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Donnerstag, 20. November 2025

Schön wenn kurz Pt. IIIXXI

Hier mal einige Shorties von kleinen Platten, die in letzter Zeit (dehnbarer Begriff, ich weiß) oder in naher Zukunft erschienen sind oder erscheinen werden. Aber scheiß auf Tagesaktualität, das hier ist Zine und da ist sowas egal. Also los.

TAG OHNE SCHATTEN / TRUST ISSUES - Split 7inch


Manche Dinge gehen einfach gut zusammen - Rewe neben Aldi zum Beispiel. Wölfe und Bären bei der Jagd ebenso. Gleiches gilt auch für die beiden Bands auf dieser Split-7inch mit dem sehr schönen Comic-ein-bissl-wie-früher-bei-Frank-Koziks-Man's-Ruin-Cover, und dann noch rotes Vinyl, ein Traum. T/O/S bringen zweimal richtig guten deutschsprachigen Punk, schön abwechslungsreich, gut gespielt und eine angenehme Dosis an Melancholie mit Wut vermischt. Ein bissl muss ich an RAZZIA und ein bissl an PETROGRAD denken. Top!

TRUST ISSUES sind old rabbits im Punkbusiness, wie ich es Abends im Schaukelstuhl auf der Veranda meines brandenburgischen Anwesens zu nennen pflege, während ich mir nach hartem Tagwerk einen Zug aus der Meerschaumpfeife gönne und auf die gut bestellten Ländereien schaue. Ok, ich schweife ab...
JEDENFALLS: Ihre letzte LP habe ich schon sehr gefeiert und auch die beiden Songs auf ihrer Seite der 7inch sind kleine Wunderwerke. Wieder ist es SCREAM-artiger old school HC/Punk mit leicht neurotischen Noise-Rock-Tendenzen. Alles, was in den späten 80ern bis in die frühen 90er an HC-Punk geil war, dürft ihr jetzt als Referenz nehmen... naja, bis auf dieses ewig nach der gleichen Papp-Schablone klingende Melodic-Hardcore-Zeug. Wie gesagt, manche Dinge gehen gut zusammen, hier sowieso beide Bands, das Gesamtpaket ist sehr gelungen und auf dem Label mit dem tollen Namen STERBT ALLE Records erschienen.

Gary Flanell

DIE BENJAMINS „In 10 Jahren / Pas De Deux“ (Tomatenplatten)

Die Benjamins sind wieder da. Die All-Star-Band um die ehemalige Hans-A-Plast-Sängerin Annette Benjamin legt nach ihrem Debütalbum nun eine Single mit zwei nagelneuen Songs nach. Aufgenommen und produziert von Moses Schneider, live eingespielt und roh und unverputzt eingefangen. So kommt derCharme der Band gleich richtig zur Geltung. Ihr Post-Punk knarzt und kracht, direkt und unverbraucht. Und über allem natürlich Annettes unverwechselbare Stimme. In „Wer liebt dich in 10 Jahren“ besiegt sie die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft vor allem auch in der Szene und führt dem Hörer damit unverhohlen die eigene Endlichkeit vor Augen. Noch drastischer wird es bei „Pas de deux“, wo Gewalt und Dominanz in der Beziehung thematisiert werden. Da Die Benjamins ja eher als Projekt denn als Band zu sehen sind, machen sie sich leider auf Konzertbühnen eher rar, so dass dieses schöne Kleinod von einer Vinyl-Single ein prima Methadon-Präparat darstellt. Dazu schön verpackt, Platten-Junkie, was willst Du mehr?

Abel Gebhardt



CHOIR DIVISION „Open Hearts, Empty Spaces“ (Last Exit Music)

Das Format ist das gleiche, die Marschrichtung aber eine gänzlich andere. Bei der Debüt-EP „Open Hearts, Empty Spaces“ von Choir Division handelt es sich um vier Stücke klassischer Chormusik. Nur dass es sich dabe eben nicht um klassische Lieder handelt, sondern um Neuinterpretationen großer Hits von Joy Division und ihrer Nachfolgeband New Order handelt. Die düsteren, melancholischen Songs der Kultband aus Manchester eignen sich hierfür so hervorragend, dass man fast geneigt ist sich zu fragen, warum bislang noch nie jemand auf diese Idee kam. Mit „Transmission“, „Day Of The Lord“, „Isolation“ und „Bizarre Love Triangle“ gibt es auf dieser 7“ gleich vier Klassiker der New-Wave-Epoche in neuem Gewand zu hören. Das ist einerseits sehr spannend, zu hören, wie man sich diesen Kompositionen als reine Acapella-Versionen nähern kann, anderseits machen die Stücke einfach Spaß.

Abel Gebhardt

Donnerstag, 4. September 2025

Schön, wenn Schuhfabrik bleibt Pt. VIVI


JULIA BASSENGER - Schuhfabrik bleibt!

Die Schuhfabrik ist ein fiktiver Club, Treffpunk und Kulturzentrum in Wien, in dem sich allerlei bunte Gestalten aufeinandertreffen. Im Zentrum stehen dabei Marianne und ihr Freund Emil, die gleich zu Beginn in den Tod von Mariannes toxischem Bruder beim selbstinszenierten russischen Roulette verwickelt werden.

Ein rasanter Einstieg in den Debüt-Roman von Julia Bassenger, der den Leser gleich mitten ins Geschehen zieht. Man könnte hier auch von einem Episoden-Roman sprechen, denn die unterschiedlichen Protagonisten haben alle ihre eigenen Geschichten, deren Erzähl-Stränge in der Schuhfabrik zusammenlaufen. Doch diese einzelnen Erzählungen haben auch sehr unterschiedliche Tempi und Spannungsbögen, die das Lesen zu einer etwas unorthodoxen Ritt machen, der mich manchmal etwas ratlos zurücklässt.

Da explodiert gerade noch das Gehirn des Bruders und kurz darauf geht es auf den Kommunen-Spielplatz der anderen Protagonisten. Das sorgt für ein etwas arg unkonventionelles Hin-un-Her im Lesefluss. Ebenfalls die immer wieder eingestreute, aber nicht konsequent durchgezogene Wiener Mundart. Aber das mag ja auch nur für mich Piefke etwas anstrengend sein. Landsleute lesen sich da wahrscheinlich lockerer durch.

Insgesamt ist „Schuhfabrik bleibt!“ ein kurzweiliger Roman über alternative Lebensentwürfe und den Zusammenhalt einer homogenen Szene mit allen Aufs und Abs, dem manchmal ein wenig den sprachliche und literarische Feinschliff vermissen lässt, dafür aber mit Authentizität und lebensnahen Figuren überzeugen kann.

Abel Gebhard

Schuhfabrik bleibt! von Julia Bassenger (Roman, Hardcover, 300 Seiten, 22 Euro) ist bei Glitzer & Grind erschienen.

Donnerstag, 19. Juni 2025

Schön, wenn MEGA!1!


REBECCA SPILKER - MEGA!

Was finde ich denn so richtig gut? So absolut mega? Ja, zum Beispiel die Texte der Hamburger Journalistin Rebecca Spilker, der ich seit geraumer Zeit bei den sozialen Netzwerken folge und mich ob ihrer Spitzzüngigkeit hervorragend unterhalten fühle.

Mit scharfer Feder seziert sie in ihren Kolumnen, Essays und Kommentaren Phänome, Abgründe, Sonderheit und Absurditäten des Alltags, der (Sub-)Kultur und des Lebens im allgemeinen. Ganz egal ob die Hamburger Schule oder der - Hochbunker, Rammstein oder Stuckrad-Barre, Salzteig, Einkaufsnetze oder die Farbe Beige, ihr müsst euch alle warm anziehen vor Rebeccas knallharter Abrechnung.

Doch hier geht es nicht um bloßen „Distinktionsgewinn“ oder das Bashen unliebsamer Zeitgenossen der eigenen Selbsterhöhung wegen. Im Gegenteil. Stets selbstkritisch und vor allem -ironisch blickt die Autorin dabei auf sich selbst. Und das mit soviel Humor, dass ich beim Lesen dieses Buches immer wieder laut auflachen musste. Und wenn sich der Leser, seltener die Leserin, nicht allzu ernst nimmt, kann man diesem feministischen Ansatz so viel gutes abgewinnen. Wenn Popkultur, dann bitte eben genauso, mansplaine ich hier mal so locker aus der Hüfte raus.

Da hat man ja prinzipiell wirklich so gar keinen Bock mehr auf das olle Patriarchat. Verheiratet ist Rebecca übrigens mit Frank Spilker, dem Frontmann der Band Die Sterne. Aber das tut der Sache hier auch keinen Abbruch. Im Gegenteil. Als Fangirl oder -boy bekommt man gelegentlich auch wahnsinnig komische Einblicke in den Alltag einer so genannten Szene-Prominenz und ihrer Familie.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass „Mega!“ eine wunderbare und unterhaltsame Sammlung skuriller, witziger und sehr schlauer Texte ist, die in der Summe einen tollen Kommentar zum Zeitgeist bildet.

Abel Gebhard

MEGA! von Rebecca Spilker ist im Ventil Verlag erschienen

Donnerstag, 8. Mai 2025

Schön, wenn Hühnerherzen Lieder singen Pt. I


ACHT EIMER HÜHNERHERZEN - Lieder

Acht Eimer Hühnerherzen, das bedeutet inzwischen auch vier Alben voller „Musik“ und „Lieder“. Vierzehn neue gibt es jetzt auf eben diesem, so benannten Longplayer zu hören. Nach den drei bereits tollen Vorgängern hat der geneigte Hörer mittlerweile eine gewissen Erwartungshaltung an das Berliner Trio entwickelt. Und diese werden auf „Lieder“ auch voll und ganz erfüllt. Spannende, leicht skurrile Lyrics von Apocalypse Vega, die so herrlich aus der Alltagskiste einer reflektierenden, unangepassten Frontfrau vorgetragen werden, die immer wieder ins Mark gehen und aufhorchen, ja gelegentlich auch zusammenzucken lassen.

So ehrlich und schonungslos werden hier persönliche Geschichten formuliert. Bei diesen Schnurren fühlt man sich immer wieder abgeholt, verstanden, aber auch erwischt und bloß gestellt. Das schaffen nicht viele Songwriter in dieser Breite und Form. Texte wie Durchlauferhitzer“ oder „Ostkreuz“ gehen unter die Haute und berühren mich im innersten.


Aber Acht Eimer Hühnerherzen machen ja auch Musik und schreiben nicht nur Gedichte. Damit wären wir also beim Nylon-Punk, wie die Band ihren Stil von Beginn an bleibt. Und dieser halbakustische Sound ist es dann neben den Lyrics, was die Band ausmacht. Zart und hart, Punk-Attitüde ohne Brat-Gitarre. Rock ohne aufgeblähten Sound.

Das trifft auch nach sieben Jahren noch den Nerv und entspricht dem Zeitgeist. Mehr Moll als Dur, mehr Mid- als Up-Tempo. Damit limitieren sich Apocalypse Vega und ihre beiden Begleiter Herr Bottrop und Bene Diktator nur beiläufig. Dann die feinen Differenzierungen liegen im Detail und dem ziselierten Songwriting, so wie bei „Nackt am Rand“, dem finale Song des Albums, der den Hörer irritiert aber auch auf eine Art versöhnlich zurücklässt.

Ich bin hier nicht objektiv. Nein, ich bin parteiisch, ich bin Fan. Immer noch und überhaupt. Deshalb rate ich der werten Leserschaft, ein Ohr zu riskieren. Vielleicht sogar gleich beide.

Abel Gebhardt

Donnerstag, 6. März 2025

Schön, wenn der Skit tritt Pt. III


ZWEILASTER - wieherd

Da wird man ja vor unbedarfter Naivität fast umgehauen. Und das durchaus positiv.
Es ist auch eine Art Charme-Offensive, mit der man als Hörer hier konfrontiert wird. So herrlich unbekümmert schrammeln sich ZWEILASTER auf ihrem inzwischen dritten Longplayer durch die Songs. Bedient wird sich da bei altem Punk Rock, New Wave, Pop und ordentlich Neuer Deutscher Welle.

Das Ergebnis erinnert mich historisch an BÄRCHEN & DIE MILCHBUBIES, zeitgenössisch an ACHT EIMER HÜHNERHERZEN. Doch irgendwie auch noch und doch mittendrin. Sensibel, zerbrechlich, nachdenklich, fernab aufgesetzter Rock-Attitüden kommen die dreizehn Songs auf „wieherd“ daher, genau wie die Texte, die eine gewisse Skurriltät nicht entbehren können.

Titel wie „Herbsttagsstimmungslieder“, „Frösche im Pool“ oder „Wir fahren in die Berge“ werfen Fragen auf, lassen einen aber nicht alleine. Man hat das Gefühl mit den beiden Stuttgarter*innen im Proberaum zu sitzen und ihnen beim Fertigstellen des Albums zuzuhören.


Denn irgendwie hat es auch etwas Unfertiges und somit auch Zerbrechliches an sich. Womit wir wieder beim Charme des Unperfekten wären. Doch was heißt das schon? Geh raus und mach dein Ding, war doch mal die Parole im Punk. Und das beherzigen ZWEILASTER sehr genau. Darin sind sie dann schon fast wieder perfekt. Oder vielmehr konsequent. Hört mal rein. Es gibt so manch originelle Idee zu entdecken.

Abel Gebhardt

Die LP wieherd von ZWEILASTER ist auf Tomatenplatten erschienen.

Donnerstag, 30. Januar 2025

Schön, wenn alte Männer noch Musik machen Pt. MMMMXXXXIIIIXMMMXXII


OLD MEN GROUP - OMG! It’s… THE OLD MEN GROUP

Was für ein Titel. Das schlägt direkt in die Magengrube. So bringt man sprachlich jung und alt zusammen. Generationsübergreifende Musik also? Vielleicht. Doch schauen wir uns die Old Man Group doch erstmal etwas genauer an. Der Name ist da schon Programm.

Denn young und fresh sind die drei Herren jetzt nicht mehr so ganz. Hatte doch Frontmann und Mastermind Klaus Cornfield schon vor runde zweihundert Jahren mit Throw That Beat In The Garbagecan internationalen Erfolg, bevor es mit Katze weiterging. Der Rest ist Geschichte. So far.

Doch nun gibt es seit ein paar Jahren eben besagte Old Men Group, die bereits zahlreiche Berliner Bühnen unsicher machte und auch mich bei einem auftritt im Neuköllner Posh Teckel hellauf begeistern konnte. Es hat dann etwas gedauert, aber endlich ist auch ihr erster Longplayer erschienen, der mir hier jetzt als CD vorliegt.


Zwölf Indie-Pop-Kleinode, die ordentlich nach Garage, Rock’n’Roll und Beat riechen. Lo-Fi mit Charme. Das kennt man von Klaus Cornfield. Und so ist auch drin, was drauf steht. Hier wird quer durch die Rock-Geschichte zitiert und geklaut, dass es eine wahre Freude ist. Hier die Troggs, da die Who und so geht es weiter. Die Platte macht unheimlich viel Spaß, fast so viel wie die Konzerte der Band.

Abel Gebhardt

Das Album mit dem Oh my God-Titel der Old Men Group gibt's hier auf ihrer Bandcamp-Seite.

Donnerstag, 21. November 2024

Schön, wenn aus Magdeburg noch Musik kommt Pt. I & II

PEPPONE - GENUG GESEHEN

BEN RACKEN - V

Zwei mal Post-Punk, zwei mal German Lyrics, zwei mal Magdeburg, zwei mal Major Label, zwei mal von Gary Vinyl in die Hand gedrückt bekommen. Also noch mehr Parallelen gehen ja kaum noch wie bei den beiden sachsen-anhaltinischen Bands BEN RACKEN und PEPPONE.
Und musikalisch liegen diese beiden Bands nun auch wirklich nicht weit auseinander. Wir können eigentlich die Referenz EA80, DACKELBLUT und BOXHAMSTERS als Blaupause über beide Bands legen. Nun haben sie auch noch fast zeitgleich ein jeweils neues Album rausgehauen und beide wissen durchweg zu gefallen. Doch eins nach dem anderen.

BEN RACKEN gehen sehr hymnisch ans Werk. EA80 mit eingängigen Chören und einer Portion TURBOSTAAT kommt mir da in den Sinn. Treibende Rythmen, flirrende Gitarren, überraschende Momente - das macht den Sound des Trios aus. Das macht auf "V" summa summarum zwölf Songs, die sich direkt in die Seele fressen und da auch bleiben wollen.

Alleine der Opener "Freunde bleiben" will mir trotz intensiver Gegenarbeit nicht aus dem Ohr gehen. Und das, ohne anbiedernden Singsang und 08/15-Melodien. Außerdem können sie über Liebe und Beziehungen singen, ohne dass es abgedroschen oder kitschig klingt. Das schafft ja auch nicht jeder. Genau wie über eine Albumlänge keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Gleiches gilt auch für die Kollegen von PEPPONE auf ihrem inzwischen vierten Album "Genug gesehen". Wie bereits oben angedeutet beschreiten diese ganz ganz ähnlich Wege wie BEN RACKEN, allerdings geht das hier mehr in Richtung BOXHAMSTERS und LOVE A. Aber wir verlieren uns im Detail.
Denn eigentlich das mal einfach auch guter Punk Rock mit toller Gitarrenarbeit und guten Texten. Was mich hier sofort abholt, ist die unprätentiöse Art, kein Macker-Gehabe und trotzdem keine Anbiederung. Und so braucht das Magdeburger Quartett auch keine internatinale Vergleiche scheuen. Was ich wirklich mag, sind die immer wieder überraschenden Momente im Songwriting. Da wird deutlich differenzierter als nach Punk-Schema-F gearbeitet. Toll.

Ich bin immer noch ganz angetan, dass mich hier mit BEN RACKEN und PEPPONE gleich zwei Magdeburger Bands durchweg begeistern, die bislang an mir vorbeigegangen sind. Nun nicht mehr, nun behalte ich euch im Auge, Jungs.

Also dran bleiben!

Abel Gebhardt

Die Alben "genug gesehen" von PEPPONE und "V" von BEN RACKEN sind beide auf Major Label erschienen.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Kurze Veranstaltungstipps

Bus- und Zugtickets sind gecheckt, es kann losgehen. Nächste Woche fährt Gary in den Norden, um mit Abel Gebhardt zweimal zu lesen.
Die Woche drauf kommt Abel nach Berlin, um was?
Genau. Um mit Gary in Kreuzberg zu lesen. Viel Literatur also in der nächsten Zeit. Aber das ist ja im Herbst genau das richtige...


Und weil das mit der Auflösung von dem Flyer hier gerade nicht so funzt, nochmal alle drei Termine hier:

20.10. Lüneburg, Gasthausbrauerei Nolte, 20 Uhr
21.10. Hamburg, Shebeen-Bar, 19 Uhr
27.10. Berlin, Wiener Blut, 20 Uhr

Dienstag, 8. März 2016

Tortuga!

Hamburg

Heimspiel für Abel Gebhardt. Auf der Hinfahrt bekommen wir noch eine private Rundfahrt über die Elbbrücken samt phänomenalem Ausblick auf den Hamburger Hafen spendiert. „Container love“ von Philipp Boa geht mir durch den Kopf, aber nur kurz. Das Navi führt uns zum gesperrten Elbtunnel und weiß nicht, dass der gesperrt ist. Erst nachdem wir einen kilometerlangen Umweg gefahren sind, gibt es auf und weist uns den richtigen Weg. Hätten wir auf das Ding gehört, wären wir zehnmal bis zu dem Tunnel gefahren, immer und immer wieder.

Dann St. Pauli. Ist wohl 10 Jahre her, dass ich mal hier war und als wir jetzt so durch den Kiez cruisen, bin ich doch ziemlich aufgeregt. Tagsüber sieht das alles noch ganz nett und entspannt aus, aber nachts ist die Ecke um die Reeperbahn sowas wie Ballermann und Allerheiligenkirmes in einem. So ganz war mir nicht klar, dass das jedes Wochenende so läuft. Könnte anstrengend sein, so als Anwohner. Anstrengender als auf der Oranien- oder Skalitzer Straße zu wohnen.

Wer hier wohnt und sich das leisten kann, zieht sich gern ein wenig vom wöchentlichen Feier-Sex-Saufirrsinn zurück. Wie das geht, erfahren wir direkt bei einem guten Freund, der uns netterweise das nur als Messietraum zu bezeichnenden Zimmer seines Mitbewohners überlässt.
Unser Schlafplatz ist zwar direkt im Kiez, aber in einem Innenhof, der durch Tore, Zäune und Zahlenkombinationen vom wilden St.Pauli geschützt wird. Eine kleine gated Community, mitten im Kiez. Wer rein will, muss die Nummern kennen, muss bescheid wissen und ist somit privilegiert, mitten auf St. Pauli in einer echten Hinterhofruhe-Oase leben zu dürfen. Was diese Ruhe mitten im Feierkiez kostet, habe ich nicht gefragt. Ich bin mir aber sicher, dass sie für das sogenannte Prekariat nicht zu bezahlen wäre.

Bis es Zeit ist, in die Tortugabar einzufallen, flanieren HC und ich am Hafen rum und besuchen das Ubootmuseum, welches sich – quelle surprise – in einem richtigen U-Boot befindet. Eine Erkenntnis des Besuchs: Sollte ich jemals mit dem Gedanken gespielt haben, Ubootmatrose zu werden, ist die Idee jetzt vom Tisch. Tage- oder wochenlang in einer engen und zugestopften Röhre unter Wasser rum zu fahren lässt meine Klaustrophobie nur sprießen. Andererseits träume ich danach, mal eine Urlaubstour durch alle U-Boot-Museen Deutschlands zu machen. Kann man da Lesungen machen? Ich wäre am Start. Eine monothematische Renfield-Nummer zum Thema U-Boote klingt auch sehr verlockend.

Als die Nacht sich über St. Pauli senkt, ist deutlich mehr los auf den Straßen. Die Zahl der Nutten (immer erkennbar an den scheinbar als Berufsbekleidung vorgeschriebenen Moonboots) hat sich von einem Moment auf den anderen vervielfacht. Um durch das Gedränge auf den Straßen durchzukommen, ohne angequatscht oder angefasst zu werden, muss man einen beharrlichen Tunnelblick aufsetzen. Kriegen wir bis zur Tortugabar ganz gut hin.

Tortugabar – das klingt schon nach Piratennest und es ist auch eins. Dekoriert wird mit allem, was piratentechnisch zu einer Hamburger Kiezkneipe und Piratenatmo passt. Da hängen dann auch mal die Haifische aus Plastik von der Decke. Dass Abel hier ein und ausgeht, ist für unsere Lesung ein Glücksfall, denn der Laden ist rappelvoll und die Leute wollen wirklich was vorgelesen bekommen. HC ist jetzt gut in Fahrt, vielleicht musste Bremen einfach das Warm-Up sein, Abel kennen und lieben hier eh alle und weil hier alles so schön nach Seemannsgarn aussieht, gebe ich den Seehund zum besten.

Ein optimaler Abschluß für so eine kleine Lesereise, auch wenn ich hinterher, als wir noch durch Läden wie Cobra, Komet und Koralle ziehen, feststelle, dass mir St. Pauli in einer Samstagnacht doch recht anstrengend vorkommt. Vielleicht werde ich einfach alt. Zumindest älter. reden wir nicht mehr davon.
Zumindest war Zeit und Gelegenheit für eine strukturelle Beobachtung im Vergleich der Clubszenerie von Berlin und Hamburg. In der Nachbetrachtung fällt auf, dass es da schon einen signifikanten Unterschied gibt. In Berlin gibt es entweder reine Kneipen jeglicher Couleur oder "echte" Clubs, in denen nur getanzt oder Livekonzerte laufen. In Hamburg scheint die Unterscheidung nicht ganz so strikt zu sein. Es gibt Läden, die nicht größer als eine Kneipe sind, und auch so eine Atmosphäre haben, in denen aber trotzdem irgendwie eine Tanzfläche am Start ist und ein DJ mit dem ganz klaren Ziel auflegt, diese zu füllen.

In Berlin gehst du entweder raus zum Feiern bzw. um eine Band live zu sehen oder eben in eine Kneipe deines Vertrauens, um dort am Tresen abzuhängen. Eine Mischung von beidem gibt es eher selten. Warum das in Hamburg so funktioniert und hier eben nicht, wäre noch zu rauszufinden. Vielleicht liegt es an irgendwelchen Regelungen vom lokalen Ordnungsamt, was die Größe oder die Art eines Unterhaltungsbetriebes angeht oder an der historisch gewachsenen Partykultur. Aber das sind nur Mutmaßungen. Mutmaßungen, wie sie an einem Tresen an Spree oder elbe gleichermaßen weiter gesponnen werden können. Vielleicht bei der nächsten Lesung in Hamburg.

Gary Flanell

Montag, 7. März 2016

Auszeit! Tortuga!

Bremen

Relativ unspektakulär verläuft die Fahrt durch Norddeutschland. Ist mir ganz recht so, denn der alkoholbedingte Elektrolytmangel hat mich immer noch gut im Griff. Abel beweist mit den Skatalites und Element of Crime eine gute Wahl für den Soundtrack auf der Autobahn. Irgendwelches Punk-Geballer hätte mir wahrscheinlich die Birne zerrissen. So schunkeln wir gemächlich übers Land. Frage mich mit meinem Körnerbrötchen in der Hand, ob ich der einzige bin, der findet, dass Sven Regeners Stimme wie die von Hildegard Knef klingt.

In Bremen lädt mich Abel direkt am Hostel ab. Er selber hat sich durch geschicktes Netzwerken ein Zimmer in einem Edelhotel klargemacht. Sei ihm zu gönnen, aber auch die Low-Budget-Variante im Ostertorsteinviertel ist nicht schlecht. Gibt zwar keine Sauna, keinen Roomservice (der nachts um halb vier noch ein Gläschen Wein hochbringt) und keinen Entspannungsraum, aber ein bequemes Doppelstockbett im Vierbettzimmer. Wer das andere Stockbett belegt hat, weiß ich zum Zeitpunkt meiner Ankunft noch nicht. Eine dieser Personen hat jedoch ein Bukowskibuch auf der Bettdecke liegen. Wer immer es ist, er/sie hat zumindest keinen ganz blöden literarischen Geschmack. So beruhigt verbringe ich die nächsten Stunden in der Koje, bis HC Roth für die nächsten beiden Lesungen stößt.

Abends laufen wir gemütlich zum Auszeit Rock'n'Rollclub – ein Name, der gut zum Laden passt. Hat man nämlich mal eine Rast vom ständigen Rumturnen als wilder Rocker nötig, ist eine Einkehr in diese kleine Bar nicht das schlechteste. Abel ist schon seit 1-2 zwei Bierchen da, die Frau hinterm Tresen ist nett, die Getränke angenehm gekühlt und auch die Lesebühne ist vorbereitet. Was jetzt noch fehlt, wäre etwas zu essen. „Nebenan gibt’s die größte Pizza Bremens“ erfahren wir. Schon klar. besonders beeindruckt sind wir von so einer Empfehlung erstmal nicht. Sowas lässt sich schnell mal behaupten. HC und ich sind aber doch erstaunt, weil die Pizza wirklich unglaublich riesig und lustigerweise nach europäischen Ländern benannt ist. Die Belegung hat allerdings wenig mit kulinarischen Klischees der jeweiligen Länder zu tun. Pizza Deutschland ist weder mit Sauerkraut noch mit Bratwurst belegt. Schade. Auf Pizza England gibt es als Minireferenz etwas crossen Frühstücksschinken. Ohne Bohnen. Auf Pizza Österreich auch kein Wiener Schnitzel oder Kaiserschmarrn. Lustig ist allerdings, dass HC, der einzige Österreicher im Raum, tatsächlich diese Variante bestellt, weil es - warum auch immer die einzige vegetarische Pizza des Hauses.

Die Lesung im Auszeit Rock'n'Roll ist um einiges besser besucht als in Hannover. Was ein bisschen Werbung schon ausmachen kann. Wir wechseln uns munter beim Lesen ab, HC scheint noch etwas mürbe von der 12stündigen Zugfahrt, aber insgesamt ist der Abend ein Erfolg. Gegen drei streicht Abel die Segel, gerüchteweise war der Wein vom Roomservice im Hotel doch zu verlockend. HC und ich verlassen wir die Auszeit kurz später. Wir begeben uns noch auf eine mehr oder weniger sinnfreie Fototour durchs nächtliche Bremen (inklusive belämmert gucken an einer Holzstatue der bekannten Stadtmusikanten) und steuern unser Hostel im Viertel an. Im Schlepptau haben wir noch einen jungen Iropunk aus Südtirol, der gerade sein Irgendwas-mit-Medien-Praktikum in Bremen absolviert. Ein Absacker, so beschließen wir, muss aber noch sein. Der Ostersteintorweg ist Freitags nachts ähnlich belebt wie die Oranienstraße in Kreuzberg.

Der Laden, den wir schlussendlich ansteuern hat die interessante Atmo einer Absturzkneipe. Vor den Fenstern hängen riesige Jägermeisterflaggen, überm Tresen schweben Plastikskelette, die wirken, als wären sie nach der Halloweenparty 2001 einfach vergessen worden. Riesige gesichtstätowierte Typen mit Iro und Anti-Religion-Slogans auf der Lederweste tanzen mit schwarzafrikanischen Homies zu Rage against the machine und iron Maidenrum, dazu gesellen sich ein paar verlebt aussehende Tresenfliegen jeglichen Alters und Bewusstseinszustandes. Ich bin recht froh, hier nicht mittrinken zu müssen. Ansonsten wäre ich wohl nicht so leicht aus dem Gespräch mit der Frau im Karohemd neben mir raus gekommen. Sie wirkt nicht besonders anziehend auf mich, will mir aber um fast jeden Preis meine Kapuzenjacke abkaufen. Später wird sie mir noch erzählen, dass heute ihr Hund gestorben ist, wie süß sie mein Kinn findet und will wissen, warum der HC sie die ganze Zeit so komisch anschaut. Ich habe keinen Bock auf diese etwas seltsame Anmache. Am Ende knutscht sie mit unserem Kumpel aus Tirol rum. Nachdem ich mir bei der Wirtin noch zwei Songs gewünscht habe (Pennywisens „Bro hymn“ und die „Bratwurstzange“ von Rummelsnuff scheinen mir für das Ambiente und die Stimmung passend zu sein), geht es zurück ins Doppelstockbett.

Sonntag, 6. März 2016

Havanna! Auszeit! Tortuga!

Eine Lesereise durch Norddeutschland (Teil 1)
Als ich Sonntagabend meine Wohnungstür aufschloß, fühlte ich mich wie ein Seemann. Wie ein Bambuse dritten Grades, der nach langer Fahrt zurück in den Hafen, zu seinen Lieben und der heimischer Kate kommt. Hatte Vielleicht hatte es was damit zu tun, dass die Orte dieser Lesereise bei mir gewisse nautische Assoziationen weckten. Hannover, Bremen, Hamburg. Alles Nordwestdeutschland. Das Meer immer in Riech- und manchmal auch in Sichtweite. Meer haben wir zwar nie gesehen – trotzdem war das Seemanns-Abenteuergefühl in diesen drei Tagen präsent.

Hannover
Der Sprung ins kalte Wasser. Besser gesagt ins kalte Bier. Vom Busbahnhof geht’s direkt nach Linden in die Havana Bar. Dort direkt auf die Bühne. Ich bin ein bißchen stolz, weil ich, der noch nie in Hannover war, den Laden ohne GPS-Support schnell finde. Hinterm Kraftwerk rechts rein und dann links auf der Ecke.
Passt.

Die Veranstaltung ist, als ich mit Rollkoffer und Rucksack in der ganz auf niedersächsisches Südseeflair getrimmten Bar aufschlage, schon im Gange. Die Zuschauerzahl leider überschaubar. Abel sitzt gerade gemütlich beim Bier, auf der Bühne spielen zwei ältere und ein junger Herr mit Gitarre und Cajon die Moritat vom Hannoveraner Serienmörder Fritz Haarmann und ein paar Slimesongs.
Silver-Blitz nennen die sich, verrät mir Abel. Bevor ich mich näher mit dem Sinn dieses Namens auseinandersetzen kann, steht schon das erste Bier vor mir. Das wäre nicht weiter interessant, wäre da nicht die Tatsache, dass ich seit gut drei Jahren so gut wie kein Alkohol en masse trinke. In der Havanabar musste das aber mal sein.
Nach der Musikeinlage macht Abel macht nochmal den Einsteiger, für mich also nochmal zehn Minuten Zeit zur Akklimatisierung. Das, was er da aus seinen Roman „Die Reise zur Grünen Fee“ liest, gefällt mir gut und er hat auch eine unterhaltsame Art, seine Texte vorzutragen. Dann sitze ich da oben und habe einen längeren Slot.
Die ersten Abende einer Lesereise finde ich oft schwierig. Da weiß man nie, nach mehr oder minder langen Bahn- und Busfahrten und sonstigen Anreisestrapazen, wie fit man ist. Muss erstmal reinkommen in die Situation. Um die Unsicherheit hier etwas zu umschiffen, setze ich auf inhaltlich auf Sicherheit und lese ich die Hits aus dem Seemann. So viele Geschichten wie sonst selten auf einer Lesereise. Den Seehund, die kleine Spinne Pup-meets-Darth-Vader, das schönste Geräusch des Tages, die Revolverzähne.
Die fünf Anwesenden sind interessiert, die Gestalten im Raucherraum und am Geldspielautomaten weniger. Aber zumindest vom Gefühl her stimmt's. Und davon ab: Solche widrigen Umstände (kaum Publikum, schlechte Bewerbung, nervige Daddel-Geräuschkulisse) mag ich zwar nicht, ertrage es mittlerweile aber. Macht wohl die Erfahrung und die Tatsache, dass nicht die Vortragenden Schlechtes geben, sondern die Umstände suboptimal sind.

Ein paar Bier nach dem Vortrag machen die Sache noch ganz rund, besonderes weil der Havannawirt sich im Laufe des Abends eine komplette Flasche Jack Daniels alleine reinpfeift und somit von sich aus schon sehr unterhaltsam ist.
Als er das gesamte Sortiment des Flanell'schen Medienimperiums (Renfield-Zine, Stuntman-Buch, Osekre&TheLucky Bastards-7inch) aufkauft, sage ich natürlich nicht nein. Mittlerweile sind auch Aeneas und Max aufgetaucht. Das sind für heute abend unsere Gastgeber. Die wir vorher gar nicht kannten. Klingt jetzt, als hätten die beiden uns nach der Lesung total breit fürwasauchimmer abgeschleppt, aber der Deal stand schon vorher. Alte Couchsurferhasen, die wir sind, wurde das ganze vorher per Mail klar gemacht. Während Aeneas schnell wieder von der Bildfläche verschwindet, hängt Max bis zum Ende mit uns rum. Irgendwann packen wir unser Geraffel zusammen und wanken bei Nacht durch Hannover-Linden. Natürlich mit Wegbier und auch nicht, ohne nochmal in irgendeiner kleinen Kneipe einzukehren, wo ich, ganz enthusiastisch mit dem Wirt eine Lesung klar machen will.

Bei Max angekommen, sind wir erstmal beeindruckt von der partytauglichen Wohnzimmerausstattung: komplettes DJ-Deck dazu diverse Lichtspielereien und Effekte im ganzen Raum – und noch mehr Bier. Sehen heute so die durchschnittlichen Studentenbuden aus? Max kündigt an, erstmal ein wenig Techno aufzulegen. Abel und ich sind recht skeptisch, ob das jetzt so die richtige Musik für uns ist, aber glücklicherweise hat der DJ ein gutes Händchen dafür, was der Situation angemessen ist. Und so gibt es kein mörderisches Geballer, sondern ganz sanfte Beats. In Kombination mit den Lichteffekten im Wohnzimmer wirkt das ganze so entspannend auf mich, dass ich gar nicht mehr von der Couch wegkomme, sondern dort einfach einpenne.

Der nächste Morgen ist... scheiße. Ich weiß, warum ich Alkohol in rauen Mengen hasse. Mir ist schlecht und ich habe Kopfschmerzen und liege komplett in den gleichen miefigen Klamotten wie gestern auf der Couch. Techno gibt es nicht mehr, auch keine Hannoveraner Wohnzimmerlichtspiele. Mein Kater ist ein ziemlich ausgewachsener, ich hoffe inständig, dass ich jetzt nicht kotzen muss. Auftritt Abel, der sieht einigermaßen fit aus, zumindest fitter, als ich mich fühle. Auch Max wirkt, als hätte, der Exzess kaum Spuren bei ihm hinterlassen. Leider kann ich das angebotene und unglaublich gesund wirkende Brötchen nicht wirklich schätzen und mümmele unmotiviert daran rum. Wir lassen den ersten Tourabend nochmal Revue passieren, bewerten ihn trotz der mauen Zuhörerschaft als gelungen und machen uns auf zum nächsten Lesehafen.

Fortsetzung folgt.