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Freitag, 27. Oktober 2023
Konzert+++ Konzert+++Konzert+++
Jawollo Apollo!!
Endlich mal wieder schöne Musik!
Irgendwo im Osten, aber nicht allzu tief im Osten. Kurz hinter der Ringbahn, wo die hoffnungsvollen Wohnungssuchenden jetzt auch mal hinschauen, von Friedrichshain aus. Auf einer der gemütlichsten Bühnen, die diese gentrifizierte Zombie-Stadt noch zu bieten hat.
Genauer gesagt, in einem Hinterhof, in dem nun Gras wächst und früher mal alles mit Betonplatte ausgelegt war. Einem Hinterhof, in dessen dazugehörigen Hauptgebäude einst Spione spionierten, und jetzt Menschen gemeinschaftlich zusammenleben. In einem Schuppen, einem kleinen Mehrzweckgebäude im Hinterhof auf dem ehemaligen Gelände des DDR-Geheimdienstes, der sogenannten REMISE.
Also: Kommt rum und seht es euch an. Kommt vorbei und hört zu. Kommt vorbei, nehmt einen Drink und jubelt zu nettem Anti-Folk und Singer/Songwriter Zeug. Wird gemütlich.
KONZERT IN DER REMISE
Wann? 04.11., ab 20 Uhr.
Wo? Remise im Hinterhof, Magdalenenstraße 19, Haus 4, 10365 Berlin.
Wer?
DRUNK AT YOUR WEDDING (Electric folk, Berlin)
LUTZ NEUSTADT (Singer/Songwriter, Berlin)
GARY FLANELL (Silver Slacker Sounds, Berlin)
***ENGLISH VERSION***
Hell ya!
DRUNK AT YOUR WEDDING, Lutz Neustadt of LUTZILLA and Gary Flanell are playing live- somewhere on one of the coziest stages this gentrified zombie city has to offer.
Where spies once did, ehm, spy, there is a shed, a remise, a small multi-purpose building in the backyard on the former area of east german secret police HQ, there will be now music.
If you do not believe, come around and see. Come around and listen. Come around and cheer to some nice anti-folk and singer/songwriter stuff.
CONCERT @ THE REMISE
Date: 04.11., ab 20 Uhr
Location: Remise im Hinterhof, Magdalenenstraße 19, Haus 4, 10365 Berlin
Artists:
DRUNK AT YOUR WEDDING (Electric folk, Berlin)
LUTZ NEUSTADT (Singer/Songwriter, Berlin)
GARY FLANELL (Silver Slacker Sounds, Berlin)
Sonntag, 13. November 2022
THANK YOU GARY MUCH - Gary Flanells erstes Solo-Tape
Aufgemerkt, liebe Freunde der rhythmischen Tanzmusik:
Nächste Woche Freitag wird das erste Solo-Tape vom Herrn Flanell veröffentlicht.
"THANK YOU GARY MUCH" heißt es, komplett weiß ist es, 11 Songs enthält es, auf 50 Exemplare limitiert ist es. Soweit die Fakten.
Nach Jahrzehnten des Fanzine Machens und in diversen musikalischen Projekten Involviert Seins (früher: ESEL, MERCEDES Z, SCEPTIC JAZZ, ELLA & GARY, heute: ATOMVULKAN BRITZ, KUNSTKACKE SOUNDSYSTEM), nun also erstmalig eine Auswahl dessen, was ich in den letzten Jahren aufgenommen habe.
Die 11 Tracks tragen allesamt eine große Portion Punk- und DIY-Spirit in sich, auch wenn es in musikalischer Hinsicht nicht alles Schrammelgitarre ist, sondern zuweilen etwas elektronisch daherkommt. Das meiste wurde in den eigenen vier Wänden eines Ost-Berliner Plattenbaus konzipiert, aufgenommen, arrangiert. Es gibt noch diverse Songs mit englische Lyrics, auf diesem Tape sind alle Texte allerdings komplett auf deutsch.
Bei der Realisierung dieses Tapes gab es Support von wirklich lieben Menschen, ohne die es nie so hübsch geworden wäre, wie es ist:
Baba Jaga hat wunderbare Vocals auf dem Track "Europa" eingesungen, Atomvulkan-Brudi Sun Ra Bullock seine subtilen Kaos-Pad-Echo-Skills auf "Die Ideen gehen aus" beigesteuert und Bernard Fruithagel, der großartige grafic artist, hat das hübsche stilvolle Coverdesign samit Banderole und Gary-Score A perfekt umgesetzt.
Und dann will ich noch Alissa Wyrdguth erwähnen, die mit klugem und wichtigem Feedback geholfen hat, manch peinliche Untiefe zu umschiffen.
Anhören und runterladen kann man sich alle Tracks des Tapes ab dem 18.11.2022 über die Bandcamp-Seite von JOHN STEAM RECORDS. Dort kann auch das Tape bestellt werden.
Einen Vorgeschmack gibt es jetzt schon, denn der Track "Michel Piccoli" wurde bereits am 11.11. veröffentlicht und ist hier hörbar.
In den nächsten Tagen werde ich den Renfield-Blog nutzen, um zu jedem Track auf "THANK YOU GARY MUCH" ein paar Liner-Notes zu hinterlassen.
Diese Texte werden nach einer Free writing-Methode verfasst.
Das bedeutet: Ich werde jedes Mal 10 Minuten ununterbrochen schreiben. Alles, was mir zum jeweiligen Song in den Sinn kommt. Wichtig ist es, nicht aufzuhören mit dem Schreiben. 10 Minuten lang. Dann ist Schluß. Jeder Text wird dann noch sanft orthografisch korrigiert, aber inhaltlich wird nichts verändert.
Los geht es mit "Badewanne Selbstmitleid morgens".
Hier schon einmal die Tracklist aller Songs des "THANK YOU GARY MUCH TAPES":
1. Badewanne Selbstmitleid morgens
2. Mann mit der Torpedohaut
3. 2 Jahre oder weniger
4. AMHIG
5. Trauriger Hund
6. Selten mach ich Spaß
7. Michel Piccoli
8. Die Ideen gehen aus
9. Europa
10. Woher ich komme
11. Badewanne Selbstmitleid abends
THANK YOU GARY MUCH von Gary Flanell erscheint am 18.11.2022 uf John Steam Records in einer limitierten Auflage vn 50 Tapes und als digitaler Download über die Bandcamp-Seite von JOHN STEAM RECORDS.
Am 18.11. ab 21 Uhr wird das Tape bei der JSR DOUBLE RELEASE PARTY im Trxteria Nova in Kreuzberg vorgestellt - gemeinsam mit der Veröffentlichung des Tapes "First We Tape Manhattan" von LUTZILLA (Indierock/Post-Punk, Berlin) und ATOMVULKAN BRITZ (Regressive Rock), DJ-Set by Untanzbare Zustände (Indie-Rock).
Nächste Woche Freitag wird das erste Solo-Tape vom Herrn Flanell veröffentlicht.
"THANK YOU GARY MUCH" heißt es, komplett weiß ist es, 11 Songs enthält es, auf 50 Exemplare limitiert ist es. Soweit die Fakten.
Nach Jahrzehnten des Fanzine Machens und in diversen musikalischen Projekten Involviert Seins (früher: ESEL, MERCEDES Z, SCEPTIC JAZZ, ELLA & GARY, heute: ATOMVULKAN BRITZ, KUNSTKACKE SOUNDSYSTEM), nun also erstmalig eine Auswahl dessen, was ich in den letzten Jahren aufgenommen habe.
Die 11 Tracks tragen allesamt eine große Portion Punk- und DIY-Spirit in sich, auch wenn es in musikalischer Hinsicht nicht alles Schrammelgitarre ist, sondern zuweilen etwas elektronisch daherkommt. Das meiste wurde in den eigenen vier Wänden eines Ost-Berliner Plattenbaus konzipiert, aufgenommen, arrangiert. Es gibt noch diverse Songs mit englische Lyrics, auf diesem Tape sind alle Texte allerdings komplett auf deutsch.
Bei der Realisierung dieses Tapes gab es Support von wirklich lieben Menschen, ohne die es nie so hübsch geworden wäre, wie es ist:
Baba Jaga hat wunderbare Vocals auf dem Track "Europa" eingesungen, Atomvulkan-Brudi Sun Ra Bullock seine subtilen Kaos-Pad-Echo-Skills auf "Die Ideen gehen aus" beigesteuert und Bernard Fruithagel, der großartige grafic artist, hat das hübsche stilvolle Coverdesign samit Banderole und Gary-Score A perfekt umgesetzt.
Und dann will ich noch Alissa Wyrdguth erwähnen, die mit klugem und wichtigem Feedback geholfen hat, manch peinliche Untiefe zu umschiffen.
Anhören und runterladen kann man sich alle Tracks des Tapes ab dem 18.11.2022 über die Bandcamp-Seite von JOHN STEAM RECORDS. Dort kann auch das Tape bestellt werden.
Einen Vorgeschmack gibt es jetzt schon, denn der Track "Michel Piccoli" wurde bereits am 11.11. veröffentlicht und ist hier hörbar.
In den nächsten Tagen werde ich den Renfield-Blog nutzen, um zu jedem Track auf "THANK YOU GARY MUCH" ein paar Liner-Notes zu hinterlassen.
Diese Texte werden nach einer Free writing-Methode verfasst.
Das bedeutet: Ich werde jedes Mal 10 Minuten ununterbrochen schreiben. Alles, was mir zum jeweiligen Song in den Sinn kommt. Wichtig ist es, nicht aufzuhören mit dem Schreiben. 10 Minuten lang. Dann ist Schluß. Jeder Text wird dann noch sanft orthografisch korrigiert, aber inhaltlich wird nichts verändert.
Los geht es mit "Badewanne Selbstmitleid morgens".
Hier schon einmal die Tracklist aller Songs des "THANK YOU GARY MUCH TAPES":
1. Badewanne Selbstmitleid morgens
2. Mann mit der Torpedohaut
3. 2 Jahre oder weniger
4. AMHIG
5. Trauriger Hund
6. Selten mach ich Spaß
7. Michel Piccoli
8. Die Ideen gehen aus
9. Europa
10. Woher ich komme
11. Badewanne Selbstmitleid abends
THANK YOU GARY MUCH von Gary Flanell erscheint am 18.11.2022 uf John Steam Records in einer limitierten Auflage vn 50 Tapes und als digitaler Download über die Bandcamp-Seite von JOHN STEAM RECORDS.
Am 18.11. ab 21 Uhr wird das Tape bei der JSR DOUBLE RELEASE PARTY im Trxteria Nova in Kreuzberg vorgestellt - gemeinsam mit der Veröffentlichung des Tapes "First We Tape Manhattan" von LUTZILLA (Indierock/Post-Punk, Berlin) und ATOMVULKAN BRITZ (Regressive Rock), DJ-Set by Untanzbare Zustände (Indie-Rock).
Sonntag, 23. Oktober 2022
Doppelt hält: Neues von JOHN STEAM RECORDS
Es ist kein großes Geheimnis, dass ich in meiner unendlich verfügbaren Zeit nicht nur irgendwelche Hefte rausbringe oder Blogs unregelmäßig bestücke, sondern seit einiger Zeit auch ein kleines Label betreibe. Aus Gründen, die nichts mit wirtschaftlichen Handlungsweisen zu tun haben. Sondern... weil's Spaß macht. Sinnhaftes Tun galore steckt dahinter, sozusagen.
Jetzt stehen wieder zwei Veröffentlichungen auf JOHN STEAM RECORDS (Das Label mit dem "Got beer?"-Hut) an und die werden an einem Freitagabend im November vorgestellt.
1. LUTZILLA - FIRST WE TAPE MANHATTAN
Mehr Post als Punk. Rarer Un-Sinn. Eifrig. Subversiv. Go with the flow und ab dagegen!
Januar 2021: In einem Kreuzberger Proberaum funkt es gewaltig zwischen den langjährigen Band-Musikanten Carola, Uli und Lutz – kurz darauf erblickt “Lutzilla” das Licht der Band-Welt +++ Große Liebe: LIVE +++ Dezember 2021: Song "Pflaster aus Beton" auf dem Benefiz-Sampler "Don't piss here, piss there" von John Steam Records (Berlin) +++ 30.01.22: Song “Zucken unterm Augenlid” auf Radio T in der Sendung “Soundsplash” +++ Im November 2022 erscheint die erste EP “First we tape Manhattan” mit 8 Songs als Tape und online bei John Steam Records. Eingespielt im Probekeller; aufgenommen und abgemischt von Uli Albers; Mastering: Nils Rech. Release-Konzerte im Trixxtr (18.11.) und Schokoladen (7.12.) in Berlin.
VÖ-Datum: 18.11.2022
Limitierte Tape-Edition in hemdsärmelig-grün (50 Stück)
Digital erhältlich über Lutzillas Bandcamp-Imperium.
2. GARY FLANELL - THANK YOU GARY MUCH
Das erste Solo-Tape von Mr. Flanell. 10 Songs, 10 süße musikalische Kätzchen, alle sorgfältig gepflegt mit einer gesunden Mischung aus Punk-Spirit, Lo-Fi-Aufnahmen und ein wenig Melancholie. Das wird uns alle gut durch den Winter bringen.
VÖ-Datum: 18.11.2022
Limitierte Tape-Edition in Kernseifenweiß (50 Stück),
digital erhältlich über John Steams Tonträger-Imperium
JOHN STEAM DOUBLE RELEASE-PARTY
18.11.2022, ab 21 Uhr
Live:
LUTZILLA
+
GARY & THE FLANELETTES
+
special guest: ATOMVULKAN BRITZ
+
DJ-Set by UNTANZBARER ZUSTAND (Indie)
@ TRIXTEROVA NOVA, Berlin, Europa, Planet Erde.
Jetzt stehen wieder zwei Veröffentlichungen auf JOHN STEAM RECORDS (Das Label mit dem "Got beer?"-Hut) an und die werden an einem Freitagabend im November vorgestellt.
1. LUTZILLA - FIRST WE TAPE MANHATTAN
Mehr Post als Punk. Rarer Un-Sinn. Eifrig. Subversiv. Go with the flow und ab dagegen!
Januar 2021: In einem Kreuzberger Proberaum funkt es gewaltig zwischen den langjährigen Band-Musikanten Carola, Uli und Lutz – kurz darauf erblickt “Lutzilla” das Licht der Band-Welt +++ Große Liebe: LIVE +++ Dezember 2021: Song "Pflaster aus Beton" auf dem Benefiz-Sampler "Don't piss here, piss there" von John Steam Records (Berlin) +++ 30.01.22: Song “Zucken unterm Augenlid” auf Radio T in der Sendung “Soundsplash” +++ Im November 2022 erscheint die erste EP “First we tape Manhattan” mit 8 Songs als Tape und online bei John Steam Records. Eingespielt im Probekeller; aufgenommen und abgemischt von Uli Albers; Mastering: Nils Rech. Release-Konzerte im Trixxtr (18.11.) und Schokoladen (7.12.) in Berlin.
VÖ-Datum: 18.11.2022
Limitierte Tape-Edition in hemdsärmelig-grün (50 Stück)
Digital erhältlich über Lutzillas Bandcamp-Imperium.
2. GARY FLANELL - THANK YOU GARY MUCH
Das erste Solo-Tape von Mr. Flanell. 10 Songs, 10 süße musikalische Kätzchen, alle sorgfältig gepflegt mit einer gesunden Mischung aus Punk-Spirit, Lo-Fi-Aufnahmen und ein wenig Melancholie. Das wird uns alle gut durch den Winter bringen.
VÖ-Datum: 18.11.2022
Limitierte Tape-Edition in Kernseifenweiß (50 Stück),
digital erhältlich über John Steams Tonträger-Imperium
JOHN STEAM DOUBLE RELEASE-PARTY
18.11.2022, ab 21 Uhr
Live:
LUTZILLA
+
GARY & THE FLANELETTES
+
special guest: ATOMVULKAN BRITZ
+
DJ-Set by UNTANZBARER ZUSTAND (Indie)
@ TRIXTEROVA NOVA, Berlin, Europa, Planet Erde.
Montag, 30. November 2020
Don't piss here, piss there - a John Steam x-mas benefit compilation
Coming very soon on John Steam Records (via Bandcamp ) !
Watch out for the whole december!
Donnerstag, 31. Mai 2018
Samstag! Platten kaufen in Berlin!
Hmmmm, Yaam, Yaam, lecker! Am Samstag, de. 02.06.2018, steigt im Yaam der wunderbare Freakouternational Vinyl Market. Dort werden sack- und tischweise Platte verkauft, DJs legen auf und engagierte Labels stellen sich vor. Es wird also richtig gemütlich. Auch ich habe mit JOHN STEAM RECORDS einen Stand am Start, sogar inklusive Plattenwaschmaschine. Also kommt vorbei, komplettiert eure JSR-Sammlung und macht für einen kleinen Obulus eure Lieblingsscheiben so hübsch und rein wie am ersten Tag.
Dienstag, 16. September 2014
Inventing Afro-Punk? Osekre & The Lucky Bastards
Afropunk, was soll das sein? Der Dokumentarfilm gleich Namens widmet sich ja eher der afro-amerikanischen Minderheit in der von Weißen dominierten Punkszene in den USA. Die Bad Brains waren auch eher Afro-American Punks (mit karibischer Vision), ebenso wie die Detroiter Pioniere Death oder später der Rap-Poet Mike Ladd. Aber Punk aus Afrika? Von Ausnahmen wie den (weißen) Kalahari-Surfers aus der Industrienation Südafrika oder einem Nomaden wie dem Rai-Sänger Rachid Taha ist Punk in der afrikanischen Musik seltsamerweise nie eine Referenz gewesen. Vielleicht ist es, historisch, ästhetisch, konzeptuell, einfach mal ... zu weiß? Das sind so die Fragen die mir durch den Kopf schwirren, bevor sich die Skype-Verbindung mit Ishmael Osekre aufbaut.
In Zeiten der Globalisierung war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auftaucht, der die losen Enden aufnimmt, verknüpft und Afrofunk - der ist ja derzeit durchaus populär - auf Afropunk reimt. Und irgendwie ist es auch kein Wunder, dass dieser Ishmael Osekre, der den Begriff im Wortsinne für sich reklamiert, in Brooklyn residiert, denn da kommen solche Dinge eben auf engstem Raum zusammen.
Das Coole an der Geschichte ist jedoch, dass die physische Manifestation dieses historischen Moments bei uns in Berlin das Licht der Welt erblickt: Waren die Songs von Osekre & The Lucky Bastards bisher ausschließlich live oder im Internet zu erleben, erscheint nun eine schicke 45er mit den beiden größten Hits der jungen Band - "Why Are You Here" und "Mama Said" - auf John Steam Records ... und das ist ja nur ein kleiner Teil des Imperiums, zu dem auch das Magazin gehört, das nun in eurem Gästeklo ausliegt. Ihr lest also gerade so eine Art unbezahlte, als redaktionellen Beitrag getarnte Anzeige - so sind wir, korrupt wie eine afrikanische Verwaltungsbehörde, aber alles für die gute Sache.
Ishmael Osekre ist ein lustiger Interviewpartner. Zunächst mal hat er eine Menge Fragen: Woher kenne ich Gary Flanell? Wie finde ich die Platte? Gibt es in Berlin viel DIY-Kultur? Nach einer Weile beantwortenden Vorgeplänkels erinnere ich ihn daran, dass ich hier die Fragen stelle.
Sun Ra Bullock (SRB): Ishmael, wie bist du an die Musik geraten ... und an deine Band?
Ishmael(I.): Ich komme ursprünglich aus Ghana und studiere an der Columbia State University. Als ich damit angefangen habe, war ich eigentlich eher vor allem Dichter: Ich machte spoken word poetry und schrieb für die Uni-Zeitung. Das hat sich rumgesprochen, und während meines zweiten Studienjahres wurde ich eingeladen, bei einer Veranstaltung an der Uni etwas vorzutragen.
Ein Freund von mir spielte dort mit seiner Band, die aber keinen Sänger hatte. Also taten wir uns zusammen, und ich trug nach meiner Performance ein Gedicht zu einem ihrer Beats vor. Das klappte richtig gut! Ich dachte: Wow, das ist richtig cool, ich sollte drüber nachdenken, so etwas zu machen. Wir haben uns also zusammengetan und ein paar Campus- Gigs gespielt. Erst als einige von ihnen den Abschluss machten, konnten nicht weitermachen. Ich kehrte zur Poetry zurück, aber nachdem ich einmal das Gefühl kennengelernt hatte, in einer Band zu spielen, wusste ich, dass ich das weitermachen wollte. Also gründete ich mit anderen Leuten meine eigene Band. Der Schlüssel dazu war natürlich, meine Gedichte in Musik zu übertragen, also mehr Musik daraus zu machen, als "nur" Poetry.
Reine Poetry kann in New York sehr limitierend sein, denn erstens gibt es eine Menge Leute, die das schon machen, und die bekommen auch nicht viel Aufmerksamkeit. Um diese Zeit war K'Naan aus Somalia sehr angesagt. Er ist ja eigentlich Rapper, aber im Grunde ist es auch Poetry, was er macht. Und er brachte diesen kulturellen Aspekt mit rein, seinen somalischen Vibe. Also dachte ich, ich sollte meinen ghanaischen Vibe mit reinbringen, denn die ghanaische Musik macht Spaß! Und im Westen sind gerade nicht so viele ghanaische Musiker bekannt, also dachte ich, es wäre wirklich cool, Ghana so auf die Karte zu setzen. Also nahm ich mir die ghanaischen Songs meiner Kindheit vor: Songs, die wir beim Fußball gesungen haben, um unsere Teams anzufeuern oder im Bus, wenn wir zu Spielen gefahren sind. Das war die Idee hinter dem, was ich kreieren wollte.
Und ich habe mir ghanaische Bands angehört. Eine Band, die mich umgehauen hat, war OSIBISIA. Denn die haben etwas gemacht, was ich machen wollte: Ghanaische Elemente mit Elementen zu verbinden, die sie selbst im Westen mitbekommen hat. Sie, OSIBISIA, selbst hatten karibische Musiker in der Band, das war also das eine. Das andere waren Sachen wie Jazz, und sogar ein bisschen Funk. Das war sehr aufregend! Also hörte ich viel OSIBISIA, und auch Bands wie KOO NIMO, WOLAMEI, E.T. MENSAH, und Ebo Taylor und ein paar Sachen, die heute populär sind. Ich fand in dieser Musik sehr kulturelle Sachen, Dinge, die essentiell sind für Ghana. Viele Afrikaner im Westen nehmen westliche Kultur in sich auf, aber alle machen das, das ist nichts Besonderes. Ich wollte aber etwas finden, was noch nicht gemacht wurde, aber das die Leute lieben würden. Und weil ich wusste, dass ghanaische Musik so einen Spaß macht und uns so glücklich machen kann - jedenfalls die, die ich aus meiner Kindheit kenne - begann ich, meine Songs um diesen Rhythmus herum aufbauen (er klatscht einen Highlife*-Beat). Das war das eine...
(Völlig, richtig, ich habe bis zu diesem Zeitpunkt nur ab und zu zustimmend gegrunzt oder aufmunternd geschmunzelt. So einfach kann das sein mit den Interviews. - Sun Ra Bullock)
I.: Ich bin in der Zwischenzeit von der Columbia-Universität nach Brooklyn gezogen. Um die Zeit haben wir viel in Kellern, Lofts und Hausparties gespielt, und das ganze Punkrock-Ding kam gerade zu der Zeit wieder. Für mich war das eine aufregende Zeit, denn ich hatte gerade angefangen, Gitarre zu lernen und die ghanaischen Rhythmen auf der Gitarre zu spielen. Aber gleichzeitig hörte ich den Punk, den meine Freunde im Keller spielten. Und ich fragte mich: Wie kann ich meinen Kram von zuhause so spielen, dass DIESE Jungs das cool finden und die Leute nicht sagen: Oh, das ist "Weltmusik" und mich damit in einer bestimmten Ecke isolieren. Ich wollte meine Kultur durch meine Linse in ihre Sprache überführen, so dass sie das würdigen können. "Why are You here" ist ja der Song, der uns ein bisschen bekannt gemacht hat. Moment, ich spiel dir was vor, ich hoffe, du kannst das hören, ich hab meine Akustische nicht dabei ... (Und nun singt er zur unverstärkten elektrischen, zu Highlife-Pattern "Why are you here" und wechselt dabei, allmählich das Tempo anziehend, vom Highlife-Geschrammel zum Punkrock-Geschrubbel.)
So kam das, es war ein simples Highlife-Pattern, aber ich dachte: Mann, alle meine Songs haben dieses Tempo: Dafür bin ich zu jung! (lacht) Also hab ich's ein bisschen beschleunigt ... und so ist das entstanden, ich wollte ein bisschen mehr Energie, ein bisschen mehr Spaß, so wie die Jungs im Keller, und je schneller ich wurde, desto mehr Punk wurde es. Und mein Drummer sagte: "Puh, also ich versuch hier, einen anderen Beat zu spielen, aber das klappt nicht. Also, ich glaub ich mach was anderes, denn ich glaube, das wird Punkrock." Und ich sagte (gedehnt): "Genau." Und so entschieden wir, das so zu machen, denn keiner hatte es zuvor gemacht. Und um diese Idee herum entstanden Osekre and the Lucky Bastards.
SRB: Gibt es denn eine afrikanische Community in Brooklyn? Gibt es Essen, Musik, Bands?
I.: Das Ding an der afrikanischen Community in Musik ist jedenfalls, dass es keine besonders große Community afrikanischer Musiker gibt. Die meisten, die in Brooklyn afrikanische Musik machen, sind weiße Amerikaner. Es gibt eine New Wave von Afrobeatbands in Brooklyn, das hat auch mit dem Revival von Fela Kuti zu tun. Das Broadway Musical "Fela" war sehr erfolgreich und hat, glaube ich, viele junge Leute inspiriert, damit anzufangen. Afrikaner im Westen, in Europa vielleicht weniger, aber speziell in Amerika, sind meistens an der Uni! Sie wollen zur Wall Street oder Arzt werden (lacht) ... denn sobald du hierher kommst, ist da eine Menge Druck! Als ich angefangen habe, in einer Band zu spielen, wurde mir gesagt: "Du bist entweder verrückt... oder sehr, sehr reich" (lacht). "Was sagen deine Eltern dazu!" ... "Was ist mit dir nicht in Ordnung?" (lacht sich kaputt)...
Ich habe hier ein paar Afrikaner getroffen, die ihr eigenes Ding machen. Aber es sind nicht viele von uns. Und die meisten von ihnen machen entweder Afrobeat oder Afropop. Deswegen sind sie auch ausgeflippt, als ich als ich Punk mit reinbrachte habe, weil's halt noch keiner gemacht hat. Alle versuchen, zu tun, was Fela schon gemacht hat, sie versuchen, es zu imitieren oder etwas darum herum zu machen. Aber keiner hat versucht, innovativ zu sein oder etwas Neues darum herum zu bauen. Klar, wenn da was Neues macht, braucht es immer etwas länger, bis es populär ist, denn es ist der weniger ausgetretene Pfad. Dafür bezahlst du einen Preis. Aber nach einer Weile gewöhnen sich die Leute daran, dann mögen sie es, und das gibt dir eine Plattform, dein eigenes Ding zu machen.
SRB: Wie ist deine Band denn so ethnisch zusammengesetzt?
I.: In meiner Band herrscht ein gewisses Kommen und Gehen. Da wäre mein erster Gitarrist und Keyboarder, der ist Nigerianer, aber nach der Uni musste er weiterziehen. Mein Drummer ist jüdischer Amerikaner, und der wechselt sich ab mit einem anderen, der Kolumbianer ist, und früher viel mit uns gespielt hat. Aber der ist professioneller Musiker und braucht die ganze Zeit bezahlte Gigs (seufzt). Aber manchmal, wenn ich ihn brauche, kann ich ihn anrufen, und dann ist er dabei. Mein Gitarrist ist Amerikaner, aber sein Vater ist aus dem Iran. Er ist tatsächlich eine tolle Mischung: iranisch mit vietnamesisch-amerikanisch (lacht).
SRB: Mehr New York geht nicht...
I.:(Lacht) Genau! Dann gibt es noch einen Keyboarder aus New Hamsphire. Er ist auch das konsistenteste Badmitglied. Ud bei den Bläser wechselt sich viel ab: Das ist ein Deutscher (lacht), der ist gerade fertig mit der Uni und ist jetzt auch Profimusiker. Dann noch einer aus New Jersey und ein nigerianischer Zweite-Generation-Immigrant aus Washington D.C.. Eine schöne Mischung. Drei Bläser, Schlagzeug, Bass und zwei Gitarren.
SRB: Und was hast du an der Uni gemacht? Hast du als Poet Literatur studiert oder wolltest du auch zur Wall Street?
I.: Am Anfang wollte ich zur Wall Street und hatte ein paar Kurse in Wirtschaft. Ich mochte die Theorien, aber ich konnte mir nicht vorstellen, so viel Zeit mit Zahlen zu verbringen. Ich wollte etwas freieres, kreativeres, also begann ich mit Soziologie. Das war faszinierend und hat mir wirklich geholfen, die Kultur und die Gesellschaft, in der ich lebe, zu analysieren und zu verstehen: die Weise, wie Leute interagieren. Als ich nach Williamsburg gezogen bin, war das besonders interessant: Es waren dort vor allem Weiße, einige wenige Schwarze, aber überwiegend Weiße. Die Soziologie hat mir wirklich geholfen, zwischen diesen Kulturen zu navigieren, mich in die Szene zu integrieren und mir über die Dynamik dort bewusst zu werden, während ich meine Musik dort vorstelle und Teil der Community werde.
SRB: Das heißt, du bist nun erst einmal Vollzeitmusiker? I.: Ich war die letzten zwei Jahre Vollzeitmusiker. Ich habe nicht davon gelebt, aber das dauert eben. Wir haben viele Shows gespielt, eine pro Woche, manchmal drei. Unser Name ist da draußen, wir wollen mehr touren, ein bisschen im Voraus planen, aus den Kellern herauskommen, weniger Lofts, mehr Bühnen, auf denen wir uns auch hören können, und wo es Soundchecks gibt und größeres Publikum. Wir wollen weiter in Lofts spielen, aber eben auch mehr für tanzende Leute, auf Festivals, das passt besser zu uns. Und nebenbei schreibe ich Codes, mache viel Tech-stuff... und das ist ganz cool.
SRB: Nun hat Gary aus Berlin die Traute, deine Songs auf 45er zu veröffentlichen, und keiner aus New York?
I.: Ja, nun, es gab ein paar Labels, die sich mit uns in Verbindung gesetzte haben, aber die Szene ist aufgeheizt, und die Konkurrenz groß, sie warten ab mit den Entscheidungen. Thomas Gobena von Gogol Bordello zum Beispiel hat sich gemeldet. Er mochte unser Zeug, weil es ihn an das erinnerte, was Gogol Bordello machten, nur eben aus einer afrikanischen Perspektive. Er wollte wirklich helfen, etwas zu produzieren, und so mussten wir ein Label finden. Nun müssen wir schauen, ob wir das Geld auftreiben, über Kickstarter oder so und dann das Album shoppen, oder ob wir erst ein Label finden und dann das Album machen. Das ist der Punkt, an dem wir uns gerade befinden. Wir sprechen mit einem Label namens Side One Dummy Records. Gogol Bordello haben dort angefangen, und Amadou & Mariam. Allerdings kam von denen noch keiner zu unseren Shows.
SRB: Und deine Familie ist in Ghana?
I.: Der größte Teil ist dort, aber meine Mutter und meine Schwester sind hier.
SRB: Warst du in der Zwischenzeit mal dort?
I.: Ich bin vor allem in den USA herumgereist, aber nächstes Jahr will ich auf jeden Fall nach Europa und auch Teile von Afrika, und dann auch mal wieder nach Ghana, ganz klar. Es gibt dort gerade eine große Szene, und sie wächst. Es gibt mehr Veranstaltungsorte und Konzerte und mit dem was sie haben, machen sie eine Menge.
Highlife ist dort aber heute Musik der alten Leute, und in der Popularität bei den Jungen von Hiplife* abgelöst worden. Das ist sehr wahr, und das ist Teil der Entscheidungen, die du fällen musst, wenn du relevant sein willst. Wenn du zu deiner Generation, aber auch zur älteren Generation sprechen willst, musst du herausfinden, wie du sie in der Mitte zusammenbringst. Das Ding ist auch, dass die jungen Leute heute nicht mehr so viele Instrumente spielen, wie es sein sollte. Es ist leichter und ökonomischer, zu rappen, wo du nur ins Studio gehen musst und auf ein Instrumental rappst, oder einen Computer kaufen, um Beats zu machen. Das ist eine gravierende Differenz zwischen den Generationen, denn heute gibt es so viel Technologie. Die Leute kommen zusammen, basteln einen Beat und texten einen Rap, das ist Hiplife.
Wenn du eine Gitarre hast, musst du erst lernen, sie zu spielen, und dann andere finden, die mit dir spielen können, bevor du etwas erreichen kannst, das ist eine komplett andere Sache. Ich versuche herauszufinden, wie ich meine Musik relevant machen kann für meine Generation, für die davor, und die, die danach kommt. Rockmusik mag jeder, jeder mag Reggae, und jeder mag Ska. Jeder kann Highlife und Afrobeat verstehen ... also hoffe ich, wenn ich alles zusammenpacke, werde ich damit ein größeres Publikum erreichen.
SRB: Du kennst Punk aus Brooklyn. Kannst du dich erinnern, ob es in Ghana - immerhin eine britische Ex-Kolonie - jemals irgendwelche Spuren von Punk gab?
I.: Nein, gar nichts, überhaupt nichts. Kein Punk-Movement hatte in Ghana jemals irgendeine Wirkung, nicht so weit ich weiß. Meine Mutter hörte zu ihrer Zeit Rock'n'Roll, ja, die frühen Sachen, Rolling Stones und so was, das war bei uns populär. Aber als ich aufwuchs, war Country populär, Hip-Hop, Rhythm & Blues, alles das, aber kein Punkrock.
SRB: Vielleicht ist es auch eine soziale Frage: In New York, London, Berlin gab es eine Schicht von bürgerlichen Jugendlichen, die die Zeit und die Bildung hatten, ein Konzept für ihre Frustration zu entwickeln...
I.: Genau. Als ich jung war, durchlebte Ghana eine schwierige Zeit der Veränderungen. Als ich jung war, litt Ghana immer noch unter den Folgen des Staatsstreiches. Es gab einen Bann für Livemusik und eine Ausgangssperre: nach 18.00 durfte keiner mehr raus, solche Sachen. Punk wäre da nirgends durchgedrungen. Die Musik war einfach anders damals: Staatsfernsehen, Staatsradio, da wurde mehr traditionelle Musik für ältere Leute gespielt, oder Importe, die eher harmlos waren. Rhythm & Blues und Country Music.
SRB: Dennoch, in Zeiten des Internet ... Könntest du dir vorstellen, dass jemand in Lagos, Accra, oder Burkina Faso jetzt gerade auch so etwas ausprobiert wie du?
I.: Es gibt keinen Punk in Westafrika. Rock vielleicht, aber bestimmt nicht Punk. Ich kann mich mal umhören, und ich werde dir Bescheid sagen, aber ich bin ziemlich sicher. Eine Band zu gründen und eine wenig populäre Musik zu spielen, für die es keine Szene gibt, das ist sehr unwahrscheinlich.
SRB: Du musst entweder sehr reich sein oder verrückt.
I.: Nun, es gibt Metalbands in Angola und anderen Ländern, es geht also schon etwas vor sich auf dem Kontinent. Aber die Fusion in meiner Band ist schon einzigartig, weil es die Fusion von Vibes aus ganz verschiedenen Kulturen ist. Andere imitieren, aber ich bringe verschiedene Aspekte zusammen, indem ich gemeinsame Muster und Verbindungen zwischen den Genres - finde und sie miteinander verbinde.
Ishmael, vielen Dank für das Interview!
http://osekre.com/
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