Dieses Blog durchsuchen

Dienstag, 21. April 2009

Renfield No. 15 Reviews (Part 1)


So, here we go into another round. No. 15s Rezis, as we like to say for the little things we write about the bunch of music that was send to us for experst review. As I got nothing interesting to say about this, just read what was interesting in this Number. Beside of this, I think the Cover of this RENFIELD issue is still one of the best we ever had. I still like it!

Periferia SA – same

Hä, was is’n das? Vorkriegsjugend auf Portugiesisch? Na ja, nicht ganz. Zumindest der Sänger klingt aber derbe wie die brasilianische Ausgabe von den Deutschpunkhelden. Hinter Periferia SA verbirgt sich die eigentliche Urbesetzung von Ratos de Porao, und die wiederum sind ja – zumindest in Punk/Metalkreisen – ja gar nicht so unbekannt. Periferia SA klingen erwartungsgemäß auch ähnlich, also nach ziemlich kompromisslosem HardcorePunk mit Schreigesang und teilweise recht deutlichen Metalanleihen. Nicht genau wie RDP, aber man ahnt schon, wo die ihre Ursprünge haben. Würde mich ja interessieren, ob die hier 
zusammengestellten Songs neueren Datums sind oder ob es sich um altes Material im neuen Gewand handelt. Schade auch, dass die Texte nur in portugiesisch abgedruckt sind, ne englische Übersetzung wäre vielleicht nicht schlecht gewesen, auch wenn man sich fast schon denken kann, worüber da lautmalerisch abgekotzt wird. Alles in allem eine gute Knallplatte für den Verein der Freunde der brasilianischen Hardcorepunkbewegung. Auch wenn nach 28 Minuten schon alles vorbei ist. (auf Dirty Faces Rec.)

Jack and the rippers – same
Dirty faces macht Geschichte – aber wie. Schweizer Punkbands fallen einem auf den ersten Gedanken eigentlich keine ein, beim 2ten Nachdenken kommen dann solche wie Cwill, Fleisch oder die Peacocks zutage – alles relativ aktuelle Bands, aber auch nicht wirklich bekannt. Macht man sich jetzt indiana-jones-mäßig auf die Suche nach den heiligen Gralshütern des Schwyzerpunks (vielleicht gab’s und gibt’s da nicht soviel zu rebellieren – außer wenn Zürich brennt und beim Fußballspielen gegen die Türkei) trifft man bestimmt recht schnell auf diese D.F.-Veröffentlichung. Jack and the Rippers haben ihr Unwesen nur für kurze Zeit getrieben und zwar von 78 – 79 und haben dieses Unwesen auch nur auf einer Single hinterlegt, die jetzt mit diversen unveröffentlichten Songs zu einer CD zusammengepackt wurden. Lohnen tut sich’s schon da mal rein zu hören. „I feel like tram“ ist ein cooler 70erPunksmasher mit ordentlich Powerpop-Schmiss im Leib und auch die anderen Songs gehen gut ab. Bei den späteren Sachen wird’s etwas sachter, da klingt es schon derb nach 80er Waverock mit Reggaesprengseln, aber es macht trotzdem Laune sich das anzuhören. Das Ende von Jack & The rippers ähnelt aber so ein bisschen den Opfern des Namensgebers: 2/3 der Urbesetzung sind schon lang mausig, der Rest hat das Musikmachen mehr oder minder aufgegeben. Zum Glück haben sich die Dirtyfaces-Jungs auch beim Booklet gut Mühe gegeben, so dass man noch ordentlich Infos zur ersten Schweizer Punkband kriegt. 

Svinokop/Lämant – Splittape
Zwei russische Bands (nee, eine russische und eine weißrussische) teilen sich hier ein Livetape und ich fühl mich wie damals, als ich auf dem Trödel dieses Bad Brains-Bootlegtape gekauft hab. schwarz-weißes Cover, kopiert natürlich, der Sound derb kellermäßig, aber so was find ich immer gut, alles eine Frage der Sozialisation. auch musikmäßig hätten Svinokop sowie Lämant ihren Platz auf Platten wie den Network of friends-Samplern finden können: schneller,80er-Jahre HC-Punk, da drückt sich mancher heute noch ein Tränchen für weg. Wobei Lämant noch ein wenig crustiger rüberkommen als Svinokopp (heißt das Schweinekopf?), worum es textmäßig geht, kann ich gar nicht sagen, alle Angaben sind in kyrillisch, könnte mir aber vorstellen, daß hier recht deutliche Worte verwendet werden – abgesehen von den Coverversionen von Doom oder Mob47 – womit auch ein paar nette Vergleichspunkte gefunden wären (zu kriegen über: Dmitrij Ivanov, PO Box 30, St-Petersburg 9, 195009 Russia, diyhc@yahoo.com)

Mesrine – Jack is dead
Jetzt mal ehrlich – wie viele Massenmörder fallen dem durchschnittlichen Fanzineleser spontan ein? Na los, einen zumindest. Sagen wir mal Elfriede Blauenstein und Fritz Haarmann. Ansonsten sind solche Gestalten ja eher nicht so Thema der Allgemeinbildung – die Jungs von Mesrine aus dem französischen Teil Kanadas scheinen sich aber ausführlicher mit der Sache zu beschäftigen, sonst hätten sie nicht fast alle 50 Songs ihrer Discographie namentlich nach Mördern (en masse oder auch nicht), Killern und anderen finsteren Gestalten benannt. Und was macht man, wenn die Massenmörder schon Namen auftauchen? Genau, man macht auch die Musik dazu, die einem die Gedärme auch ohne Axt aus der Bauchdecke treibt. Grindcore gibt’s zum Mittag, blutig, schnell, roh und saftig wie ein Steak aus der Oma, die du gerade filetierst hast, manchmal mit DoublebassMetalkante, und mit den notwendigen sanft hingehauchten Lyrics, die wahrscheinlich alle auf Französisch sind. Eine gute Übersicht über alles, was Mesrine in den letzten Jahren auf diversen Split-7inches veröffentlicht haben. Doch, gefällt mir gut, ist vielleicht nicht Musik für alle Gelegenheiten, aber zwischen dem Ende eines anstrengenden Arbeitstages, dem dreistündigen Streit mit deiner Freundin über den Zustand eurer Beziehung und der abendlichen Unterhaltung mit dem kompletten Peter-Jackson-Frühwerk auf DVD kann man sich das durchaus schon mal anhören. (auf Power it Up-Rec.)

Western Addiction – Cognicide
„The church of Black flag“ ist als Songtitel schon so auffällig, dass damit die Fahrtrichtung fast schon vorgegeben wird. Würde ja gern wissen, was Henry Rollins dazu sagen würde, dass man B.F. eine eigene Kirche widmet. Ich denke, er würde kotzen, der kotzt ja eh zu allem ab, was in der Welt passiert. Und irgendwie passt’s auch, so ein bisschen klingt’s schon nach Black Flag. Western Addiction rotzen da ihren HardcorePunk runter, kleine wütende Songtierchen wimmeln in etwas mehr als 20 Minuten aus der hochtechnischen Anlage, für ein Plättchen aus dem Hause Fat Wreck angenehm chaotisch und nicht zu melodisch. Nur der Sound hätte vielleicht noch etwas asseliger sein können, aber um das zu kriegen, kann ich ja noch ein paar Kratzer auf meine CD machen. Knirsch. (auf Fat Wreck)

Oma Hans – Peggy
Oh ja, da sind wir spät dran, schließlich liegt die Oma schon ein paar Wochen im Grab (war jemand bei der Beerdigung? Hat der Pastor eine schöne Predigt gehalten? Und die Kränze? Wie waren die Kränze? Waren es viele? und die Innung? hat die auch einen geschickt?) und hat zum Abschied noch eine Single rausgepupt, die ganz toll sein soll. Peggy ist natürlich auch super. Oma Hans konnten eigentlich keine schlechten Platten machen, aber irgendwie kickt Peggy bei mir nicht so doll, wie es Trapperfieber oder die Mini-LP gemacht haben. Ich weiß nicht was es ist, aber irgendwas fehlt. Vielleicht liegt es an mir, ja wahrscheinlich tut es das, denn diese Platte hat immer noch alles, was die Oma immer hatte. Gute Texte, die gute Stimme von Jens, diese gute Melancholie, die sich in den Akkorden versteckt und es bleibt dabei: eine gute omahansplatte ist eine guteomahansplatte ist eine guteomahansplatteisteineguteomahansplatte ist eine gute Oma HANS PLATTE!!!! Nur kickt diese nicht mein Herz in die Höhe wie die Platten davor. Was ist mit mir los? (auf Schiffen Rec.)


Crucial Youth – The Posimachine
ESSENTIELL!!! sag ich dazu. Ist auch nicht mehr neu, aber immer wieder gern genommen. Crucial Youth waren vielleicht so was wie die Monthy-Python-Truppe der Straight Edge-Bewegung, zumindest haben sie das ganze engstirnige Gehabe gekonnt absurd auf die Schippe genommen und dazu eine richtig geile HC-Scheibe gemacht, die von vorn bis hinten eigentlich keinen Aussetzer hat und trotz ihrer 18 Jahre (endlich volljährig, endlich Branntwein saufen!!) für mich immer noch recht frisch wirkt. Ok, das Cover und die Gags in den Comics sind vielleicht manchmal erst auf den zweiten Blick lustig, aber dass ist ja gerade das Schöne. Songs Pro-Zähneputzen, Pro-bei-grün-über-die-Strasse-gehen und Contra-Masturbation– da lach ich immer noch gern, selbst bei grimmigen minus 20 Grad draußen. (auf NRA-Rec.)

GLW/DRK No.3
…ist nicht das Mitgliedsheft des Deutschen Roten Kreuzes, sondern ein buntes, aber dünnes Skaterheft aus Wien. Macht so den Anschein, als wollten die Macher ganz hoch hinaus und sich auch international gut präsentieren, sonst wär das Heft nicht komplett in englisch gehalten. Wie sich’s für ein Skater-Zine gehört, gibt’s viele bunte Bilder von Rollbrettfahrern die über österreichische Pässe und Einkaufspassagen in Bordeaux (im GLW-Slang BRDX genannt) grinden, viel bunte Werbung von szenespezifischen Marken und Labeln sowie auch ein paar Interviews zet Be mit Hanin Elias, Cursed, Al Burian von Milemarker, The Stereo. Massen von Plattenkritiken - meist aus dem Punkrock/Hardcore/Emobereich dürfen da natürlich auch nicht fehlen. Ist schon sehr durchgestylt, das ganze Heft, sehr schick, könnte ein bisschen mehr Text sein, aber - das ist der große Pluspunkt – das alles gibt es ja für lau. Tony Hawk fänd des echt leiwand, hätt I gsagt. (GLW/DRK – P.O.Box 65, 11110 Wien, AUSTRIA)
 
Jigsore Terror – World end carnage
Jungs holt die Kutten raus, es wird Frühling!!! Jigsore Terror sind nicht eine von den bei Power it up häufig zu findenden Grindkapellen, die sich durch ihre recht einfachen Songs nuscheln. Eigentlich sind Jigsore Terror eine reine Death/Speedmetalkapelle, vom Outfit her, den Lyrics sowieso (teilweise recht eklig und fast durchgehend im Splatter- Blut/Gedärm/Psychokillerbereich angesiedelt) und auch von der Musik, meist ist alles furchtbar schnell und ab und an zischen auch noch kurze Solis wie die Blitze durch die Songs, da fühlt man sich fast wie bei Slayers auf der Geburtstagsparty. Ich bin weit davon entfernt mich als allwissenden Metalpapst zu bezeichnen, aber – jetzt mal auf das Grind/Crustumfeld des Labels bezogen – Jigsore Terror klingen für mich eher als eine gute Alternative zu Slayer (aber das sagte ich ja bereits) und Sodom als nach Agathocles oder Unholy Grave. Also definitiv was für den einen oder anderen Kassengestell und Flaumschnäuzer tragenden MetalHammerleser und nicht nur den filzköpfigen Crustler. (Power it up rec.)

Cockbirds – Superdanke
C-Bands rocken!! Kann natürlich sein, dass es alphabetischer Zufall ist, aber ich glaube, es steckt eine tiefere Absicht dahinter, dass diese Platte bei mir in einer Reihe mit vielen meiner absoluten Lieblingsbands wie den Circle Jerks, den Coasters und Crowd of Isolated steht. Über die Cockbirds wird zur Zeit soviel geredet und geschrieben, also reden wir doch mal über Gefühle. Gefühle beim Hören von Superdanke. Es ist lange her, dass ich so ein Gefühl hatte, wie es mich beim mehrmaligen Hören dieser Süperdanke-Platte überkommt. Ein ähnliches Hochgefühl beim Anhören einer Deutschpunkplatte – hmmm, wann war das denn? Bei der ersten Trend-Scheibe, glaube ich. Stimmt, da war`s ähnlich, lange her, das. Nur hier, hier ist es um einiges stärker. Was schreibt man noch über diese süperbe Platte, um sich doch ein bisschen von den allgemeinen Lobhudeleien abzuheben, die die Cockies in letzter Zeit mit Superdanke in ausnahmslos allen Indie/Punk/Muckermagazinen erfahren haben? Nichts? Weil schon alles gesagt ist? Bringt man tolle Vergleiche an? Sind die Cockbirds fürs 21. Jh. das, was Slime oder die Nikoteens für die 80er waren? Ach, Scheiß auf Vergleiche – die Cockbirds sind die Cockbirds, ziemlich einzigartig ohne den Anspruch einzigartig zu sein. Sagen wir es so, „Superdanke“ ist seit langer Zeit mal wieder eine deutschsprachige Punkplatte, die scheiße genug ist, um mir zu gefallen. Mehr Kompliment kann ich als Mann gerade nicht ausdrücken (auf Staatsakt)

Tervett Kädett – Horse-LP
Hevoset (Equus caballus) ovat isokokoisia kavioeläimiin, tarkemmin hevoseläimiin kuuluvia nisäkkäitä, joita on käytetty jo vuosituhansia ratsuina, vetoeläiminä ja maatalous- ja metsätöissä. Traktorit ja autot ovat 1900-luvulla syrjäyttäneet hevosen varsinaisista käyttötarkoituksistaan, ja hevosesta on tullut lähinnä harrastuseläin. Hevoset ovat silti monelle ammatti, Suomessakin arvioidaan hevosalalla työskentelevän täysiaikaisesti noin 5.000 henkilöä. Above from that, The horse is one of a fistful of finnisch 80-HC-classic-records, that should not lack in every record collection. Great to get this as a re-issue!! (Power-it-Up Rec.)

Schwere Artillerie – Brutalo Bebop show
Deutscher Name, englische Texte – aber französische Band. In der Kombination schon relativ außergewöhnlich. Ganz so außergewöhnlich geht’s musikmäßig bei den fünfen aus Grenoble nicht zu. Zornig rausgeschrieener Screamo-Emo-Hardcore mit gelegentlichem Fiep-Keyboard, der Erinnerungen an Refused, Analena und ATD-I aufkommen lässt. Das ganze gut aufgenommen und in Songs gepackt, die kurz genug sind, um nicht langweilig zu werden, nicht zu weinerlich, aber auch nicht zu betont hart und Texte, die – wären sie auf deutsch – den Jungs von Steve Austin zur Ehre gereichen würden. Also ist diese Band doch gut im Renfield aufgehoben. Wahrscheinlich wird der Szene-Insider zig solcher Bands kennen, für den etwas außenstehenden Beobachter kommt das ganze erfreulich frisch rüber. (contact: schwere_artillerie@yahoo.fr, www.tearsfromsilence.com)

Impact Drill – Zine No.2
Dieses Einschreiben hat mich gefoppt. Schlimmstes habe ich befürchtet, denn Einschreiben sind nie gut. Gab’s da eine vergessene Telefonrechnung? Irgendwas Inkassomäßiges? Aufatmen, als ich den Brief in Empfang nehme – Post aus der Türkei gibt es, das kann nur das Impact Drill-Fanzine sein. Dabei handelt es sich um ein recht kleines Heft, das sich schwerpunktmäßig mit Thrash-und Deathmetal, Crust, und Grind beschäftigt. Klingt erst mal nicht so spannend, das wird es allerdings, wenn man bedenkt, dass das I.D. aus dem tiefsten Anatolien kommt und sich die massig Reviews/Interviews von Bands (u.a. One Step beyond, Barbatos) aus Regionen der Welt zugute führt, die man so gar nicht auf seiner musikalischen Landkarte hatte – oder wer weiß was über Metal in Indien, Sardinien oder gar Mazedonien? Derbst zu empfehlen, besonders als Einstieg in subkulturelle Musikszenen, von denen man nie gedacht hätte, dass sie existieren. Einziger Schwachpunkt ist, das No. 2 schon letztes Jahr im März rausgehauen wurde, ich hoffe, da kommt mal wieder was Neues, was ich aber schon glaube. Vorrausgesetzt, die Post klaut Semih nicht wieder alle Promopäckchen. (contact: Semih Orhan, Fethiye Mah. Isiktepe Cad. Akkent Sitesi Nilufer 3, Bursa – Turkyie o.impactdrillzine@hotmail.com)

Schwere Artillerie – Brutal bebop show EP
Ich habe mich bewusst gegen (!) den Wehrdienst entschieden, dennoch weiß ich von der Kraft militärischer Fachbegriffe. Artillerie macht da keine Ausnahme und beinhaltet einen zerstörenden Beigeschmack. Der musikalische Schlachtruf dieser EP auf ihrem Vormarsch in die durch den Lärm des ereignisreichen Wochenendes betäubten Ohren scheint zu wirken – und gefällt -, sodass meine Gehörknöchelchen fröhlich im schnellen Takt vibrieren. Alles wunderbar, wäre da nicht der Heerführer mit seinen kreischenden Befehlen, von denen ich bis auf ein bisschen französisch-akzentuierten-deutsch kein Wort verstehe und auch keine Ahnung habe, was er damit bezweckt, vor allem was er seinen Stimmbändern da antut, aber... – und somit bin ich jedenfalls froh, mich nach 4 Tracks und 8 Minuten 30 anderer Musik zu widmen, aber das ist meine persönliche Meinung. Wer also auf Screamo-HC-Mischmasch á la Refused, Envy und Konsorten abfährt und in die Halsbonbon-Industrie investiert, sollte sich ernsthaft näher mit dieser Truppe auseinandersetzen, obwohl auf der Homepage
http://schwere.artillerie.free.fr nicht allzu viel Information zu ergattern
ist. r’n’rico

Bombardiranje New Yorka No 10
Wow, das ist mal ein Sampler. Normalerweise erwartet man ja bei einer Compilation irgendwas zwischen 10 und sagen wir 30 Bands, wenn’s gut läuft. Auf diesem Teil vom guten Zdenek Franticz aus Kroatien sind mal knapp 85 (!) Bands mit je zwei bis drei Songs vertreten – was dann schon mal knapp 240 Songs macht – mp3 sei dank kann man so was mittlerweile gut auf einer CD unterbringen. Ich werde euch jetzt nicht den Gefallen einer kompletten Playlist machen, aber die vertretenen Bands sind – fast schon zu erwarten – auf dem ganzen Erdball und auch über alle erdenklichen Musikrichtungen verstreut – von Motosierra aus Montevideo zu Bob Uhr & the bare bones aus New York geht’s weiter zu Stomak aus Pula oder den Mighty dogs aus Novi Sad. Da kann man mal locker seinen Horizont auf unbekannte/ obskure Bands erweitern. Einzig relativ bekannter Name ist wohl Damo Suzuki and his Network – wobei ich mich frage, wie es den alten Can-Sänger auf eine kroatische MP3-Kompilation verschlagen konnte. Egal. Werde wohl die nächsten drei Wochen damit zubringen, alle hier versteckten Perlen aufzustöbern. Lohnt sich für jeden!!
(contact: Slusaj najglasnije! Teskovec 27c, 10090 Zagreb, CROATIA oder frantic@hi.htnet.hr)

Moloko Plus – No. 29
Ho, hat sich ne ganze Menge getan beim Moloko, seit ich das letzte Mal ne Ausgabe von Dorsten-Thorsten und seiner Crew in die Finger bekommen hab. Der neue Moloko-Mailorder versorgt den, der es haben will mit dem nötigen Punkrockoutift, formatmäßig ist man von Stino-DIN-A4 auf einprägsam-quadratisch umgestiegen und auf dem hochglänzend–bunten Cover schütten sich tätowierte Pin-up-Girls den Kaffee ins Dekolletee – schön das. Aber ne bunte Verpackung allein bringt es nicht, das weiß man auch in Dorsten und deshalb hat man auch inhaltlich ne ganze Menge zu bieten. Neben den zu erwartenden Bandfeatures (z.B. Pöbel und Gesocks, Volxssturm/Broilers, Doll Squad, Lutèce Borgia, Up to Vegas, The Hurriganes u.a.) gibt’s eine coole Story zum Swingkids im 3.Reich, Reiseberichte aus Südamerika und dem Balkan, einen Nachruf auf George Best (hatte übrigens am gleichen Tag wie ich Geburtstag) Alltagsberichte aus dem Leben eines Gefängniswärters und natürlich die obligatorischen Reviews und Kolumnen (wobei die von dem Pankerknacker-Typen schon total panne ist. Das ist nicht Punkrock, das ist asozial.) Schon ganz cool, die Mischung, besonders, weil versucht wird vom typischen Fanzine-Band-Einerlei wegzukommen. (Moloko Plus c/o T. Ritzki, Feldstr. 10, 46286 Dorsten, info@moloko-plus.de)

26 ½ - das Fehlfarben-Tribute
Ich kwäl mich gerade durch diesen Haufen Scheiße, in dem ein paar prächtig schimmernde Perlen stecken. bei Campinos Beitrag hab ich fast gekotzt. Ein elend, ja das ist es. Ich find leider Campino und Grönemeyer gar nicht so unpassend, die Altenherrenfehlfarben sind nämlich alles andere als eine großartige Band. Helges Beitrag ist wahrhaft göttlich! Francoise Cactus bringt ein luftiges Stereo-Total-Liedchen zustande. Begemann mag ich ja gar nicht, bei der kleinen Geldwäscherei find ich ihn überraschenderweise erträglich! das Lohmeyerstück ist auch ganz okee. das war’s. der von spar Sänger soll bitte nix anderes als von spar machen. Dirk von Lowtzow versucht so zu klingen wie Hein selbst. Schlimm! Frank Spilker spilkert lahm vor sich hin wie bei einem schlechten Sternelied. Die Moulinettestante kriegt auch nix anständiges hin. Die Lieder der Fehlfarben sind einfach zum großen Teil schlicht schlecht. Aus Scheiße Gold zu machen ist dann schon ne Kunst. Ach ja, einer hat’s geschafft aus einem Haufen Kack einen Diamanten zu zaubern: Distelmeyer! „alkoholen“ ist eines der schlimmsten Lieder dieser Welt. Wenn das neue Blumfeldalbum in diese Richtung geht wird’s noch ein richtig lustiges Jahr werden. „ein Jahr (es geht voran)“ kommt auch ganz gut in der Neuinterpretation. Ziehe meine Negativkritik an Frau Kaiser zurück. Hatte beim ersten Hören nervigen Dreck auf der CD! Und das Gespringe war extremst störend. flottes Lalala-Lied, mir gefällt der Moulinetteschor im Hintergrund! Nettes poppiges Liedl. Grönemeyer rotzt seinen Song vor sich hin und das steht ihm erstaunlich gut. Kenn das Einsam-Original nicht, auf welchem Album ist das denn? Ich revidiere auch meine Kritik an Thomas Mammuts Albumbeitrag, das Lied ist ganz großartig! Brauchte etwas Zeit, aber dann ist es eingeschlagen wie eine Granate! Offenbarungseid & Offenbarung, dieses Album ist irgendwas dazwischen. Mir macht die CD Freude ohne Ende. Hübsch skurril ist das Ganze, ich mag solche wirren Tributalben, dieses hier ist zumindest sehr unterhaltsam in seiner Seltsamkeit. Was das angeht ist sie eine der großartigsten deutschsprachigen Platten des Jahres bis jetzt. und ich finde es unglaublich schade dass 'alkoholen' kein Originaldistelmeyer ist. hör mir jetzt „jenseits von jedem“ an... Patte

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen