE TROUBLE NOFX GERM ATTACK MAD SIN D-SAILORS BEATSTEAKS PSY 9 BOUNCING SOULS SKIN OF TEARS CHURCH OF CONFIDENCE BRAINLESS WANKERS SPACE HOBOS TERRORGRUPPE und auf CD 2 GREAT UNWASHED RANTANPLAN DISASTER AREA WILDE 13 ME FIRST AND THE GIMME GIMMES SPITFIRE DIE KASSIERER HAMMERHEAD PAYBACK DONOTS ANFALL DRITTE WAHL DIE ÄRZTE KUMPELBASIS XARECROWS HEIDEROOSJES MUFF POTTER NITROMINDS MINNIE’S MUTTIES LIEBLINGE SCHROTTGRENZE THE LENNONS LOST LYRICS HASS WIZO und die guten LOKALMATADORE. So, Fertig. Ich hab ja auch nix anderes zu tun am Samstagnachmittag. Dazu gibt’s viele Kommentare der Terrorgruppe im bunten Apocalypse-Now-Fake-Cover. Aber wo viel Licht ist, da gibt’s auch viel Schatten. Insgesamt gefällt mir CD 2 besser, vielleicht liegt’s an dem Haufen Coverversionen, die sich da tummeln: Disaster Area, Wilde 13, Kumpelbasis (gutes Slime-Cover, die werden mir immer sympathischer) und der bisher unveröffentlichte Ärzte-Song sind cool, Rantanplan mit „Solitary Man“ eher daneben, weil offensichtlich bei Johnny Cash geklaut, genauso harmlos sind die Donots (wenn man schon „Ausgebombt“ covert, dann bitte richtig bekloppt und nicht einfach...so) und Me first and the gimme gimmes. Die Fetenhits auf der ersten CD kommen von Guttermouth, Youth Brigade (gute Lebenserklärung für Punkrentner), Crosstops, Mad Sin, Bambix, den Beatsteaks und RKL. Der Rest ist auch nicht schlecht, aber das sind halt die Hits. 

Kettcar – Du und wie viel von deinen Freunden

So, das ist also die tolle neue Platte von ..But Alive Markus und seiner nicht mehr-ganz-so-neuen-Band. Natürlich kann man es sich einfach machen und Kettcar auf den ...But Alive-Sänger reduzieren und ich denke, dadurch wird bestimmt die eine oder andere Platte mehr verkauft. Ob das so richtig ist, wird mir nach dem Hören nicht klar. Mir wird auch nicht klar, warum Kettcar soooo dermaßen von allen gehypt wird. Als Vergleich schiebe ich, nachdem Ich die CD gehört habe erst mal die letzte ...But Alive-CD in den CD-Player. Denn die kann als Anhaltspunkt, zum Vergleich schon herhalten. Und die vielleicht deshalb so geil war, weil sie durch ihre Andersartigkeit so geil war und auch keine Aussetzer enthält. „Du und wie viel ...“ ist vielleicht so was wie die poppige Fortführung von „Hallo Endorphin“. Ruhige, nachdenkliche Gitarrenpopsongs, Collegerock könnte man das nennen, wenn’s englisch wäre, aber da klingt so eine blöde Harmlosigkeit mit, die sich nicht so recht mit den immer noch guten Texten vereinbaren lässt. Gute Texte, nette Musik, aber ..irgendwas fehlt. Der Kick fehlt. Das, was an der letzten ...But Alive-Platte so geil war, der Wechsel zwischen den krachigen Punkroots und den entspannten Songs ist hier nicht wirklich da. Man weiß hier einfach, daß die Kettcar keine Band mit deutschsprachiger Punkrock-vergangenheit ist, die sich weiterentwickelt hat. Und das ist irgendwie das, was nicht kickt. Was der Platte, so gut und nett die Songs sind, die Spannung raubt.

Betonbruch-Fanzine No. 8 Winter 2003 

Auch so’n alter Verdächtiger, der unregelmäßig seit einigen Jahren immer wieder im Renfield auftaucht. Man beschickt sich ja gern gegenseitig. Und das Betonbruch zu lesen macht immer wieder Spaß, wenn auch die CDs aus dem Krankekunstverlag nicht wirklich was für depressive Gemüter ist. Wohl auch deshalb weil hier im Renfield auch Kurzgeschichten, Gedichte der unreimerschen Art und, nennen wir’s mal einfach Texte gern gesehen sind. Das Betonbruch besteht nur aus solchen Beiträgen. Davon gibt’s allerdings eine ganze Menge auf knapp 20 Seiten und man gibt sich nicht mit so konventionellen Fanzinerkram wie Plattenkritiken oder Interviews ab. Und wenn ich auch oft daran zweifle, was in ein Fanzine darf und nicht (bekloppter Gedanke eigentlich), dann weiß ich spätestens nach der Betonbruch-Lektüre: Fanzine darf alles!!! Und das ist nicht abwertend gemeint.

Oh, brother were art thou – Soundtrack
George Clooney hat ein paar coole Filme gemacht, soviel ist mal klar. Die Jungs lieben ihn wegen „From Dusk till dawn“ und die Mädels mögen ihn wegen „Emergency room“. Einer der richtig geilen Filme mit dem Mann ist natürlich die Ausbrecher-rennen-durch-die Südstaaten-in-den-20er-Jahren-Story. „Oh brother were art thou?“ mit einem der besten Soundtracks seit mindestens “Judgement Night”. Bei Judgement Night habe ich mir Jahre später in den Arsch gebissen, dass ich mir die Songs damals nicht auf Vinyl besorgt habe, so wie jetzt bei „Oh, brother...“, aber diesmal habe ich eiskalt zugeschlagen und es hat sich derbst gelohnt, 15 Tacken für diesen Schatz in Doppelvinyl über der Tresen zu schieben. Auf CD gibt’s das natürlich schon länger, aber nun sind die Songs – also der ganze Country-Bluegrass-Akustikkram, der so wunderbar den ganzen Film begleitet - als Vinyl -Ausgabe erschienen und eigentlich ist das ja nun das einzig wahre Format für diese Art von Songs.

Die 4erbande – Sampler

Über die Zusammenhänge zwischen Hallensisch/ostdeutscher Punkrockszene und kabbalistischer Zahlenmystik hatte ich mich schon im Abspann zum Interview mit der Gleichlaufschwankung im letzen Heft ausgelassen, aber ich kanns ja noch mal an diesem wunderbaren Sampler noch mal wiederholen. 4 Bands mit je 4 Mitgliedern geben mindestens je 4 Bands zum besten. Neben den genialen Abschiedsongs der Gleichlaufschwankung sind hier noch weitere Bands aus dem ostdeutschen Punkfeld vertreten und zwar die STARTS, Oi!RESGLEICHEN (und ich dachte, alle Bandnamen mit Oi! Wären langsam mal aus); und die JUNGS. Die GLS lässt mal wieder all ihrer Kreativität freien Lauf und präsentiert sich u.a. mit einer indonesischen Blaskapelle unterlegt und der gewohnt guten NDW/Punk-Mische. Die anderen Bands sind allesamt extrem rauer und simpel gestrickter Oi/Streetpunk, der mehr nach den 80ern klingt als die 80er selber und auch immer dieselben Themen behandelt – Scheißstaat, Scheißgesellschaft, Scheißspießer , tolle Punks, tolle Skins, Skins und Punks united. Naja, ob man das wirklich braucht – ich weiß es nicht. Schockt im Jahr 2003 nach über 20 Jahren Punkrock nicht mehr so recht (auf www.saalepower-records.de)

Bärbel – Punkzirkus
Alte Männer aus Hamburg mit teilw. ruhmreicher Punkrockvergangenheit – z.B. 3000 Yen machen ‚ne geile nette Platte Punkrock mit guten deutschen Texten und flotten Melodien. Statt Lyrics über Leichen im Moor, Spinnen, die Menschen fressen oder sterbende Wassermänner wie bei 3000 Yen werden hier mal gern hübsche Frauen beim Cocktailtrinken, die eine oder andere tragische Liebesgeschichte (mit oder ohne Happy End), die eigenen Kinder oder auch schlicht die Vorliebe für Punk besungen, die einen wohl auch im Lauf der Jahre nicht loslässt. Glücklicherweise, dann weiß ich jetzt mit knapp 30 Jahren wenigstens, dass ich den Punkrockführerschein wegen unziemlichen Verhaltens oder fortschreitendem Alters nicht abgeben muß. Daß die Jungs von Bärbel dazu den richtigen Sinn für Humor haben zeigt einerseits der Bandname und andererseits die coole Coverversion von California Dreamin’. `Ne Platte für alle Freunde des Hamburger Punkrocks. Ach eigentlich für alle Menschen. (auf Johnny Mofa Rec.)

Petrograd – a guy called gianni – 7inch

Cool, eine neue Single von Petrograd, die mal wieder bei einem anderen Label untergekommen sind. Muckemäßig hat sich bei den Luxemburgern nicht viel verändert, die drei Lieder sind nur nicht ganz so verschieden, wie die Sachen von den LPs. So gibt’s halt drei recht (gitarren-)poppige Songs mit ‘ner Sängerin, die an die längst vergessenen, aber dadurch nicht schlechten Seven Sioux erinnert. Sieht so aus, als wären Petrograd eine Band, die auch weiterhin keinen richtig schlechten Song gemacht hat. Bisher zumindest. (Auf Unter Schafen Rec.)


Kortatu – same 
Das sieht schwer nach Bootleg aus. Kortatu war die erste Band von Fermin Muguruza, der später mit den genialen Negu Gorriak sowie diversen Reggae/Punk/Ska/HipHopSoloalben das Baskenland mit guter Musik als mit Bombenattentaten bekannt gemacht hat. Vielleicht könnte man Kortatu als die baskische Ausgabe der Clash sehen, denn Sie mischen ziemlich gekonnt Ska und Punk. Leider gibt’s keine Infos zu den Songs, also lässt sich schwer sagen aus welcher Zeit sie sind, aber Anfang der 80er könnte hinkommen und das zeigt, das es damals schon coole Bands in Spanien gab. Ach ja, gesungen wird übrigens auf Baskisch, aber anders als bei den Negu Gorriak/Fermin Muguruza-Platten gibt’s hier weder Textblatt noch Übersetzung. Da lässt sich also nur raten. „Desmond Tutu“ hat z.B. bestimmt was mit dem südafrikanischen Bischof zu tun, der such gegen die Apartheid eingesetzt hat. Und der Rest? Bestimmt auch schwer politisch und ein gegen die damaligen Zustände im Baskenland und der Welt. Aber auf alle Fälle ne schmucke Mucke.



The Ultimate Fakebook
„Scheißplatte“ war mein Gedanke beim ersten Hören. Langweiliger, harmloser Collegerock, der sich bei Weezer, den Descendents und den Get-Up Kids bedient, aber nicht wirklich mitreißt. Nach 3-4maligem Hören wird dieses Plättchen zwar immer noch nicht zu den dreien, die ich mit auf eine einsame Insel nehmen möchte, aber dann und wann stechen doch ein paar Perlen raus, z.B. das herrlich kitschig-romantische „Forever, Forever“ oder „When I’m with you, I’m ok“. Falls ich mich demnächst mal wieder bis in die Zehenspitze verknalle, kommen die garantiert aufs erste Mixtape, das ich meiner Angebeteten dann aufnehme. Der Rest der Ultimate Fakebook - Platte allerdings nicht. (auf Floppy Cow Rec. PO Box 79, 3054 Schlüpfen, Switzerland)


Emscherkurve 77 – lern ma deutsch; lektion 1
Hier mal keine Fußballlieder! Hier werden die Helden ihrer Jugend gecovert, jedoch nicht einfach billig dahingespielt, nein, alle texte sind ins Ruhrpott-deutsch übersetzt worden, wobei stets ein bis zwei der Originalinterpreten mit dabei sind(dropkick murphys, agnostic front, us bombs, the business undundund)
Herausgekommen ist ein absolut lustiges Coveralbum der Extraklasse. Besonders lustig wird’s wenn Leute wie Al Barr oder Roger Miret und wie sie nicht alle heißen ihre texte in deutsch singen! Einziger Ausfall ist das absolut peinliche Cover-Foto.
Lp limitiert auf 1000 Stück. (sebi)

the heroines - groupie
Wie stehts so schön in der plastic bomb: der Idealtyp einer plastic girl Combo!!!

Eine gelungene Mischung aus rock´n´rollpunk und popmusik! Lieder wie „backstage“ oder „he´s my whore“ sprechen für sich. Dazu kommt ne hübsche Aufmachung mit massig Fotos, Klappcover und rotem Vinyl! (sebi)

oma hans - trapperfieber

Die Nachfolgeband der von vielen vergötterten dackelblut! Musikalisch geht’s wieder in die selbe Richtung, das heißt teilweise herrlich depressive/zynische Texte wie zB: wenn man sich schon Illusionen macht dann aber richtig! Dazu kommt die absolut einmalige stimme von Sänger Jens! Keine andere Stimme jagt mir momentan so eine Gänsehaut ein! Viny only!!! (sebi)

paragraf 119 – du har ikke en chance

Keine ganz neue Platte der dänischen punk/harcorecombo, aber trotzdem erwähnenswert, da man aus Dänemark ja auch nicht alle Tage was zu hören bekommt. Zusammen mit der sehr hart klingenden dänischen Sprache und dem abwechselnd männlich/weiblichen Gesang ist hier ein sehr exotisches Hardcorealbum herausgekommen, von dem man nicht denken würde dass es aus dem doch so nahen Dänemark kommt. Schöne Aufmachung mit gezeichnetem Klappcover! (sebi)

scrapy – saturday night
Waren sie früher angeblich mehr dem streetpunk/oi! zugewandt kommt hier schon fast ein ska bzw skapunkalbum! Die Lieder sind komplett absolut tanzbar, ohne wirkliche Ausfälle! Besonderer Hit ist meiner Meinung nach das Lied „saturday night drinking activists“, bei dem ich auch die Leute von loaded meine mit herauszuhören. Auch wenn der begriff skapunk in dieser zeit ziemlich ausgelutscht scheint empfehle ich doch jedem da einfach mal reinzuhören! (sebi)

Trend – Das Produkt
Alter, was ist das denn?! Wäre das hier ein Radfahrer bei der Tour de France, müsste die CD eigentlich im gelben Trikot kommen!!! WAHNSINN!! Wenn von eigentständigem deutschsprachigem Punk die Rede ist, faselt man ja gern was von Vergleichen mit EA 80, Dackelblut oder...But Alive. Trend machen zwar auch eigenständigen deutsch-Punk, aber zu den oben genannten paßt das mal gar nicht. Eher so, als hätten sich Surrogat mit dem KfC, den Fehlfarben, Hans-a-Plast und der Ich-Funktion im Proberaum getroffen und eine Jahr-hundertplatte gemacht. Teilweise ist das recht vertrackt, aber noch im Rahmen des Erträglichen und durch alle Songs schwebt so der Geist von ganz frühen, minimalistischen Punkanfängen mit sehr guten Texten, in die man bestimmt alles rein interpretieren kann. Allein „Echte Russen“ hab ich in den letzten Wochen schon öfters beim Rasierenvor mich hingesungen.  
Leck mich am Ärmel, beste Platte bisher im Sommer 03. Anspieltipps gibbet nicht, denn hier ist alles ein Hit!!! (auf Unter Schafen Rec.)

Loikaemie – III
Nagelneues Doppelalbum der drei Skins! Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Ich gehöre definitiv zur ersten Gruppe!!! Zusammen mit den broilers und 4 promille gehören sie meiner Meinung nach zu den besten deutschen Skinbands! Hier bekommt der geneigte Hörer eine Studioplatte mit komplett neuen Songs sowie eine Live-Platte mit vielen Hits geboten! 
Mal (wieder) ein absolutes Highlight auf knock-out-records! LP kommt im Klappcover und ist auf 1500 limitiert! Zugreifen solange der Vorrat reicht! (sebi)

real mckenzies – live
Nachdem ich die letzten Veröffentlichungen der schottischsten Kanadier die ich kenne längst nicht so gut fand wie sie überall abgefeiert wurden hier mal wieder was positives!Es fängt an mit einem richtig geilem Dudelsackintro und dann werden verdammt viele Hits am laufenden Band geliefert! Für Fans sowieso Pflicht, für alle die sie noch nicht kennen ein perfekter Einstieg. Selbst die geile Live-Atmosphäre kommt hier richtig gut rüber, worunter die Aufnahme in keinster Weise leidet! (sebi)

v.a.: echte übersee records – finest latino ska and punk from the americas
Eine geile Zusammenstellung diverser lateinamerikanischer Bands die hierzulande höchstens in Fankreisen bekannt sein dürften! Geboten wird größtenteils ska, immer mit richtig gut tanzbaren lateinamerikanischen einflüssen. Hier sind Bands aus argentinien, mexiko, californien, peru und venezuela vertreten. Und bei einem Preis von nur 6,90 oiros kann man ja eigentlich nicht viel verkehrt machen! (sebi)


dritte wahl – roggen roll
Hier also nun das Live-Album der drei Rostocker Metal-Punx. Aufgenommen im Mai 2002, zu dem Zeitpunkt als das Gesamtalter der Band genau 100 Jahre betrug, alle Achtung! Doch nun zur CD: ein Blick auf die Playlist verrät dass hier nichts neues geboten wird, allesamt bekannte Lieder, wie zum Beispiel „Fasching in Bonn“ von ihrem ersten Album, über „Auge um Auge“ bis zu neueren Songs wie zum Beispiel „Dummheit kann man nicht verbieten“.
Das ist natürlich grundsätzlich nicht schlecht, jedoch werd ich das Gefühl nicht los dass datt irgendwie so´n Tribut-an-uns-selber-album is...sowie bei Eisenpimmel...nur ernstgemeint halt.
Insgesamt zwar ein ganz guter überblick über ihr bisheriges schaffen, aber vom Hocker gehauen hats mich nicht. Fazit: eine CD für Fans oder für solche dies noch werden wollen.

PS: höre ich da etwa bei Lied 9 Fans „Onkelz raus“ grölen??? Die Konzis zusammen mit denen werden ihnen wohl immer noch übel genommen (Sebi)

the bluebloods – same

so, hier ham wir auch wieder was Interessantes: the bluebloods, 1998 in Boston gegründet, und das hört man auch! Man nehme die alten, harten dropkick-murphys-sachen, klaue ihnen den Dudelsack – et voilá, the bluebloods! Sogar schon mit mdc oder den casualties auf Tour gewesen. Nicht jeder Song ist ein Hit, aber wer auf rausgerotzten streetpunk steht sollte hier auf jeden Fall mal reinhören! (sebi)

the filaments – skull & trombone 10”
Aber hallo! Was geht denn auf der Insel ab??? Dieser 10“-große Viny-Rundling hat mich ja vollends überrascht! Absolut genialer skastreetpunk! Rausgerotzt und nach vorne treibend, einfach nur klasse! Schon das erste Lied ist DER Hit! Und im Prinzip Lied zwei auch...und Lied drei auch...naja, Lied vier und fünf und sechs irgendwie auch...ach was rede ich: KAUFEN, KONZERTE BESUCHEN, SPASS HABEN, ABFEIERN!!! (sebi)


broilers – la vida loca 10“
Absolut schick anzusehende, neue 10“ der düsseldorfer oi!-Combo! Und wer jetzt hier absolutes Skinheadgeschrammel erwartet der wird mächtig enttäuscht! Tatsächlich noch eine Steigerung zum Vorgängeralbum „verlierer sehen anders aus“. Fünf neue Songs mit einer klaren Absage an den braunen Dreck sowie zwei (auf der Digipack-Version sogar drei) Lieder der 1996 Single. Schönes Teil!!! (sebi)

RiseAgainst – revolutions per minute
RiseAgainst? Hört sich nach Hardcore an. Machen se auch. Laut Infozettel Nachfolgerband von 88 Fingers Louie. Kenn ich nich. Naja, egal. Hier wird einem jedenfalls mal Amipunk alá Anti-Flag geboten, mal geht’s ein wenig melodiöser(noch mehr..?) alá hassenichgesehenamipunkband und mal aber auch richtig schön geknüppelmäßig mit vielen „Ohs“ und „Ahs“ als Background ab.
Alles in allem ein klassisches Fat Wreck-Teil, und wer darauf steht kann damit eigentlich auch nicht viel falsch machen. (sebi)

Skinny Norris/ Profession Reporter – Split-LP
Oha, das sieht schwer nach einer Battle-of-the-Emobands aus. Wobei beide Combos eher für die bessere Art von Emo stehen. Für Skinny Norris ist das hier die zweite Platte unter Schafen und für Profession Reporter die erste. Nee, da gibt’s ja noch die Single. Egal. Bei allem, was irgendwie nach „Emo“ klingt, bin ich mittlerweile sehr mißtrauisch geworden, aber hier klingts mal (wieder) besser als das Etikett verspricht. Aber worin liegt der Unterschied zwischen Bands wie diesen beiden hier und z.B. The Ultimate Fakebook, die mir so gar nicht gefallen?
1.Vielleicht daran, daß S.N. und P.R. nicht so ganz glatt produziert sind, die Melodien zwar immer eingängig, aber nicht so ganz vorhersehbar sind. 2. vielleicht auch daran,. Daß diese beiden Combos nicht ganz so kitschig rüberkommen, als könnten sie die Backingband in Ally Mcbeals-Afterworkclub abgeben. Natürlich bewegen sich Skinny Norris und Profession Reporter (wobei die letzteren eigentlich mehr ‚ne Indierockband mit Punkeinschlag sind) auf Emogebiet, haben aber immer noch mehr Ideen für ihre Songs und bessere Texte als –zig Bands, die von heute auf Morgen Emo bis zum Arsch sind. Was vielleicht auch an der langjährigen Erfahrung – zumindest bei den Skinnyjungs liegt, die selber mit dem Etikett Emo und den dazugehörigen Auswüchsen nicht ganz klarkommen (um mal den ersten Song „Fuck“ zu zitieren, der spricht mir ja aus der Seele: „I just cannot understand, everybody sounds the same, they all got those endless names“) Ich hab bisher keine Emosonstwasband gesehen, die ihre Platte Claude Chabrol widmet. Das wurde mal Zeit und 4. kommen Skinny Norris und Profession Reporter nicht aus den USA... Darum also lieber Skinny Norris und Profession Reporter als Ultimate Fakebook. 
P.S.: Hab ich jetzt drittens vergessen? Ach, egal, drei ist eh meine Unglückszahl (Unter Schafen Rec.)


Placka Tief - Fickt euch, ich bin eh der Beste
Leck mich du dich doch, war das ein Hammer auf der letzten Party “Ich schreib einen Brief doch ich weiß nicht an wen – es ist mir egal, iKugelschreiber ohne Auskunft.” Ab zum Plattenmischer und her mit meiner Auskunft: “Placka Tief isses - das vielleicht heißeste Ding jenseits dieses Sommers”. Also ab in den Laden und mehr davon und Teufel auch – diese Mischung aus Punk, Folk und einer dezenten NDW-Attitüde ist wirklich so heiß, daß mein Gin Tonic beim Kochen Blasen schlägt. Es rockt und folkt an allen Ecken und Enden und fehlt auch der Rhythmus – “Pack die Beatbox aus und do it yourself, tanz auf der stelle, dein eigner Behelf”. Jeder kann es und jeder soll es. Punk, wie er mal gedacht war ohne platt zu sein, lass ihn weitergehen – jeder kann tanzen, mach deinen eigenen Beat!!! “Spät, müde und hungrig” oder das anfangs erwähnte “Sex mit Anglizismen” – Knaller über Knaller über die Sehnsüchte Langzeitkonservierter Jugendlicher wie wir. Der Berchtesgadener Soundtüftler packt deinen Arsch und stellt ihn neben dein Hirn und alles ist in Bewegung – oder versteht einer von euch auf Anhieb folgende Textzeile aus “Traubensaft aus Konzentrat”: 
“Automattee oder Automatte, der Unterschied ist ein Vokal – egal, wie überall, s‘ist schon OK” Nachdenken – oder? Aber wenn es dann klar wird, dann so richtig!
Wahrscheinlich kommt die Platte zu spät für unser Leben, ist aber der Tipp des Sommers und kommender Jahreszeiten. (Nord Neun Entertainment)

The Casanova Action – same
Und noch ein Lekkerli aus dem Hause Unter Schafen. Sieht nicht nur schick aus (weil 10inch und weißes (!) Vinyl), sondern hört sich auch gut an, denn diese junge Berliner Bandpackt ‚n Pfund Hardcore (so die Refused-Ecke), was Emo (von der guten ATD-I-Sorte) und auch noch ein paar elektronische Spielereien – fast würde ich sagen da steckt ein nicht zu unterschätzender Discoeinfluß drin - zu einer guten Mische zusammen. Da muß ich doch glatt mal in meiner neuen Heimat die Augen aufhalten, ob ich die nicht irgendwo mal live erwischen kann.

Terrorgruppe – Fundamental
Schönes Cover auf Platte 7 der Hausband von Osama Bin Laden. Würd mich nicht wundern, wenn manch verirrter Selbstmordattentäter sich das an seinen Sprengstoffgürtel pappt, damit er sich schon vorab mal ein Bild von den 72 jungfräulichen Schönheiten machen kann, die ihn im Paradies erwarten sollen. Aber natürlich bietet die TG nicht nur schöne Bilder sondern auch teilweise ganz coole Songs. Leider nur teilweise, denn ein paar echte Aussetzer sind bei den 15 Songs auch dabei, z.B. so Sachen wie „Angela“ „GTI“ oder der Barbara Salesch-Song – alles recht blöde Teeniepunksongs mit noch blöderen Texten. Da kommen die „persönlichen“ Songs echt um einiges besser. Zet Be der „Kleinstadt“-Reggae spricht mir voll aus der Seele (läuft das Punkrockerdasein in gewissen Rahmen echt überall gleich ab?) und vielleicht schafft die Terrorgruppe es ja, demnächst NUR ein Album mit solchen Dingern aufzunehmen. Aber wäre das dann vielleicht zu ernst für die Jungs? Ich weiß et nicht. CD kommt übrigens mit BONUS-DVD (mit 5 TG-Videos) und ‚nem Textblatt, dass man sich als Poster an die Wand nageln kann.
TG – Angela -Single – Ich halte den Song über Angela Merkel ja für einen der schlechteren auf dem neuen TG-Album (Nihct weil ich Madame Merkel so toll finde, aber den Song halt auch nicht), aber nun ist es die erste Single geworden und auf der CD gibt’s dazu noch 4 weitere Songs, die man NICHT aufd er LP findet. Was haben wir denn da? 1 Ideal-Cover („Hundsgemein“ – kenn ich nicht, ist aber ganz cool), 1mal was über Leute, die damit rumprahlen, wie sehr sie doch früher Punk waren, 1mal lecker Rumschimpfen über blöde Plattenbosse und 1mal – extreeem geil – was über verliebte Punkrocker, die zeitweies ihre Liebste verlassen müssen, um auf Tour Geld für Kondome zu verdienen. Komisch, die Bonussongs sind durch die Bank alle besser als die Single, aber vielleicht sehen die Terrorgrüppler das auch anders. (auf Destiny Rec.)

Mars Volta – deloused in the comatory
Weia, das ist mal harter Stoff für Ohren, die sonst nur maximal 4 Akkorde gewohnt sind . Daß hinter Mars Volta die beiden Afroköppe von ATD-I stecken, weiß wohl mittelrweile fast jeder, aber mit ATDI hat das hier herzlich wenig zu tun. Beim zweimalgen Hören erinnert es eher an 70erJahe Bombastrock àla YES mit einer Spritze Punk bzw. Emo (so ganz lässt sich das bei der Vergangenheit nicht ausschliessen)– und das sage ich als echter YES-HASSER. Das Problem, dass ich als echter Yes-Hasser aber mit dieser Platte habe ist, dass dieser Mix aus 70er-Frickelkram, psychedelischen Passagen, Emo und HC echt gut funktioniert und nicht sterbenslangweilig oder total frickeliger Hippiescheiß ist. (wie halt Yes). Klingt alles so sehr verschachtelt und kompliziert, das man sich fragt, wie der Omar und der Cedric das eigentlich live hinkriegen, aber langweilig wird es nie. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen: Als Rock in den 70ern so richtig bombastisch - öde wurde, kam irgendwann Punk und hat die ganze Sache mal wieder aufgemischt. Wenn heutzutage die Leute, die aus dem Punkumfeld kommen, solche Frickelplatten machen wie MV, dürfte es wohl nur noch ein paar Jahre dauern, bis so was ähnliches wie Punkrock in den 70ern anrollt und die ganze Musikwelt entsetzt und geplättet stehen läßt. Keine Ahnung wie so was aussieht, aber Punkrock in seiner bekannten Art wird es nicht sein

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